APB Reloaded im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Shooter mit Abomodell? Ganze 50 Stunden hat man Zeit herauszufinden, dass APB keinen weiteren Euro mehr wert ist.

APB Reloaded Quelle: Kickstarter.com APB Reloaded Unterteilt ist San Paro in drei Bezirke, von denen zwei actionbasiert sind. Im Finanzdistrikt und im Hafen liefern sich in den meisten Fällen bis zu 80 Spieler Gefechte miteinander, im Social District hingegen sind Waffen verboten. Hier können Spieler einkaufen, dem fröhlichen Charakter Customizen fröhnen und sich auch für spaßige Gruppenmatches bewerben bzw. Freunde finden. Dieses Angebot sollte man im besten Falle auch nutzen, denn jede Spielminute in den beiden Actiondistrikten kostet bares Geld! 50 Stunden Spielzeit liefert die Verkaufsfassung frei Haus, danach muss der Spieler in weitere Spielstunden investieren. Auch unterscheidet das Spiel zwischen zwei unterschiedlichen Währungen. Während Ingame-Dollar im Spiel verdient werden, können findige Spieler auch echtes Geld investieren, um schneller voran zu kommen oder noch ein wenig cooler auszusehen. Ob das viele Geld, das dabei theoretisch fällig wird, wirklich gut investiert ist, wagen wir zumindest derzeit noch zu bezweifeln...

Interfraktionelles Team-Gameplay?

APB Reloaded APB Reloaded In den Action-Distrikten hingegen geht es teambasierter zu. Direkt beim Eintritt bietet das Spiel einem an, automatisiert eine Gruppe zu suchen, man kann sich aber auch manuell nach Kollegen umsehen. Ist man beigetreten, muss man warten bis der Gruppenleiter einen Auftrag annimmt und diesen dann zusammen mit den Kollegen ausführen. In der Durchführung aber ähneln sich fast alle Missionen sehr. Meist muss man in der ersten Phase etwas einnehmen oder halten, dann Verbrecher verfolgen oder Gegenstände abgeben. Alle Missionen sind in bis zu fünf Phasen unterteilt, wirkliche Abwechslung gibt es eigentlich nicht. Wer Glück hat, bekommt fähige Gegner geboten, häufig aber läuft es aufs Gegenteil hinaus. Eine richtige Balance hat APB nicht, da werden Spieler mit Level 3 gerne auch mit Gegner, die 20 Stufen über einem sind, zusammengeworfen und sterben dann aufgrund der Waffenüberlegenheit meist schnell.

APB Reloaded APB Reloaded Dafür gibt es dann wenigstens ein halbwegs kluges Spawnsystem, dass einen meist nur wenige Meter abseits des Zieles wieder rauswirft, lange Wege während der Missionen werden dadurch vermieden. Ärgerlich: Meist spielt eine Gruppe gegen eine andere, und erst während diesen Missionen sind Waffengefechte "erlaubt". Ist man nicht in einer Mission, sind andere Spieler allesamt neutral, egal ob Verbrecher oder Cop. Unschön: Wenn Missionen abrupt enden, switchen auch die Gegner sofort um vom Feind auf neutraler Mitspieler. Mitten im Gefecht ist das mehr als störend. Der Gesamteindruck des Teamplays ist eh durchwachsen. Wer keine gute Gruppe findet oder direkt mit Freunden in San Paro unterwegs ist, der wird keine große Freude daran finden. Und selbst mit einer Gruppe fesselt das Gameplay nur bedingt. Dadurch, dass man immer dasselbe macht (F drücken!), stumpft man schnell ab und verliert die Lust.

Technisches Debakel

APB Reloaded APB Reloaded Wenn das Spiel inhaltlich schon bröckelt, dann sollte man von einer AAA-Produktion eigentlich wenigstens tolle Technik erwarten. Geboten bekommt man aber auch Highend-Maschinen nur gerade so mittelmäßige Optik und vor allem eine grottige Steuerung. Wir haben APB aber nicht nur auf einem HE-Rechner getestet, auf dem Mittelklassemodell fängt das Spiel doch arg das Ruckeln an, braucht ganze Ewigkeiten zum Laden und schafft es schlussendlich nicht mal, Grafiken und Textur schnell genug zu puffern und streamen. Blöd zum Beispiel, wenn man mit drei weiteren Teamkollegen im Auto sitzt, auf sein Missionsziel zurast, und unvermittelt in eine Mauer kracht die leider erst einige Sekunden nach dem Aufprall aufpopt. Texturen und Animationen sind gemeinhin schwammig, wenn auch Teile der Stadt, vor allem im Finanzdistrikt, durch ihr buntes, lebendiges Aussehen poppig wirken. Die eingesetzte Zivilbevölkerung ist übrigens strunzdoof: weder interagiert man mit NPCs (außer man will sie überfahren), noch kann man sie anderweitig nutzen. Sie dinen lediglich als unerschöpfliche Autoquelle, denn wie in GTA kann man ihnen ihren fahrbaren Untersatz klauen oder ihn polizeilich beschlagnahmen. Lustiges Detail: Selbst in Polizeiautos und Geldtransportern sitzen Zivilisten...

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