A Musical Story im Test: Kurzer Roadtrip mit Rhythmus im Blut
Test
Der Titel dieses Rhythmusspiels klingt austauschbar, beschreibt aber tatsächlich perfekt, was euch in diesem Indie-Trip in die 70er Jahre erwartet - eine musikalische Geschichte!
Es gibt viele Arten von Rhythmusspielen. Die eine Sorte fokussiert sich auf Highscores, manchmal in Kombination mit Fingerverrenkungen oder gar dem rudimentären Erlernen von Instrumenten -Guitar Hero i st ein typischer Vertreter. Insbesondere in der Indie-Sparte gedeiht der musikalische Gegenentwurf dazu, The Artful Escape von vor ein paar Monaten sowie aktuell A Musical Story sind perfekte Beispiele dafür. Ihr erhaltet keine Punkte beim Spielen und die Musik besteht nicht aus allseits bekannten Hits, sondern wurde dem Spiel und seiner Geschichte auf den Leib geschneidert.
Im Fall von A Musical Story dreht sich die Handlung um den jungen Mann Gabriel, der davon lebt, Konservendosen in einer Fabrik mit Labels zu bekleben, tagein, tagaus. In der Freizeit trifft er sich mit zwei Freunden zu Jam-Sessions, wenn er nicht gerade bewusstseinserweitert in den Fernseher starrt. Eines Abends fasst das Trio den Entschluss, auf dem riesigen Pinewood-Festival aufzutreten. Gemeinsam wird der Hippie-Bus beladen und geputzt, und los geht die Reise, während der Gabriel offensichtlich im Krankenhaus landet - das ist die erste Szene, die ihr im Spiel zu sehen bekommt.
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Innerhalb von circa zwei Stunden findet ihr heraus, wie es dazu kam und was die Band auf dem Trip erlebt hat. Die Erzählung kommt dabei ganz ohne störende Worte oder Unmengen Texte aus. In klaren, farbenfrohen Bildern einerseits (die besonders auf dem OLED-Bildschirm des neuen Switch-Modells strahlen) und dem wundervollen Soundtrack wird alles dargestellt, was wichtig ist.
Die Tracks gehen ineinander über und orientieren sich am Blues-, Prog-, Funk- und Psychedelic-Sound der 70er Jahre, man denke an Woodstock und Jimi Hendrix. Ein kleines bisschen Herz für diese Art Musik sollte man haben, um das Gesamtpaket von A Musical Story in vollen Zügen genießen zu können, Tracks zum Mitsingen oder poppige Ohrwürmer mit dumpfen Stampf-Rhythmen gibt es hier nicht.
Quelle: PC Games
Diese schrägen Vögel sind das Maskottchen auf den Labels der Konserven, die Protagonist Gabriel jeden Tag beklebt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Im Quintenzirkel
Die Darstellung der Melodien in den Gameplay-Abschnitten ist zunächst ungewöhnlich. Auf einem Kreis angeordnet befinden sich runde Symbole, gegen den Uhrzeigersinn müsst ihr die entsprechenden Eingaben im Takt tätigen. Ihr benötigt nur die beiden Schultertasten. Je nach Farbe der Kreise tippt ihr die eine oder andere an, manchmal müsst ihr den Ton auch halten.
Während der Track auf dem Zirkel läuft, gibt es keine Anzeige, wo ihr gerade seid, das müsst ihr selbst heraushören. Bevor ihr Hand anlegen dürft, wird einmal vorgespielt, wie das Ergebnis klingen soll. Ein gutes Rhythmusgefühl und das Talent, sich in die Musik zu vertiefen, hilft dabei enorm. Alternativ habt ihr die Möglichkeit, eine Assistenzfunktion zu aktivieren, die grafisch darstellt, wo ihr euch gerade befindet.
