Age of Wonders: Planetfall im Test - Rundenbasierte Strategie trifft auf XCOM-Taktik - jetzt mit Video
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Age of Wonders macht auf Sci-Fi! Der neueste Teil der beliebten Strategieserie von Triumph Studios lässt das Fantasy-Setting hinter sich und konzentriert sich diesmal auf intergalaktische Reisen. Werden wir es schaffen, unsere Zivilisationen auf den verschiedenen Planeten in ein goldenes Zeitalter zu führen? Und viel wichtiger: haben wir dabei auch Spaß?
Die Star Union ist Geschichte. Aus ihrem Zerfall gingen verschiedene Gruppierungen hervor, die nun das Universum für sich beanspruchen wollen. Kommandieren wir die Armeen des Syndikats, einem Zusammenschluss der Adeligen, die durch das Imperium ihren Besitz verloren hat?
Oder kämpfen wir vielleicht für die Vorhut, das Überbleibsel der Expeditionstruppen der Union? Age of Wonders: Planetfall (jetzt kaufen / 26,99 € ) bedient sich wie die Vorgänger einer Mischung aus Aufbaustrategie à la Civilization und dem Kampfsystem von Xcom 2 und verfrachtet das Spiel in ein Sci-Fi-Universum. Doch bevor wir mit den anderen Völkern um die Vorherrschaft auf den verschiedenen Planeten konkurrieren, sehen wir uns erstmal die Kampagne an.
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Gestatten: Jack Gelder, Kommandant der Vorhut
Quelle: PC Games
Zu Beginn der Kampagne verfolgen wir die Geschichte der Vorhut unter Jack Gelder.
Nach einem 200 Jahre langen Kryoschlaf erwachen wir, nur um unser ehemals blühendes Imperium in Schutt und Asche zu sehen. Auf dem Planeten Leave-6 herrscht völliges Chaos. Die Truppen der Vorhut haben sich in kleine Fraktionen aufgeteilt und führen sowohl untereinander, als auch gegen das Heer des Syndikats Krieg. Unsere Aufgabe ist es nun, entweder unsere diplomatischen Fähigkeiten zu nutzen, um für Frieden zu sorgen, oder den Planeten einfach mit militärischer Stärke zu unterwerfen. All dies, um dem ehemaligen Königreich wieder zu altem Glanz zu verhelfen.
Hier und da beißen sich Gameplay und Story jedoch. Die Paragon sind eine neutrale Fraktion, ähnlich der Stadtstaaten in der Civilization-Reihe, die aus den Überresten der Herrscherkaste der Star Union hervorgegangen ist. Am Leben erhalten sie sich mit kybernetischen Implantaten und warten auf die Wiederherstellung der alten Ordnung.
Quelle: PC Games
Insgesamt gibt es fünf neutrale NPC-Fraktionen, mit denen wir uns im Spiel verbünden können.
Als treuer Soldat des Imperiums ist es uns jedoch trotzdem möglich, ihnen den Krieg zu erklären. Das erkläre mal einer der Kaiserin. Neben den Abenteuern von Jack Gelder gibt es aber auch für die anderen Gruppierungen kleine Kampagnen, in denen wir mehr über die Geschichte der Star Union und die verschiedenen Rassen erfahren. Die Kir'Ko sind beispielsweise insektoide Lebewesen, die aufgrund ihrer psionischen Fähigkeiten vom Imperium versklavt wurden. Jetzt, da ihre Herrscher Geschichte sind, suchen sie nach einer neuen Bestimmung für ihre Spezies. Erinnert das noch jemanden an die Ood aus Doctor Who? Leider besteht die Handlung fast ausschließlich aus schlecht geschriebenen Dialogen und einer viel zu schnell voranschreitenden Geschichte. Waren wir bis eben noch Todfeinde, bringt bereits eine erledigte Aufgabe unser Gegenüber dazu, ein Bündnis mit uns einzugehen. Ob das nun an einer mangelhaften Story oder einer zu einfachen KI liegt, sei dahingestellt. Die eher absurde Handlung der Kampagne stört jedoch nicht wirklich, da in einem solchen Spiel das Gameplay die höchste Priorität einnimmt.
Eine Prise Civilization
Quelle: PC Games
Im Charaktereditor könnt ihr euren eigenen Kommandanten erstellen.
Egal, ob wir on- oder offline spielen, wählen wir vor dem Beginn jeder Partie unseren Kommandanten und dessen Fähigkeiten aus. Den Helden können wir dann noch nach Belieben gestalten und uns eine sogenannte Geheimtechnologie aussuchen. Davon gibt es insgesamt sechs Stück und mit ihnen passen wir unsere Zivilisation unserem Spielstil an. Setzen wir eher auf Diplomatie, sind die Celestianer unsere Wahl. Wollen wir unsere Feinde mit gefährlichen Viren zur Strecke bringen, bedienen wir uns der Xenoseuche. Ist alles zu unserer Zufriedenheit, geht es ab ins Spiel. Unsere Stadt spezialisieren wir erst einmal auf Produktion, Wissen, Energie oder Nahrung - je nachdem, was wir im Moment priorisieren.
Ansonsten erinnert vieles aus dem Aufbaustrategie-Gameplay sehr an die Civilization-Spiele, und diese Formel funktioniert in Planetfall ebenfalls sehr gut. Als Goldäquivalent dient uns ein Energiewert. Mit diesem finanzieren wir unsere Truppen und Gebäude und schließen Produktionen sofort ab, sollten wir mal unter Zeitdruck stehen. Für den Bau und Unterhalt stärkerer Einheiten benötigen wir eine strategische Ressource, genannt Kosmit. Um diese müssen wir mit den anderen Spielern auf der Karte konkurrieren. Zusätzlich gibt es noch das Wissen. Dieses funktioniert genau wie der Produktionswert und beeinflusst die Erforschung neuer Technologien. Brauchen wir also 1.000 Wissen für einen neuen Durchbruch und generieren 100 Wissen pro Runde, benötigen wir 10 Runden. Simpel, nicht wahr?
Quelle: PC Games
Im Städtemenü könnt ihr unter anderem die Produktion eurer Siedlung festlegen.
Ebenfalls aus anderen Spielen bekannt ist das Zufriedenheitssystem. Unsere Kolonisten können mit unserer Herrschaft entweder glücklich oder eben unzufrieden sein. Das wirkt sich durch eine erhöhte respektive verminderte Ressourcengenerierung aus. Das Wohlwollen unserer Bewohner können wir aber ganz einfach mit insgesamt drei Konstruktionen erhöhen. Insgesamt wirkt das System leider sehr nach einem Skelett, aus dem man deutlich mehr hätte machen können. Haben wir alle Grundlagen verinnerlicht, müssen wir nur noch auf ein gutes Ressourcenmanagement achten. Fans der Civilization-Reihe werden sich aber auf jeden Fall heimisch fühlen. Ebenfalls enthalten ist ein Glossar, genannt Imperiales Archiv, in dem wir jeden In-Game-Begriff nachschlagen können.
Diplomatisch zum Sieg
Quelle: PC Games
Die verschiedenen Sektoren bieten unterschiedliche Ressourcen und Besonderheiten.
In Planetfall ist es übrigens ebenso wie in Civilization 6 von Vorteil, viele große Städte zu bauen, um möglichst viele Ressourcen zu erwirtschaften. Das Gebiet der einzelnen Siedlungen wächst, anders als in der Civilization-Serie, jedoch nicht einfach so heran. Um unseren Einfluss zu erweitern, bewegen wir unsere Einheiten auf im Spiel festgelegte Stellen, an denen wir anschließend einen Sektor annektieren können. Diese Sektoren nutzen wir, um Energie, Produktion, Nahrung oder Wissen in unserer Stadt zu erhöhen, je nachdem, welche Ressourcen der jeweilige Sektor bietet. Zusätzliche Siedlungen bauen wir ebenfalls über das Sektoren-System. Das Annektieren funktioniert aber auch nicht unendlich, sondern hängt von der Anzahl an Kolonisten in der jeweiligen Stadt ab.
Sollten wir mal kein weiteres Gebiet anschließen können, bleibt uns noch die Möglichkeit, eine vorgelagerte Basis zu bauen. Damit verkünden wir unseren Anspruch auf das Territorium. Sollte ein anderer Spieler jetzt dieses Gebiet einnehmen, erhalten wir einen Casus Belli, sprich: einen Grund, gegen ihn in den Krieg zu ziehen. Denn Diplomatie ist ein wichtiger Punkt in Planetfall. Wollen wir uns mit den fünf NPC-Fraktionen verbünden, erledigen wir für sie Aufgaben und erhalten im Austausch Einheiten und Waffenmods. Haben wir genug Einfluss gesammelt, können wir diese auch einfach kaufen. Jedoch hängt unsere Beziehung zu den neutralen Gruppierungen auch von unserem diplomatischen Geschick mit den anderen spielbaren Völkern ab. Sollten wir eher kriegstreiberischer Natur sein, sinkt unser Ruf im Spiel und das Kaufen von Einheiten wird für uns teurer. Außerdem erhalten alle anderen Spieler einen Casus Belli gegen uns. Ein guter Ruf gibt uns zusätzliche Vorteile wie verringerte Unterhaltskosten unserer Soldaten und eine erhöhte Truppenmoral.
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Im Diplomatiemenü verhandeln wir mit den anderen Spielern über Rohstoffe, Territorien und Abkommen.
Wirklich viele Optionen gibt uns die Diplomatie jedoch nicht an die Hand. Wir können alle paar Runden ein Kompliment aussprechen, um unser Ansehen zu erhöhen, und das war es dann auch. Sonstige Verhandlungen beschränken sich entweder auf den Austausch von Ressourcen beziehungsweise Sektoren oder das Aushandeln von Bündnissen. Man wiederholt meist mit jeder neuen getroffenen Zivilisation den gleichen Ablauf von Kompliment - Geschenk - Bündnis. Sollte das nicht klappen, wird vermutlich keine Kooperation zustande kommen. Übrigens können sich auch zwei Spieler zusammenschließen, um gemeinsam auf einen Sieg hinzuarbeiten. Für einen Diplomatiesieg müssen wir beispielsweise lediglich die CORE-KI, sozusagen das Spiel selbst, davon überzeugen, dass wir ein guter Weltherrscher wären. Das tun wir, indem wir die Technologie des Planetarischen Einigungsprotokolls erforschen. Um dieses daraufhin zu starten, müssen wir über einen ausgezeichneten Ruf verfügen und drei Wohnstätten der NPC-Fraktionen, mit denen wir uns verbündet haben, kontrollieren. Einmal gestartet, erringen wir nach einer bestimmten Rundenanzahl, beeinflusst durch Ereignisse wie aktive Kriege, auch schon den Sieg. Natürlich können unsere Widersacher uns diesen streitig machen, indem sie beispielsweise eine der Wohnstätten einnehmen. Auf eine Armee kann man also auch als Pazifist nicht verzichten.
Wissen ist Macht
Bevor wir jedoch wirklich in den Krieg ziehen können, sollten wir uns erst einmal um starke, gut ausgerüstete Soldaten kümmern. Dafür benötigen wir die Wissenschaft. Neben der militärischen, gibt es zusätzlich die Zivilforschung. Diese ist für alle Zivilisationen fast gleich und beschränkt sich eher auf Koloniestrukturen, das Bewirtschaften der Sektoren und einige Spionageoperationen. Damit können wir unsere Widersacher sabotieren und zum Ende des Spiels sogar Kriege unter ihnen entfachen. Außerdem gibt es noch rassenspezifische Doktrinen. Dies sind permanente Verstärkungen unserer Kolonien und Armeen. Wir können zwar nur eine begrenzte Anzahl davon aktiv haben, jede lässt sich jedoch nach Belieben de- und aktivieren. Unter diesen Reiter fällt auch das Planetarische Einigungsprotokoll des Diplomatiesiegs.
Quelle: PC Games
Die Militärforschung bietet uns verschiedene Optionen der Kriegsführung.
Arbeiten wir jedoch nicht gerade auf einen gewaltlosen Triumph hin, wählen wir in der Zivilforschung meist dieselben Verbesserungen aus. Eine größere Vielfalt erlaubt uns hier das Militär. Je nachdem, welche Geheimtechnologie und welche Rasse wir gewählt haben, stehen uns verschiedene Forschungsziele zur Verfügung, mit denen wir unsere Truppen verstärken können. Die Promether setzen beispielsweise eher auf Massenvernichtungs- und Brandwaffen, Psynumbra versteht sich auf psionische Kriegsführung. Wo in Civilization jedes Volk über wenige eigenständige Technologien und Einheiten verfügt, sind die Rassen aus Planetfall um einiges weiter ausgebaut. Dafür gibt es aber auch nur sechs Stück davon. Neben neuen Soldaten und Waffenmods erwarten uns strategische Operationen, die uns im Kampf unterstützen, von einer vollständigen Heilung unserer Truppen, bis hin zum Laser, der auf unsere Feinde schießt. Im Militärzweig versteckt sich übrigens auch eine weitere Siegbedingung, nämlich der Bau einer Weltuntergangswaffe, die uns nach Abschluss innerhalb von zehn Runden den Sieg gewährt. Zu Beginn des Spiels starten wir mit einem Bataillon aus unserem ausgewählten Kommandanten und sechs weiteren Einheiten. Im Verlauf jeder Partie schließen sich uns einige weitere Helden an. Haben wir ein beachtliches Heer aufgestellt, in dem jede Truppe maximal sechs Einheiten umfasst, können die Kämpfe beginnen.
Ein Hauch Xcom
Auf der Karte bewegen wir unsere Figuren auf dem bekannten Stategie-Grid. Neben den Armeen anderer Spieler gibt es auch noch, ähnlich den Civilization-Barbaren, Marodeure. Diese besetzen oft wichtige strategische Punkte und müssen deshalb von uns beseitigt werden. In einen Kampf werden alle Einheiten miteinbezogen, die auf angrenzenden Feldern stehen. So können bis zu 42 Figuren Teil einer Schlacht sein. Neben dem manuellen Kommandieren unseres Heers, existiert übrigens auch eine automatische Variante. Hier wird das Gefecht einfach simuliert und so der Sieger ermittelt. Einen guten Indikator, wer hier gewinnen wird, bietet uns die Armeestärke. Ein Heer der Stärke 500 wird einem der Stärke 1.000 im Normalfall kaum etwas anhaben können. Sind wir also gerade nicht in der Stimmung auf Taktieren im XCOM-Stil, schlägt die KI unsere Schlachten.
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Alle angrenzenden Einheiten greifen in den Kampf mit ein.
Und das macht sie erstaunlich gut. So gut, dass es sich in wichtigen Kämpfen fast schon lohnt, den Computer ans Steuer zu lassen, sollte man sich einmal überfordert fühlen. Allerdings ist es nicht ratsam, die Scharmützel zu überspringen, denn sie machen durchaus Spaß. Zu Beginn darf immer der Verteidiger die erste Aktion ausführen. Danach kommt der Angreifer dran. Wir haben insgesamt drei Aktionspunkte zur Verfügung, die wir zwischen Fähigkeiten, Angriffen und Bewegen aufteilen müssen. Wichtig zu beachten ist jedoch: genau wie in XCOM beendet ein Angriff sofort den Zug der jeweiligen Einheit. Ebenfalls gibt es im Kampfgeschehen verschiedene taktische Optionen. Nicht nur können wir hinter Strukturen, besonders großen Einheiten und Fahrzeugen in Deckung gehen, sondern Gegner auch flankieren, betäuben, ihre Aktionspunkte verringern und vieles mehr. Zusätzlich erzielen unsere Einheiten bei hoher Moral öfter einen kritischen Schlag.
Quelle: PC Games
Im Kampf erhalten wir nützliche Informationen, darunter auch die Wahrscheinlichkeit, einen Treffer zu landen.
Sollte ein Schuss mal nicht direkt treffen, sind auch Schürfwunden möglich, die 50 Prozent des ursprünglichen Schadens austeilen. Achtung: geht ein Angriff mal komplett daneben, kann dieser auch verbündete Einheiten treffen. Mit verschiedenen Arten von Waffen, Granaten, Drohnen, fliegenden Einheiten, einer zerstörbaren Umgebung und auch dem klassischen Xcom-Overwatch-Feature werden Taktik-Fans definitiv ihren Spaß haben. Aufgrund der fähigen Combat-KI werden aber auch Taktikmuffel einen Sieg erringen können. Nach gewonnenem Kampf gibt es Erfahrungspunkte für unsere Truppen. Die normalen Einheiten erhalten dadurch nur einen Bonus auf Genauigkeit und Lebenspunkte, die verschiedenen Helden haben jedoch ein ganz eigenes Skill-System. Soll unser Schwertschwingender Dvar in Zukunft einen Panzer bedienen, kostet uns das fünf Punkte. Für einen Militärsieg gibt es übrigens gleich zwei Möglichkeiten. Entweder erlangen wir die Kontrolle über die meisten Kolonien, oder wir vernichten einfach jede andere Zivilisation.
Quelle: PC Games
Die verschiedenen Helden erhalten bei Stufenaufstieg Fähigkeitspunkte.
Mit Gamepad geht's auch
Ein Controller ist zwar weder für Civilization, noch für XCOM ideal, funktioniert jedoch besser als erwartet. Mittels schickem Kuchenmenü können wir zwischen den verschiedenen Informationsanzeigen wechseln. Aufgrund des rundenbasierten Systems haben wir auch genug Zeit, unseren Joystick auf der Karte und im Kampf zum Ziel zu bewegen. Das fühlt sich zwar nicht so gut an wie die Steuerung mit Maus und Tastatur, ist aber ausreichend. Die Playstation-4-Version zeigte im Test keine technischen Mängel und lief zu jeder Zeit ohne merkliche Ruckler. Auch sonst plagten den Titel keine langen Ladezeiten oder irgendwelche schlimmen Bugs. Dem Spielspaß steht also auch auf der Konsole nichts im Weg.
Age of Wonders: Planetfall erscheint am 6. August 2019 für den PC, die PS4 und die Xbox One.
