Top Spin 3 im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Auch wenn der dritte Teil der Top Spin-Reihe nun deutlich simulationslastiger ist, blieb er doch erstaunlich zugänglich.

Bei den Tennisspielen gab es schon immer zwei Thronanwärter, denn während die einen versuchten eine möglichst realistische Sportsimulation auf die Beine zu stellen, suchten die anderen im schnellen und eher Arcade-like Gameplay ihr Heil. Je nach Spielertyp wurde man mit dem einen oder dem anderen Tennisspiel glücklich. Darum ist es so wichtig den Evolutionsschritt, weg vom Arcade-Game und hin zu mehr Realismus, den dieser Titel tat, zu erwähnen. Daraus resultiert ein deutlich gestiegener Anspruch an den Spieler selbst, denn in Top Spin 3 gewinnt man keinen Blumentopf mehr so nebenbei, stattdessen ist Übung und Training angesagt um erfolgreich zu sein.

Top Spin 3 Top Spin 3 Wie man es von einem modernen Tennisspiel erwarten kann, bietet uns auch Top Spin 3 eine ausführliche Offline-Karriere sowie einen ebenso ausführlichen Online-Mode, welchen wir praktischerweise mit unserem offline aufgebauten Charakter spielen können. Die Erfahrung die wir offline gesammelt haben können wir also auch online nutzen, und umgekehrt natürlich. Ebenfalls erlaubt uns das Spiel mehrere Charaktere anzulegen, beispielsweise einen weiblichen und einen männlichen, die dann aber auch getrennt die Karriereleiter hochsteigen. Zur Krönung der Karriere treten wir dann gegen die Hochkaräter des Sports an, wie Boris Becker oder Roger Federer.

Top Spin 3 Top Spin 3 Wer bereits Top Spin 2 gespielt hat, denn werden zwei Neuerungen sofort ins Auge stechen. Zum einen die von sämtlichem Ballast befreite Karriere, endlich dreht sich alles um das Tennisspiel selbst und nicht um irgendwelche Minigames, Trainergedöns oder Wohltätigkeitsspiele, und zum anderen die Steuerung, die sich stark gewandelt hat. In Top Spin 3 ist nämlich das Timing und die Position des Spielers zum Ball das A und O um erfolgreich zu sein. Zwar laden wir die Schläge immer noch damit auf, dass wir die gewünschte Schlagtaste möglichst lang gedrückt halten, was umso kräftigere Schläge nach sich zieht, allerdings wird neuerdings der Schlag exakt in dem Augenblick ausgelöst wenn wir die Taste loslassen. Ist der Ball in dem Moment noch zu weit weg, erwischen wir ihn gar nicht, oder er schafft es nicht übers Netz, schlimmstenfalls landet er sogar im Aus. Ebenso stark wirkt sich die Position unseres Sportlers zum Ball hin aus, stehen wir zu weit weg oder direkt davor, wird's nichts mit dem Parieren.

Top Spin 3 Top Spin 3 Was sich ebenfalls recht schnell im direkten Vergleich mit dem Vorgänger bemerkbar macht, ist die gesenkte Spielgeschwindigkeit. Konnte man in Top Spin 2 die Sportler noch unrealistisch schnell hin- und herbewegen, ist in Top Spin 3 damit Schluss. Stattdessen gibt es unglaublich real wirkende Beinarbeit zu sehen, die direkt einer Live-Übertragung entnommen worden sein könnte. Doch nicht nur das, scheuchen wir unseren Spieler oder Spielerin zu sehr über den Court, ermüden sie und lassen in der Leistung nach. Auch das macht sich grafisch bemerkbar, durch immer stärker schwitzende Spieler und immer nässeren T-Shirts. An dieser Stelle aber hätte PAM ruhig etwas mehr an den Variablen schrauben dürfen, denn die Ermüdung des eigenen Spielers ist kaum bemerkbar.

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Top Spin 3 Top Spin 3 So gelungen die neue Spielmechanik auch ist, sie blieb nicht ganz ohne Schattenseiten. So muss man leider die ziemlich überfrachtete Steuerung bemängeln, die eine gewisse Zeit braucht bis man sie wirklich beherrscht. Allerdings hat man selbst mit viel Übung noch Probleme mit den Risikoschlägen, die mit gezogenem rechten Trigger (Xbox 360) bzw. der R2-Taste (PS3) ausgelöst werden, da es hierbei sogar darauf ankommt wie weit wir den Trigger ziehen, was in der Eifer des Gefechts gar nicht so leicht ist. Doch das ist in den Griff zu bekommen, wirklich fehl am Platz aber sind die Funktionen auf dem rechten Analogstick, denn ausgerechnet dort löst man den Stoppball und den Lob aus, was natürlich zum Umgreifen zwingt, was in der geforderten Geschwindigkeit und mit der erhofften Präzision kaum gelingt.

Top Spin 3 Top Spin 3 Wie schon erwähnt, hat PAM die Karriere von sämtlichem Ballast befreit. Es gibt zwar außerhalb dieser noch die Tennisschule, wo wir verschiedenste Dinge erlernen und üben können, die Karriere selbst aber beschränkt sich auf das weswegen man so einen Titel kauft, auf des Tennisspiel selbst. Virtuellen Monat für Monat bekommen wir mehrere Gegner vorgesetzt die es zu besiegen gilt, damit wir in der Weltrangliste aufsteigen und uns nächstes Jahr in der nächsthöheren Liga wiederfinden. Erreichen wir das Jahresziel nicht, müssen wir das komplette virtuelle Jahr wiederholen. So arbeiten wir uns bis zu den letzten Turnieren, wo wir dann den Legenden des weißen Sports gegenüberstehen, durch. Schade dabei ist, dass es in der kompletten Karriere kein Doppel zu spielen gibt, dafür müssen wir schon online gehen.

Top Spin 3 Top Spin 3 Ist unsere Konsole mit dem Netz verbunden, genügt es unseren Sportler zu laden um damit online gehen zu können. Dabei entscheiden wir uns für ein unbewertetes Freundschaftsspiel oder ein bewertetes Spiel in der sogenannten World Tour. Sind entsprechende Profile bereits vorhanden, können wir so auch ein Doppel spielen. Was uns von Anfang an begeisterte war das lagfreie Online-Spiel, was Voraussetzung ist damit das neue, voll auf das Timing ausgelegte Gameplay auch online funktioniert. Und was soll man sagen, PAM hat ganze Arbeit geleistet und die Online-Spiele machen unglaublich viel Spaß. Hier gewinnt nicht der mit den schnellsten Fingern, sondern derjenige der auch mit dem Kopf spielt und voraus denkt. Bis zum letzten Punkt bleibt die Möglichkeit das Ruder noch herumzureißen und das Spiel für sich zu entscheiden.

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