Halo 4 im Test: Multiplayer und Koop-Modi

Test Sandro Odak

Die Marke Halo macht eine schwierige Zeit der Veränderungen durch: Nach der Veröffentlichung von Halo: Reach haben sich die Serien-Erfinder Bungie zurückgezogen und ihre berühmteste Marke 343 Industries überlassen. Halo 4, der Beginn einer neuen Trilogie, ist das erste Projekt unter neuer Flagge. Warum das Abenteuer nichts an Halo-Feeling einbüßt und es jeden Cent wert ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Unheimlich viele Multiplayer-Modi

Halo 4 im Gamezone-Test (2) Quelle: 343 Industries Halo 4 im Gamezone-Test (2) Schon seit jeher ist die schiere Unzählbarkeit der Halo-Mehrspielermodi ein Charakteristikum. Im Grunde genommen teilt sich das Spiel zwar auf einige Modi auf, aber jedes Spiel kann durch voreingestellte Regeln und Schädel angepasst werden. Zurzeit ist auf den Servern zwar noch nicht viel los, bis auf ein paar Journalisten und erfolgreiche Youtuber wird nämlich jeder gebannt, der Hale 4 schon spielt, aber die ersten gespielten Runden lassen keinen Zweifel an der Qualität des Shooters: Schnelle Gefechte, knackscharfe Optik und präzises Aiming macht Halo 4 zum perfekten Sci-Fi-Onlinespiel.

Wer kooperative Spielmodi dem Wettbewerb vorzieht, bekommt neben der Kampagne, die mit bis zu drei Freunden spielbar ist, Spartan Ops. Das sind Co-Op-Missionen mit einer Story, die den Wellenmodus Firefight ersetzen sollen. Jede Woche will 343 Industries eine neue Spartan Ops Mission veröffentlichen, wie lang die Halo-Macher dieser Veröffentlichungsgeschwindigkeit einhalten können, ist aber fragwürdig.

Aber selbst wenn die Spartan Ops Missionen eine tolle Neuerung sind: Firefight vermissen wir trotzdem. Sicher, der Modus war stupides Abmetzeln von Gegnerwellen, aber mit einer coolen Gruppe und einem knackig scharfen Schwierigkeitsgrad war er dennoch Garant für unzählige Spielspaßstunden! Dass er zugunsten von Spartan Ops komplett wegfällt, ist unverständlich – viel Pflege hätte er nämlich nicht bedurft. Einfach die wichtigsten Karten der Kampagne herausgreifen, ein wenig auf Firefight zuschneiden und fertig wäre der Spielmodus. Der Aufwand ist minimal, zumal es an einigen Stellen in der Kampagne wirklich prädestinierte Orte für solche Gegnerwellen gibt. Online bleibt dies aber unser einziger Kritikpunkt.

Grafik, Technik und Zwischensequenzen

Halo 4 im Gamezone-Test (9) Quelle: 343 Industries Halo 4 im Gamezone-Test (9) Ohne Frage der größte Pluspunkt von Halo 4 ist diese großartige Grafik! 343 Industries holt am vermeintlichen Ende des Xbox-360-Zyklus alles heraus, was in der Hardware steckt. Die Texturqualität muss zwar an einigen Stellen, etwa der Wüste oder einem Regenwald, Einbußen einstecken, dafür stimmt an anderer Stelle einfach alles. Gerade die Beleuchtung ist unglaublich schön. Zum Ende dieser Konsolengeneration fiel uns das zuletzt in mehreren Spielen auf (Forza Horizon, Assassin's Creed 3, Need for Speed: Most Wanted), aber Halo 4 ist wirklich eines der besten Beispiele auf Xbox 360.

An manchen Stellen ist das für die Konsole aber vielleicht sogar schon zu viel. Eigentlich läuft das Master-Chief-Abenteuer fast immer flüssig ab, aber an einigen Stellen in einer Wüste haben wir wirklich spürbare Framedrops und Ruckler festgestellt.

Nur das Missionsdesign macht dieser fantastischen Optik manchmal einen Strich durch die Rechnung. Da gibt es zwar toll gemachte Ausnahmen, etwa eine Raumschifffahrt, ein Dschungellevel und andere tolle Einfälle, aber viel zu oft laufen wir einfach nur durch die ewig gleich aussehenden Gänge von Raumschiffen oder Alienbasen. Die beklemmende Enge dieser Verbindungstunnel erzeugt zwar ein wenig Atmosphäre, aber irgendwann denkt man sich nur noch "Ahhh, ich will ins Freie!" Wenn der Wunsch dann erfüllt wird, darf man auch mal ans Steuer von Banshees, Warthogs und Panzern. Fans der Serie wird es freuen: Deren Steuerung ist noch genauso verkorkst wie eh und je. Wir, die wir eine ganz andere Fahrzeugsteuerung aus Shootern wie Battlefield oder auch Racern gewohnt sind, kommen damit nicht wirklich gut zurecht. Grund: Gas gibt man mit dem linken Stick, gesteuert wird mit rechts. Dabei wäre es doch viel schlauer, die Trigger hierfür zu verwenden…

Auf Sound-Seite kann Halo wie gewohnt punkten. Toller Soundtrack und eine anständige Vertonung runden das Halo-Feeling ab. Schade ist nur, dass Microsoft sich nach wie vor weigert, auch die englische Tonspur der deutschen Version beizulegen. Wer hierzulande einkauft, bekommt nur die Synchrofassung zu hören, auch ein nachträglicher Download der Sprachfiles bleibt einem untersagt. Halo: Anniversary bleibt somit der einzige Teil der Serie, der sich auch hierzulande auf Englisch spielen ließ.

Meinung

Wertung zu Halo 4 (X360)

Wertung:

9.1 /10
Pro & Contra
super schicke Grafik, vor allem die Beleuchtung der Levels ist hervorragendtrotz neuem Entwickler bleibt die Serie sich treutolle Geschichte, die sich auch zwischen den Zeilen (Cortana und John) weiterentwickeltflüssiges Gameplay, schnelle Feuergefechteneue Waffen, Gegner und PanzerungsfähigkeitenMultiplayer-Modus mit zahlreichen Spielmodi und EinstellungenSchmiede, in der man eigene Karten und Spielmodi erstellen kannKampagne und eigener Koop-Modus für Online-Spielereinige hervorragend abwechslungsreiche Levels rütteln die Serie wachgeniale Live-Action-Serie führt einen in die Geschichte und Hintergründe ein
Firefight zugunsten von Spartan Ops geopfertFahrzeugsteuerung unverändert altmodisch (Fans der Serie wird das aber freuen)an einigen wenigen Stellen fängt das Spiel an zu ruckelnkeine englische Sprachversion in der deutschen FassungInnenlevel in Raumschiff-Gängen und auf Alienbasen ähneln sich zu sehr

Bildergalerie

  1. Seite 1 Halo 4 im Test: Tolle Geschichte, wenig Veränderung
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