Oft vergeben wir den Müll Award nicht, aber dieser Simulator ist nicht mal nach dem zweiten Versuch etwas wert.
Spielbar oder nicht spielbar - das ist hier die Frage; Eine bekanntlich sehr berechtigte Frage, ging doch UIGs Agrar Simulator 2011 schon im Oktober 2010 an den Start, allerdings nur solange, bis der Rückruf kam, denn der Titel galt als unspielbar. Eine frische Auflage des simulierten Bauernhofbetriebes soll virtuelle ambitionierte Landwirte nun gnädiger stimmen und vor allem den Spaß beim Bauer-Dasein vermitteln. Grund genug also, dass auch wir nun endlich mit dem Trecker über die Felder pflügen.
Sinnlos
Agrar Simulator 2011
Simulierte Abläufe, frei erfunden oder aus dem wahren Leben gegriffen, offerieren in den meisten Spielen zu Beginn eine klitzekleine Hilfe und bereiten den Spieler auf potentielle Aufgaben vor. Meistens als Tutorial bezeichnet, lassen sich in diesen mehr oder weniger langen Abschnitten Hinweise ausfindig machen, welche Schritte zum Erfolg führen. Nicht so der Agrar Simulator 2011, der euch zwar mit strahlendem Sonnenschein mitten in der Pampa empfängt, aber gleichzeitig fürchterlich im Regen stehen lässt. Überdies werdet ihr euch unweigerlich die Frage danach stellen, wieso Mutter Natur so blässlich und krank ausschaut.
Agrar Simulator 2011
O.k., lasst diesen Aspekt einmal beiseite und schaut euch um! Aber wie in drei Teufels Namen? Im Zweifel helfen die für PC-Games typischen WASD-Tasten weiter - oder auch die Pfeiltasten in Kombination mit der Maus (ist allerdings sehr umständlich). Zumindest seid ihr so schon einmal in der Lage euch gezielt umsehen zu können und erspäht auf diese Weise ein nettes Farmhäuschen, dazu eine große Scheune, deren Tore sich, sobald ihr darauf zugeht, bereitwillig, beinahe magisch, öffnen. Allerdings offenbaren die Hallen gähnende Leere! Und ins Haus könnt ihr auch nicht rein bzw. nur partiell und erlebt auf diese Weise herrlich abschreckende Clipping-Fehler. Was zum Henker sollt ihr also tun? Erinnert euch, dass es darum geht das Leben auf dem Land zu simulieren, ihr als Bauer erfolgreich sein sollt, von wegen Ackerbau, Viehzucht, usw..
Sinnloser
Agrar Simulator 2011
Sich in Erinnerung rufen, was konkret das Ziel des Spiels ist, hilft auch nicht weiter. Vielleicht einfach mal das Ausprobieren verschiedener Tasten - und tatsächlich, die ESC-Taste serviert ein Menü, in dem zahlreiche Symbole auftauchen, die ihr der Reihe nach anklicken könnt. Erneutes Probieren bringt euch irgendwie dazu, dass ihr verschiedene Traktoren, Gerätschaften und dergleichen mehr erwerben könnt - und dabei schöpft ihr aus einem scheinbar unendlichen Vermögen, denn ihr könnt kaufen, kaufen, kaufen, kaufen ... Solange eben, bis kein Platz mehr in der Scheune ist.
Gerätschaften allein machen aber noch keinen guten Bauern - also braucht es Saatgut und dergleichen mehr. Besorgt euch das auch noch und dann geht es ab aufs Feld. Pflügen, eggen, sähen, düngen und all die Dinge, die ein Landwirt eben so macht. Und weil das Geschehen so wahnsinnig spannend inszeniert und an Monotonie nicht mehr zu überbieten ist, bekommt ihr virtuell die Bestätigung, warum ihr euren Beruf erwählt habt und nicht Landwirt geworden seid.
