Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche im abgedrehten Test

Test Alexander Winkel
Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (4)
Quelle: Vicious Cycle

Derart beliebt wie in den USA sind Finn und Jake in Deutschland bei weitem nicht. Daher auch kaum verwunderlich, dass bisherige Titel der Zeichentrick-Serie eher weniger die Händlerregale geziert haben. Mit dem neuesten Ableger dürfen Fans nun aber endlich in die kunterbunte Welt abtauchen und zusammen mit Finn und seinem treuen Begleiter Jake einige kuriose Fälle lösen. Ein Spiel, dass vor allem die Kids in der Familie erfreuen wird.

In "Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche" übernehmt ihr die Rolle von Finn, einem neugierigen, humorvollen und ideenreichen zwölfjährigen Rabauken. Zusammen mit seinem besten Freund Jake den Hund, der wie ein Adoptivbruder für Finn ist, zieht man in die große weite Welt hinaus und erlebt einige große Abenteuer. Anstatt handfester Scharmützel treten die beiden aber fast gar in die Fußstapfen eines Sherlock Holmes und untersuchen und lösen in den gut 10-15 Stunden Spielzeit fünf außergewöhnliche Fälle. Immerhin keine fremde Erfahrung, ist Finn doch unter professionelle Detektiven als Eltern aufgewachsen.

Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (1) Quelle: Vicious Cycle Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (1) Die Fälle sind äußerst skurril und anfänglich meist auch ein wenig verwirrend. Musik, die in den Köpfen aller Bewohner lärmt und dabei jeden zum tanzen bringt, schwere Vorwürfe gegen den allseits beliebten Pfefferminz Butler, eine zerstörte LP – langweilig wird es den beiden sicherlich nicht und die Trips in die verschiedenen Welten aus der Zeichentrickserie sorgen vor allem bei Fans für viel Abwechslung. Die Entwickler haben sich durchaus Mühe gegeben, die Königreiche aus Süßigkeiten, Eis und Feuer getreu nachzuempfinden. Zudem trifft man auf zahlreiche Bekannte wie Pfefferminz Butler, der Beulenwelt Prinzessin, selbstsüchtige Magic Man, cholerische Graf Zitronengras, dem oft depressiven Eiskönig und vielen, vielen mehr. Dank der (englischen) Originalstimmen verzaubern diese teils doch verrückten Figuren mit ihrem ganz eigenen Charme. Leider auch einer der Kritikpunkte. Denn die Sprachausgabe ist nur in Englisch vorhanden und die Kids sollten bereits recht gut und flott Deutsch lesen können, um die Geschichte und vor allem die Rätsel zu verstehen. Der eine oder andere Tippfehler in der deutschen Übersetzung wirft zudem kein gutes Licht auf die Lokalisation.

Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (2) Quelle: Vicious Cycle Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (2) Um den Übeltätern Einhalt zu gebieten und geplagten Bewohnern zu helfen muss man in bester Point'n'Click-Manier einerseits seine Umgebung im Auge behalten und neugierig alles erkunden, anfassen und ausprobieren, andererseits müssen aber auch zahlreiche Gespräche geführt werden, um in Erfahrung zu bringen, was überhaupt geschehen ist. Nur so kann der Tatort auch richtig interpretiert und erfasst werden. Eine besondere Rolle spielt dabei der Hund Jake, der sich mal groß machen kann, die Arme auch als Verlängerung nutzt und so für Finn unerreichbare Objekte schnappen kann. Der Titel richtet sich stark an eine jüngere Zielgruppe. Dies merkt man einerseits an den zahlreiche Gags, die vor allem Liebhaber von Finn und Jake schmunzeln lassen, andererseits aber auch an der Komplexität der Aufgaben. Prinzipiell genügt es alle Gegenstände aufzusammeln, diese eventuell im Inventar zu kombinieren und die passenden Objekte dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen oder mit anderen Charakteren zu tauschen. Oft befinden sich wichtige Dinge noch vor Aufgabenstellung bereits im Rucksack. Die finale Auflösung der Rätsel übernimmt dann das Spiel wieder und führt somit den Spieler an der Hand durch das Abenteuer.

Dennoch wird es vor allem für etwas ältere Spieler ab und an nicht unbedingt knifflig aber recht konfus, denn bisweilen ist abstruses Querdenken gefragt. Wer käme denn auch auf die Idee, für die Fertigstellung eines Kuchens einen lebendigen Windbeutel mit einer Feder zu kitzeln und die Rotze, welche dieser beim Niesen auf dem Boden verteilt, für die Glasur herzunehmen? Immerhin liefern Finn und Jake mit abfälligen oder zustimmenden Kommentaren oft Hinweise, ob man auf dem richten Weg zur Lösung des Problems ist. Bei manch anderen Dingen wiederum fragt man sich, ob man die Kinder wirklich auf solch wahnwitzige Ideen bringen soll. Mit einer verbrauchten Unterhose eine Steinschleuder zu bauen ist nicht gerade die appetitliche Art, um kindliche Fantasien auszuleben. Aufgrund der witzigen Art der Charaktere wird aber auch eine solche Szene gelungen interpretiert, da sich die beiden ebenfalls davor ekeln. Zudem offenbart der Titel auch die eine oder andere Lektion zum Beispiel über menschliche Emotionen.

Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (3) Quelle: Vicious Cycle Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (3) Auch wenn das Eiskönigkreich, das Feuerkönigreich und Candy-Kingdom zauberhaft dargestellt wurden und recht nahe dem Zeichentrick-Original sind, kann die Optik dennoch nur als eher zweckmäßig bezeichnet werden. Bereits die Textboxen fallen wie auch die Menüs viel zu schlicht aus. Die Handhabe ist trotz spielerischer Tutorials nicht sonderlich einleuchtend und muss eher durch probieren und studieren erlernt werden. Interaktionen mit der Umgebung sind etwas schwerfällig, da Finn sich gerne etwas abseits hinstellt und somit die Interaktions-Tasten nicht immer korrekt eingeblendet werden. Ähnlich unausgegoren wirken auch die Action-Einlagen. Immer wieder stellen sich Schergen dem Detektiv-Duo entgegen und die beiden Greifen in solchen Situationen dann auch mal zu Schwert und Faust, um den Feinden Einhalt zu bieten. Die Kämpfe mit nur einer Taste und ein paar Spezialmanöver mit Jake fallen aber sehr stupide und eher weniger abwechslungsreich aus.

Meinung

Wertung zu Adventure Time: Finn und Jake auf Spurensuche (XBO)

Wertung:

6.9 /10
Pro & Contra
Die Serie ganz gut eingefangen dank der Optik und den Originalsprechern.Man trifft zahlreiche Bekannte aus der Serie und wandelt in den typischen Umgebungen.Ordentlicher Spielumfang mit 10-15 Stunden Spielspaß.
Sprachausgabe nur in Englisch.Technik ist zweckmäßig, aber nicht sonderlich aufregend.Die Steuerung ist nicht eingängig genug. Finn stellt sich auch gerne mal etwas doof hin.
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