Lest in unserem Review warum der Titel weder technisch noch spielerisch überzeugen kann.
Es scheint wohl so, dass wirklich keine Sportart, und sei sie noch so unbedeutend, vor der großen Entwicklerhorde sicher ist. Natürlich kann man jetzt darüber streiten, ob Dart überhaupt eine Sportart darstellt oder dass selbige in manchen Regionen weit mehr als nur eine Randerscheinung ist, aber grundsätzlich bleibt trotzdem die Hauptfrage: braucht man dazu denn unbedingt eine Videospielumsetzung? Oxygen Interactive war wohl der Meinung, auch wenn ihnen - und dazu braucht man wohl kein Prophet zu sein - die Verkaufszahlen sicher das Gegenteil aufzeigen werden. Sei es, wie es sei - so bekomme ich wenigstens die Möglichkeit einen etwas anderen Titel zu testen und mal selbst ein paar virtuelle Pfeile auf die digitalisierte Scheibe zu werfen.
Steuerung mit dem Glücksfaktor
PDC World Championship Darts 2008
Die Bedienung der Protagonisten oder eigentlich nur die Steuerung des Wurfes selbst erfolgt komplett über die Analogsticks. Wäre ja grundsätzlich nicht die schlechteste Idee, nur leider wurde diese so sensibel implementiert, dass praktisch jeder Wurf zum Glückspiel verkommt. Und dies ändert sich auch nicht nach dem hundertsten Versuch. Anders ausgedrückt: selbst die intensivste Übung macht hier keinen Meister. Frust und baldiges Entfernen der DVD aus dem Konsolenschacht ist dabei dann nur die logische Konsequenz. Außerdem stellt sich einem sofort die Frage: wie bitte haben das die Entwickler getestet? Erschwerend kommt noch hinzu, dass man kein Tutorial zur Verfügung hat, man sich die Eigenschaften - mehr oder weniger - nur über ein schwach gestaltetes Training oder den wirklichen Wettkampf beibringen kann bzw. muss. War nicht gerade von Frust die Rede? Dieser stellt sich nämlich spätestens dann ganz extrem ein, wenn man das erste Turnier gegen die CPU-gesteuerte Dart-Elite aufnimmt. Während unsereins ständig mit den Unzulänglichkeiten der Steuerung zu kämpfen hat - und somit Fehlwürfe am laufenden Band produziert -, liefern die Gegner eine Weltklasseleistung nach der anderen ab. Triple, Double, Bull's Eye und wir stehen mit offenen Mündern und stetig steigendem Blutdruck daneben, ohne auch nur den Hauch einer Chance. Grundsätzlich wäre dies jetzt ja noch kein Problem, man könnte darin auch eine gewisse Herausforderung sehen. Wenn uns nicht der rechte bzw. linke Analogstick einen Wurf nach dem anderen "verhageln" würde. Und warum? Einfach nur, weil selbiger im letzten Moment viel zu sensibel reagiert und die Wurfrichtung dann meist nicht mehr mit dem anfangs eingestellten übereinstimmt, ganz geschweige davon, dass man ständig mit der Stärkebestimmung arg zu kämpfen hat.
Als wie wenn dies aber alles nicht schon genügen würde, krankt das Gameplay grundsätzlich auch noch an einer gewissen Eintönigkeit. Selbst User, die etwas mehr mit der "Sportart" Dart anfangen können und gewillt sind über gewisse Steuerungsdefizite hinwegzusehen, werden mit diesem Titel nicht glücklich werden und dies aus einem ganz einfachen Grund: sich schnell einstellende Langeweile.
Originalspieler, -turniere und vieles mehr - trotzdem kein Spielspaß
PDC World Championship Darts 2008
Haben wir bisher kaum ein gutes Haar an "PDC World Championship Darts 2008" gelassen, und das auch absolut berechtigt, so kann man den Entwicklern auch ein Lob aussprechen. Lizenztechnische haben wir mit diesem Titel wohl das "FIFA" unter den Dartspielumsetzungen. Praktisch alle Originalspieler und -turniere des Weltverbandes "Professional Darts Corporation" (PDC) sind in dem Titel von Oxygen Interactive enthalten. So werdet ihr Raymond van Barneveld, Phil Taylor und James Wade ebenso als Gegner präsentiert bekommen, wie Roland Scholten oder Wayne Mardle. Alle samt die Topverdiener dieses Verbandes. Antreten könnt ihr gegen diese Stars der Szene in den diversen Originalturnieren, wie UK Open, World Championship, US Open und German Darts Championship, die durchgängig an den passenden originalen Orten und natürlich in der entsprechenden Runden- bzw. Etappengestaltung ausgetragen werden.
Lizenz ist nicht unwichtig, aber die enthaltenden Modis sind wohl noch wichtiger. Und auch hier gibt sich der Titel keine Blöße. So könnt ihr eine Karriere mit einem selbst erstellten Protagonisten starten und euch in der Geldrangliste nach oben kämpfen, einfach nur einen Schaukampf - übrigens auch gegen einen menschlichen Gegner -, ein Turnier oder diverse Partygames mit bis zu 8 Gleichgesinnten austragen.
PDC World Championship Darts 2008
Also grundsätzlich genug Auswahl, um die so gerne herangezogene Langzeitmotivation bieten zu können - wäre nicht die leidige Thematik Steuerung. Diese verhindert es einfach, dass man große Erfolge feiern kann, also man den nötigen Schub bzw. Spielspaß geliefert bekommt. Stattdessen ist man relativ schnell frustriert und die Lust, sich noch eine Minute länger mit dem Spiel auseinanderzusetzen, tendiert schon nach kurzer Zeit praktisch gegen Null. So werden die meisten, dann auch gar nicht mehr mitbekommen, dass der Titel auf einen Online-Modus komplett verzichtet hat, Spiele über das World Wide Web also schon mal grundsätzlich gar nicht angeboten werden. Wer weiß, ob das nicht eine gute Entscheidung war.
Jubelnde, hässliche Fans
PDC World Championship Darts 2008
Mittlerweile dürfte es schon klar sein, dass sich "PDC World Championship Darts 2008" in den unteren Bewertungsregionen bewegen wird - und dies ändert sich auch nicht durch die gebotene Technik. Grundsätzlich ist es ja schon so, dass die Thematik Dart nicht wirklich viel für optische Spielereien hergibt, man also sicher kein Grafikwunder erwarten braucht. Trotzdem, etwas mehr als der Titel bietet, hätte es dann schon sein dürfen. Zwar sind die Protagonisten selbst und ihre Animationen recht ansehnlich implementiert - selbst die Tattoos der diversen Stars sind vorhanden -, dafür wurde das Publikum so hässlich designt und animiert, dass man kaum Worte dafür findet. Selbiges bei den Veranstaltungsorten. Einerseits wird das ganze Geschehen wirklich schön, im besten TV-Stil des Senders "Sky Sports" auf den Bildschirm gezeichnet, andererseits sind die eigentlichen Stages selbst absolut unrealistisch und total ärmlich ausstaffiert.
Dieses Für und Wider zieht sich durch den gesamten technischen Bereich und wie nicht anders zu erwarten war, eben auch durch den Sound. Einerseits ist der englischsprachige Kommentar durch Sid Waddell sehr präzise in seinen Aussagen, andererseits wiederholt er sich einfach zu schnell. Und last but not least, bringen die Fans zwar richtig gute Stimmung in die einzelnen Austragungsorte, aber durch die teilweise richtig heftigen Tonaussetzer wird der aufgebaute Flair sofort wieder zerstören.
