Haarsträubend und völlig ungewohnt: Könnt ihr in der rauen Natur einer Wüste als Achtbeiner überleben?
Deadly Creatures
Die Kämpfe laufen nicht anders als in vielen anderen Action-Adventurespielen ab, bieten aber aufgrund der Thematik und Perspektive ungeahnte Spielerlebnisse. Vom einfachen Buttonsmashing kommt man schnell ab, da viele Angriffe auch mit speziellen Bewegungen der Wii-Remote und dem Nunchuck verbunden sind. Kombos und Spezialangriffe muss man sich aber erst einmal im Verlaufe des Spiels durch sammeln von Punkten freischalten. Genauso die Möglichkeit, seinen Gegenüber in Zeitlupe und besonders spektakulär mit Quick-Time-Events über den Jordan zu schicken. Vor allem große Tiere wie Schlangen oder Leguane stellen ein besonderes Hindernis dar uns sind meist nur mit List zu überwinden. Falls das Getier aber dennoch zu stark werden sollte, sorgen zahlreiche Speicherpunkte für faire Rücksetzpunkte, so dass Frustmomente eigentlich ausbleiben. Manche Szenen sind übrigens nichts für den schwachen Magen, die Gewalt wird aber auch nicht sonderlich herausgestellt, so dass die Freigabe ab 12 Jahren durchaus berechtigt ist.
Die Schwachstellen
Deadly Creatures
Aufgrund der völlig ungewohnten Perspektive und dem innovativen Gameplay macht dieser Titel unheimlich viel Spaß. Die Story ist es aber nicht, die uns vor den TV fesselt, sondern der knallharte Überlebenskampf dieser zwei Artgenossen und das gelungene Kampfsystem. Doch auch wenn die Entwickler uns stets mit neuen Spielelementen und später sogar kleineren Rätselaufgaben versorgen, so wird der Ausflug in die Wüste mit der Zeit etwas langweilig und eintönig. Der Weg ist streng linear vorgegeben und bis auf zahlreiche Abzweigungen zu Sammelobjekten (kleine und lecker schmeckende Maden) gibt es keinerlei Entscheidungsfreiheiten. Das Ziel stets vor Augen, dank hilfreicher Hinweisoption auch immer auffindbar, krabbelt man auf acht Beinen vom einem Ende zum anderen, um schlussendlich in gemeinsamer Arbeit zwischen Tarantel und Skorpion die Menschenwelt auf den Kopf zu stellen. Der Abspann scrollt nach nur wenigen Stunden dann leider über den Bildschirm.
Deadly Creatures
Technisch macht der Titel einiges her, auch wenn es die Optik des Hauptmenüs leider nicht ganz in das eigentliche Spiel geschafft hat. Die Welt in der weiten Ferne ist aber nicht gerade umwerfend, doch der nahe Lebensbereich überzeugt mit Detailverliebtheit und einige nette Partikel- wie auch Lichteffekte. Im Laufe des Abenteuers sorgt sogar die Tageszeit für ein wunderschönes Farbenspiel auf dem tristen Boden. Der Detailreichtum hat aber auch seine Kehrseite. Nicht selten muss von der Disc nachgeladen werden und das Geschehen gerät ins Stocken. Dies passiert an speziellen Nachladepunkten mit einem kurzen Ladebalken, oder willkürlich sogar inmitten eines Kampfes. Aber auch die Perspektive ist nicht immer einwandfrei. Man muss sich teilweise gut umschauen, um den Weg zu finden und ab und an gerät auch die Kamera ins Wanken. Man verliert den Überblick und muss sich erst wieder orientieren, um auch tatsächlich den richtigen Weg nehmen zu können. Somit summieren sich Mängel trüben ein wenig das Spektakel.
