Edna bricht aus im iPad-Test: Nach vier Jahren lässt sich Edna nun auch "antouchen"

Test Sandro Odak

Vier Jahre nach der PC-Veröffentlichung findet "Edna bricht aus" seinen Weg auf das iPad. Das Touchpad-Gerät ist eigentlich prädestiniert für Point and Click Adventures. Wir testen, was die mobile Version wirklich kann.

Point- & Click-Adventures wurden schon oft genug totgesagt und verschwanden jahrelang in der Versenkung. 2008 aber erlebten sie eine Wiedererweckung von den Toten: Die Deutschen von Daedalic Entertainment veröffentlichten Edna bricht aus für den PC und belebten ein Klassiker-Genre wieder, das schon halb im Sterben lag. Gamezone titelte damals: "Hilf Edna dabei aus der Irrenanstalt auszubrechen, ohne dich dabei totzulachen!".

Edna bricht aus im iPad-Test (3) Quelle: Daedalic Edna bricht aus im iPad-Test (3) Vier Jahre später blüht das Genre immer noch. Daedalic selbst hat mit Machinarium, Deponia und The Whispered World grandiose Adventures nachgeliefert und auch andere Studios sind wieder auf den Geschmack gekommen. Ziemlich lang hat es also gedauert, um Edna, die Mutter der neuen Adventure-Frische, auch auf eine neue Plattform zu hieven: Apples iPad. Dabei ist eigentlich kein anderes Gerät prädestinierter für das Genre: Der Display ist groß genug, um auch Details anständig zeigen zu können und die Eingabe, nämlich "Point and Click" funktioniert selten intuitiver. Anstatt mit der Maus den Screen abzusuchen, nutzt man den Finger. Und weil man keine Maus mehr hat, entfällt endlich auch die millimetergenaue Suche nach dem richtigen Trigger im Level – yeah, endlich! Auf Tastendruck kann man sich dafür alle Teile im Spiel markieren lassen, mit denen man interagieren kann.

Komplizierte Rätsel, abgedrehter Humor

Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es in dem Spiel darum, Edna und ihren imaginären Begleiter, den sprechenden Stoffhasen Harvey, die Flucht aus der Irrenanstalt zu ermöglichen. Edna ist der festen Überzeugung nicht verrückt zu sein, auch wenn sie all ihre Erinnerungen verloren hat und sich deswegen voll auf Harvey, ihren, wir können es nicht genug betonen, imaginären Freund, verlassen muss. Er hilft ihr Stück für Stück, sich zu erinnern. Generell scheint es aber so zu sein, das alle in der Anstalt nicht ganz bei Trost sind – also auch Anstaltsleiter und Oberbösewicht Dr. Marcel und das Wachpersonal. Manchmal scheint es sogar, als wüssten die etwas "normaleren" Insassen besser über die Vorgänge Bescheid, als die Leiter selbst.

Über die Geschichte wollen wir gar nicht zu viele Worte verlieren, sonst spoilern wir zu viele Rätsel. Stattdessen werfen wir lieber einen Blick auf die herrlich skurrilen Charaktere: Ganz vorn dabei rangiert natürlich Protagonistin Edna, die irgendwie verloren wirkt und trotzdem genial. Ihr wahnsinniger Einfallsreichtum, die Betonung liegt hier auf Wahnsinn, erschließt sich einem eigentlich ganz leicht, wenn man sich mal in sie hineinversetzt. Gar nicht so schwer, wer sich schon einmal einen Fußnagel abgebissen hat um damit eine Schraube zu lösen, weiß wovon ich spreche. In Nebenrollen treten immer wieder Wächter, der eingesperrte "Schlüsselmeister" und die zwei Jungs Hoti und Moti auf. Letztere halten sich für siamesische Zwillinge, tragen in Wirklichkeit aber nur einen richtig großen Pullover – urkomisch!

Edna bricht aus im iPad-Test (4) Quelle: Daedalic Edna bricht aus im iPad-Test (4) Wer Point and Click Adventures häufig spielt, wird mit den Rätseln keine zu großen Probleme haben. Zuhören und immer aufpassen ist die Devise, die einen schnell durchs Spiel bringt. Neulinge des Genres müssen zuerst die Grundregeln erlernen: Das komplette Level absuchen hilft immer, auch wenn man dann lange beschäftigt ist. Denn mit jedem Interaktionspunkt kann man auf vier Arten interagieren: Anfassen/nehmen, anschauen, verwenden und ansprechen. Kurioserweise spricht Edna dann auch mit allen Gegenständen – und sei es ein Tisch.

iPad-Umsetzung gelungen

Technisch ist die iPad-Umsetzung sehr gut gelungen. Die Grafik ist, da es sich um selbstgemalte 2D-Bilder handelt, nur ein minimaler Ressourcenfresser und somit genauso toll wie am PC. Die Steuerung aber macht den wahren Charme aus. Dank Touchscreen können wir Gegenstände nun direkter antippen, die Maus ist im Vergleich nur ein Verzögerer. Der Sound ist, bis auf die wenigen Ausreißer, die man schon aus der PC-Version kennt, toll ausgefallen. Da macht es auch keinen großen Unterschied, ob man mit seinem bassigen 5.1-Headset hört, oder mit dem eingebauten Lautsprecher des iPad, viel mehr als etwas Hintergrundmusik und Stimmsynchronisation gibt es eh nicht.

Meinung

Wertung zu Edna Bricht Aus (iOS/Android)

Wertung:

9.0 /10
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