A Short Hike im Test: Fantastisch, entspannend und voller Herz - jetzt auch für PS4!

Test Lukas Schmid
A Short Hike im Test: Fantastisch, entspannend und voller Herz - jetzt auch für PS4!
Quelle: Adamgryu/Whippoorwill Ltd.

Ein Spiel wie ein entspannender Kurzurlaub: Mit A Short Hike landet einer der charmantesten Indie-Titel der vergangenen Zeit nach PC und Nintendo Switch auch auf der PS4 und lädt zum Verweilen ein. Unser Test!

Lust auf einen Kurzurlaub, wegen Corona könnt ihr aber (schon wieder) nicht aus dem Haus? Es gibt Abhilfe, die kostet nur eine Handvoll Euro und flattert nach PC und Nintendo Switch jetzt auch auf eure PS4: In A Short Hike geht es in Gestalt der Vogeldame Claire ab auf eine kleine, idyllische Insel. Unsere Aufgabe dort? Nichts!

Nun gut, genau betrachtet geht es darum, auf die Spitze des eisigen Berges zu gelangen, der in der Mitte der Insel thront. Was im grandiosen Hüpfspiel Celeste, welches einer ähnlichen Prämisse folgt, aber eine gewaltige Herausforderung voller Bildschirmtode ist, ist in A Short Hikeüüberhaupt nicht der Rede wert: Wer will, hat diese Aufgabe nach wenigen Minuten erledigt.

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Überall auf der Insel verteilt finden sich goldene Federn, die, einmal eingesammelt, unsere Quasi-Ausdauerleiste erweitern. Dank der können wir an allen Felswänden emporklettern und beim fröhlichen Segeln durch die Lüfte mit den Flügeln schlagen, um höher zu gelangen. Und nur sieben mickrige Exemplare braucht es, um den Gipfel zu erklimmen.

Allerdings, in A Short Hike ist nicht nur der Weg das Ziel, das Ziel ist vielmehr völlig egal. Ganz klar von The Legend of Zelda: Breath of the Wild inspiriert und auf die Essenz der Spielerfahrung reduziert, geht es hier darum, die Welt zu erkunden, immer wieder neue Dinge zu entdecken und einfach Spaß zu haben. Wo Breath of the Wild aber auf schnelle Reaktionen in Kämpfen und generell ein gewisses spielerisches Talent setzt, geht es in A Short Hike um Entspannung pur.

Federn lassen

Je höher wir am Berg emporklettern, desto kälter wird es. Ohne Wärmequelle kommen wir hier wegen gefrorener Federn nicht weit. Quelle: PC Games Je höher wir am Berg emporklettern, desto kälter wird es. Ohne Wärmequelle kommen wir hier wegen gefrorener Federn nicht weit. Viele Federn liegen einfach rum, für andere muss man kleine Suchquests erledigen, eine Handvoll wollen, dass wir ein kurzes Rennen gewinnen oder beim Volleyball mit Stöcken einen Highscore knacken. Alles ist so einfach aufgezogen, dass man niemals auch nur ansatzweise ins Schwitzen kommt.

Nach und nach lernt man die kompakte, aber mit interessanten Orten und Objekten vollgestopfte Spielwelt immer besser kennen, trifft zahlreiche tierische NPCs mit sympathischem Charakter und sehr witzig geschriebenen Dialogen (nur in Textform), die stark an die Bewohner aus Animal Crossing erinnern, und sammelt fröhlich Federn vor sich hin.

Wozu das alles? Nun, genau das ist der Witz - einfach so! A Short Hike will nichts von einem, außer, dass man seine Zeit mit dem Spiel genießt. Das "Spielziel" lange erledigt, will man einfach immer weitere Winkel der Insel kennenlernen. Es gibt keine Map, keinen Questlog, der einen unterbewusst unter Stress setzt, keine verborgene Meta-Ebene oder eine mühsam verpackte Message - A Short Hike ist, was es ist, und es ist toll!

Kleine Welt voller Abenteuer

An allen Ecken und Enden stolpert man auf der Insel über NPCs und Beschäftigungsmöglichkeiten. Hier etwa jagen wir als Duo nach einem Stockball-Highscore. Quelle: PC Games An allen Ecken und Enden stolpert man auf der Insel über NPCs und Beschäftigungsmöglichkeiten. Hier etwa jagen wir als Duo nach einem Stockball-Highscore. Neben den Federn gibt es auch noch einige andere Dinge auf der Insel zu entdecken. So können wir Claire etwa mit schicken Hüten eindecken, gekauft mit Münzen, die wir auch über die Welt verstreut finden. Dieses "Wirtschaftssystem" ist aber an Simplizität kaum zu überbieten und man hat niemals zu wenig Geld, um sich die Objekte der Begierde zu beschaffen.

Die Klamotten landen gemeinsam mit vielen anderen Items auf der Insel, die wir nach und nach finden: Mit dem Eimer sammeln wir Wasser und gießen Pflanzen, die daraufhin wachsen und uns bei Kontakt in die Höhe befördern, mit der Schaufel graben wir Schätze aus, die Axt dient dazu, versperrte Höhleneingänge zu öffnen, der Kompass verrät uns, wo Norden ist und so weiter und so fort.

Wer die Augen offen hält, stößt vielleicht auch auf ein Boot, mit dem er das Meer vor der Insel unsicher machen kann, ergattert eine Angelroute, dank der wir die Tümpel und anderen Gewässer des Eilands befischen können, oder entdeckt gar einen besonderen Gegenstand, der einen extra effektiv durch die Lüfte segeln lässt. Man sieht schon: Es gibt viel zu entdecken in A Short Hike.

Also, vergleichsweise. Nach ein paar Stunden hat man trotzdem so gut wie alles abgegrast und wie erwähnt, sind diejenigen, die nur auf den Abschluss der "Geschichte" schielen, im Nu durch - solche Spieler soll es ja auch geben. In Zweifelsfall ziehen wir aber eine kompakte, toll gestaltete Spielerfahrung einer längeren, dafür aber voller Füllmaterial aufgezogenen Variante auf jeden Fall vor.

Umschauen verboten

Einen Kritikpunkt muss sich das Insel-Abenteuer bei all dem Lob aber gefallen lassen, und der bezieht sich auf die kaum bewegbare Kamera. Nicht nur schwenkt diese ständig unberechenbar hin und her, dadurch, dass man sich auf der (vollkommen dreidimensional gestalteten) Insel nicht frei umsehen kann, entwickelt man auch niemals so ein Gefühl für den Ort wie etwa in Breath of the Wild.

Nichtsdestoweniger: A Short Hike ist eine wirklich famose, kleine Indie-Perle und sollte bei jedem Spieler mit entsprechender Hardware eine Heimat finden.

Meinung

Wertung zu A Short Hike (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu A Short Hike (PS4)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu A Short Hike (NSW)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Entspannung purToll gestaltete SpielweltWunderbar unprätentiösCharmanter StilWitzig geschriebene DialogeAbwechslungsreiche Aufgaben
Sehr kurzKeine frei drehbare Kamera
Fazit

Ein wunderbarer Kurztrip, den sich niemand entgehen lassen sollte

Bildergalerie

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