Yakuza im Gamezone-Test

Test CharLu

Wer schon immer wissen wollte, wie hoch traditionelle Werte in der Welt der Yakuza geschätzt werden, erfährt es hier.

Essen gehen, einkaufen, Erfahrungen sammeln

Yakuza Yakuza Das viele und vor allem vorzugsweise erfolgreiche Prügeln soll sich für euch auch nach einer gewissen Zeit auszahlen. So bekommt ihr während verschiedener Kämpfe Erfahrungspunkte, die es euch erlauben eure angewandten Techniken zu verbessern. Sogenannte Power Ups, die sich im Menü aufrufen lassen, stehen dann und wann - je nach Punkteanzahl - zur Verfügung und erlauben euch, die vorhandenen Fähigkeiten (Shin, Gi, Tai und Toku) zu feilen und zu verbessern. Auch eure Schnelligkeit wird davon profitieren, so dass ihr es in späteren Kämpfen einfacher haben werdet die Horden an Gegner platt zu machen. Unabhängig davon erlangt ihr auch mit der vielen Kämpferei höhere Stufen hinsichtlich eurer Kampftechniken.
Wenn ihr es leid seid immer nur mit den Fäusten oder gekonnter Beintechnik an den Start zu gehen, habt ihr auch die Möglichkeit euch entsprechend auszurüsten. In so manchem Geschäft in Kamurocho findet ihr brauchbare Waffen, die gegen ein paar Yen gern den Besitzer wechseln. Außerdem lassen sich auf ähnliche Art und Weise Schutzgegenstände bzw. Rüstungen kaufen und auch Heilmittel sind immer willkommen und helfen euch, euren schwierigen Weg leichter zu gehen. All die genannten Gegenstände lassen sich in Kisten verstauen (Resident Evil lässt grüßen), die sich an verschiedenen Orten in der Stadt befinden und von euch zunächst gefunden werden müssen, bevor ihr sie dann nutzen könnt. Glücklicherweise kosten diese Kisten kein Geld. Dafür lassen sich verschiedene leckere Gerichte in Restaurants käuflich erwerben, welche dann - wie schon erwähnt - euch helfen, die Energiereserve des guten Kazuma konstant zu halten.

Yakuza Yakuza Erfahrungen lassen sich aber nicht nur im Kampfesgewühl sammeln, auch die Erfüllung verschiedener eher unwichtig erscheinender Nebenquests hilft euch, das Konto schnell und effizient zu füllen. Und nicht nur, dass ihr damit mehr Punkte sammelt, ihr erhaltet z.T. auch sehr wertvolle Bonusgegenstände, die im weiteren Verlauf des Spiels dann und wann überaus nützlich sein werden. Eine weitere Aktion, die Erfahrungswerte gut und fix zu steigern, sind die sogenannten Heat-Angriffe. Hierfür habt ihr eine Anzeige (unterhalb eurer Lebensanzeige) und wenn diese voll ist (z.B. durch konstant perfekt gesetzte Treffer im Kampf) könnt ihr den Heat-Angriff ausführen. Diese sind für alle Gegner um einiges schmerzvoller und meistens sofort tödlich. Einziger Haken: Für die nächste Heat-Attacke müsst ihr erst wieder die Balken füllen. Und sollten euch all die Fähig- und Fertigkeiten noch nicht reichen, sucht ihr in der Stadt am Besten nach dem Kampflehrer Sotaro Komaki, der euch hin und wieder mit neuen Aktionen weiterhelfen kann. Ist euch das alles irgendwann zu viel, sucht doch einfach verschiedene Orte auf, an denen ihr u.a. nette Mädels kennen lernen könnt, mit denen sich sogar Freundschaften schließen lassen. Dann und wann gibt es auch Etablissements zu finden, in denen euch eine wohltuende Massage verpasst wird. Unterm Strich habt ihr also genügend alternative Möglichkeiten, wie ihr dem Spielgeschehen an sich mal ein Momentchen entfliehen könnt ... oder aber einfach dem Drang, Geld rauszuhauen, nachgeben könnt. Und verdient wird das Geld u.a. mit - wie soll es auch anders sein - verschiedenen, allerdings bestimmten Kämpfen.

Grelle Großstadt

Yakuza Yakuza Ein wenig schrill, grell, bunt und zudem auch groß stellt sich die Stadt Kamurocho dar. Die Straßenschluchten zeigen sich in gängigem Gewand, da hohe Häuserschluchten die Straßen säumen und an selbigen finden sich viele und hell leuchtende Reklameschilder. Dazu gesellen sich immerzu hell erleuchtete Schaufensterscheiben und Geschäfte, die partiell zum Betreten einladen. Die Straßenschluchten sind voller Leben - viele Passanten, aber auch krumme Schergen treiben sich hier herum und füllen die Gassen. Angerempelte Leute beschweren sich schon mal und lassen sich prinzipiell zur Seite schupsen. Ihr solltet nur aufpassen, durch wen ihr versucht durchzulaufen bzw. wen ihr anrempelt. Wenn es dumm läuft, ist es der Falsche und dann gibt es eine hübsche Keilerei auf offener Straße.

Yakuza Yakuza Recht vielfältig schauen die Leute aus, wenngleich man dem gesamten Stadtbild einen gewissen Grauschleier nicht absprechen kann. Ebenfalls scheint die Stadt auch mit Smog zu kämpfen, obwohl keine Autos zu sehen sind. Dennoch wirkt es neblig, ein wenig trübe, trist, trotz der recht bunt gewählten Gesamtkulisse. Prinzipiell kann sich das Szenario dennoch sehen lassen. Was allerdings nicht für die Charaktere gilt, zumindest nicht für alle. Ist die Proportion irgendwie gelungen, hapert es dann doch mit der Bewegungsfreude. Auch wenn die Kollegen, speziell Kazuma, mit der Zeit deutlich zulegt und nicht mehr wie ein eingeschlafener Turnschuh durchs Bild wankt, so ganz nimmt man ihm dennoch nicht ab, dass er ein Künstler des Kampfes ist. Und das bewahrheitet sich auch recht schnell in den vielen, vielen Fights, die ihr austragen müsst. Dabei spielt dann allerdings nicht nur die etwas verkorkste Bewegung eine Rolle, auch die Kamera macht euch gerne mal einen Strich durch die Rechnung. Selbige lässt sich nämlich gar nicht verstellen oder manuell bewegen. So seid ihr immer darauf angewiesen, was euch das Spiel als nächstes zeigen wird und ein sonst gern genommener Rundumblick wird euch strickt verwehrt. Gerade bei großen Gegnerhorden einfach ein Unding keine Übersicht zu haben. Das dabei die Steuerung hin und wieder auch mal nicht das tut was ihr eigentlich von ihr wollt, ist dann schon fast gar nicht mehr schlimm.

Yakuza Yakuza Fehler finden sich aber nicht nur bei der Kamera und in der Steuerung. Auch die Optik in sich ist nicht frei von unsauberen Machenschaften. Das obligatorische Flimmern ist leider wieder ebenso vorhanden wie eine nicht immer astrein funktionierende Kollisionsabfrage. Dazu gesellen sich auch dezente viele Clippingfehler und Texturen, die ein konstantes Treppenmuster zeigen. Es wird euch zwar im Farbengewirr nicht immer gleich auffallen; Spätestens wenn ihr aber ein Haus betreten habt oder dunkle, eher sich eintönige Hintergründe offenbaren, zeigt sich, dass nicht immer alles golden ist was glänzt. Das die meisten Objekte auch recht starr und super leblos wirken, ist dann am Ende nur noch eine Randerscheinung. Wie wohltuend ist dann doch, dass die Kameraden immerhin den Mund beim Sprechen bewegen - wenn auch meistens so gar nicht Lippensynchron.

Derber Jargon und das selten hilfreiche Telefon

Yakuza Yakuza In Sachen Sprach- und Menüführung müsst ihr wieder zweierlei hinnehmen. So sprechen die Burschen gern, viel und vor allem Englisch. Hierbei ist die Wortwahl allerdings alles andere als höflich oder gar Salonfähig ausgefallen. Z.T. miesester Straßenslang, bzw. derber Jargon dominieren die Unterhaltungen und lassen so manchen Rapsong wie ein Kinderlied wirken. Das gern im englischen als "böses F-Wort" beschriebene Schimpf- und Allgemeinwort taucht ebenso oft auf wie das vergleichbare sogenannte "böse S-Wort" in der deutschen Sprache. Und keine Sorge, dass bekommt ihr in den deutschen Untertiteln dann auch gleich massig präsentiert (neben anderen, bekannten Schimpfworten). Dabei fällt dann schon recht wenig bis gar nicht mehr auf, dass die Übersetzungen nicht immer astrein ausgefallen sind und sich gerne mal Satzbaufehler eingeschlichen haben. Und so manches Mal wird dem einen oder anderen vielleicht noch auffallen, das nicht immer alles einen Sinn ergibt. Dafür haben die Kollegen allesamt unterschiedliche Synchronsprecher, welche meistens auch gut zu den jeweiligen Figuren passen. Dahingehend gibt es denn auch nichts auszusetzen, vor allem da die Sprecher - trotz Englisch - gut zu verstehen sind.

Musikalisch bekommt ihr - zumindest im klassischen Sinn - bei den Kämpfen das eine oder andere Stück auf die Ohren. Recht gekonnte Mischungen aus Rock und Techno mit einer Priese Klassik hören sich so weit ganz gut an. Außerdem würzen sie die Ereignisse, speziell die Kampfszenen, mit einem gewissen Tempo; Gesamt also durchaus der Atmosphäre dienlich. Dafür leiden ein wenig die Umgebungsgeräusche, die irgendwie zwar da sind und doch einfach untergehen. So können sie weder als herausragend noch als wirklich schlecht beschrieben werden.

Am Rande sei dann noch erwähnt, dass euch das Spiel mehr oder weniger regelmäßig gestattet, euren Fortschritt zu speichern. Hierfür braucht ihr nichts weiter als ein Telefon zu suchen. Und dabei gilt: Jedes Telefon, damit ist auch die gute alte Telefonzelle gemeint, laden ein, einen kurzen Stopp einzulegen. Ansonsten gilt es in den verschiedensten Räumlichkeiten nach dem Sprechapparat Ausschau zu halten.

Meinung

Wertung zu Yakuza (PS2)

Wertung:

6.8 /10
Pro & Contra
gelungene Story mit vielen Geheimnissen und spannend erzähltinteressante Titelfigurtemporeiche Musik während der Kämpfeeinfache und übersichtliche Menüführungdeutsche Untertitel (Alternativen gleichfalls einstellbar)recht umfangreicher Storymodus
starre Kameradie nicht nachgestellt werden kannzu unbewegliche und störrische Charakter obwohl ein recht großes Kampfrepertoire verfügbar istirgendwie nur ein Buttonsmasher (2 Tasten reichen für einen erfolgreichen Kampf aus)ziemlich derbe englische Sprachausgabelange Ladezeitenzu viele Clippingfehlerschlechte KollisionsabfrageIntro bzw. Einführung ist definitiv viel zu lang geratenkein Mehrspielermodus bzw. alternativer Spielmodi
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