Grand Theft Auto 5 ist durch und beweist: Wow, das kann die "Old-Gen". Zum Start der Next-Gen steht nun Watch Dogs von Ubisoft in den Startlöchern. Auch Watch Dogs bietet eine offene und lebendige Spielwelt. Und darüber hinaus noch ein spannendes Hacking-Feature. Zwischen den Zeilen stellen die Macher die Frage: Wie sicher sind unsere Daten in der Cloud eigentlich und was will der Überwachungsstaat. Wir haben es nun erstmals ausführlich anspielen können.
Grand Theft Auto 5 ist nun da, die Open-World-Branche liegt also brach. Wieso sollte sich in diesen Wochen und Monaten ein anderes Studio an das Thema ranwagen, das Rockstar Games allein hält? Das müssen schon mutige Macher sein… Ubisoft wagt es trotzdem. Mit Assassin's Creed IV: Black Flag und Watch Dogs bringen die Franzosen schon nächsten Monat zwei Titel heraus, die in dieselbe Kerbe schlagen. Wir haben auf einem Preview-Event nun eine interaktive Mission in Watch Dogs ausprobieren können.
GTA meets Assassin's Creed und NSA
Quelle: Ubisoft
Watch Dogs in der Vorschau: Grafisch ist und bleibt der Titel imposant, auch wenn ein paar Eye-Candy-Effekte verschwunden sind.
Oh, wie schön war Watch Dogs doch bei seiner ersten Ankündigung. Auf dem Bildschirm tänzelte Laub im Wind, der Mantel von Hauptcharakter Aiden Pearce wog sanft mit. Die PC-Version, die wir heute sehen, erinnert kaum noch daran. Kein Laub, kein Lufthauch, eher statische Spielwelt. Aber wow, ist das Bild hoch aufgelöst! Unsere Aufgabe: Weil wir in einem neuen Stadtteil Chicagos sind, den Aiden bislang noch nicht besucht hat, kann er Passanten und die Umgebung nicht hacken. Wir müssen zuerst den Serverknotepunkt des Örtchens hacken, um Zugriff auf die Daten zu erhalten. Das können wir auf zwei Arten erledigen: Entweder durch den frontalen Angriff, oder durch Schleichen. Ersteres ist vom Plan her einfach: Den Hauptmann der Wachen finden, seinen Zugangscode zum Gebäude finden, einbrechen.
Aber einfach reicht uns nicht. Wir schleichen lieber und versuchen, ohne Aufsehenerregen aus der Nummer davon zu kommen. Über einen Zaun gelangen wir in den rot markierten Sperrbezirk und hangeln uns von einer Deckung zur nächsten durch. Gut versteckt hinter einem Stahlcontainer hacken wir uns dann zuerst in eine Überwachungskamera und markieren alle Wachmänner. Das hilft, weil sie auch danach noch vom HUD markiert bleiben. Nacheinander tauchen Namen, Daten und Fakten zu den Männern auf. Der eine hat Schulden, macht seinen Job nur wegen der Kohle. Der andere ist ein richtiger Sadist. Ein Ex-Militär, der unehrenhaft entlassen wurde und seinen Machthunger als Sicherheitsmann für ctOS ausleben kann. Klar, wer von den beiden der Inhaber des Schlüsselcodes ist… Im direkten Feuerkampf hätte er sich als harter Brocken erwiesen, sagt uns einer der Entwickler. Aber er hat ein Handy dabei, das Aiden hackt. Sobald er diesen Code hat, ist der Rest ein Kinderspiel. Wir hacken uns von Kamera zu Kamera, bis der Server in Sicht ist. Und dann auch noch den. Ohne lästiges Minispiel. Ohne Ablenkung. Einfach auf Knopfdruck. Et voila, Aiden Pearce hat nun vollen Zugriff auf alle Netzwerkgeräte in diesem Stadtteil! Das erinnert ein bisschen an die Ausguck-Positionen in Assassin's Creed, denn die Mini-Map mit allen Details und Infos schaltet man erst frei, wenn man sich überall eingehackt hat.
Das spannende Missions-Design der Open-World
Quelle: Ubisoft
Watch Dogs in der Vorschau: Zwischen den Missionen düsen wir in geklauten Autos durch Chicago.
Während man sich beim Offenlegen der Mini-Map und auch den Kletterpassagen vom hauseigenen Bruder Assassin's Creed inspirieren ließ, liegt beim Missions-Design der Vergleich mit GTA nah. Auf der Mini-Map bekommen wir Zielanweisungen, müssen einen Auftraggeber suchen. Für ihn sollen wir einen Unterweltler verhören – aber nicht töten. Bloß nicht töten! Wir brauchen ja die Informationen. Also geht Aiden Pearce los. Fährt mit einem Boot an dem Zielgebiet vorbei und wirft kleine Geräuschemitter aus. Sobald eine Wache abgelenkt ist, übernimmt ein Sniper in der Ferne. Er schaltet sie unbemerkt aus. Priorität haben Feinde mit roten Signal-Linien. Sie sind direkt verbunden mit dem Hauptquartier. Wenn Aiden von ihnen erwischt wird, ist gleich die Hölle lose. Doch er schafft es und schlüpft immer wieder durch Patrouillen hindurch. Zwischensequenz, der Boss packt aus und holt dann doch Hilfe! Den Weg, den wir hereingeschlichen sind, können wir auf dem Rückweg vergessen. Die Aufgabe: Entweder alle herbeieilenden Feinde töten, oder einfach nur aus dem Gebiet abhauen… Das könnte so auch direkt aus Sleeping Dogs oder GTA stammen und ist megaspannend. Vor allen auch, weil man die Mission noch auf mindestens zwei weitere Arten und von mehreren Seiten hätte lösen können. Töten muss man theoretisch niemanden.
