Die Geschichte von Alone in the Dark: Von gruselig schön bis ganz schön gruselig!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Die Geschichte von Alone in the Dark: Von gruselig schön bis ganz schön gruselig!
Quelle: THQ Nordic

Ein Genre-Pionier und Technik-Vorreiter im Schatten von Resident Evil: Wieso Alone in the Dark zwar in den Anfängen begeisterte, aber später nie mehr die ganz großen Akzente setzen konnte.

Das 1993 zunächst als Floppy- und 1994 als CD-ROM-Version veröffentlichte Alone in the Dark 2 behielt sowohl die Technik als auch die grundsätzliche Gameplay-Formel des Vorgängers bei, driftete aber zunehmend weg vom Survival Horror. Kämpfe - sowohl mit Feuer- als auch mit Hiebwaffen - spielten hier eine deutlich wichtigere Rolle.

Wie bereits angesprochen, sollte Carnby Grace Saunders finden, die vom Ganoven One-Eyed Jack entführt worden war. Wie sich beim Erforschen der Hell's Kitchen getauften Villa herausstellte, waren One-Eyed Jack und seine Schurken eigentlich uralte Piraten. Jetzt galt es herauszufinden, wieso sie unsterblich waren und was sie eigentlich mit Grace vorhatten.

Beim zweiten Teil war nicht mehr Frédérick Raynal, sondern Bruno Bonnell federführend. Raynal gründete 1993 Adeline Software, das Titel wie Little Big Adventure (1994) und auch Time Commando (1996) hervorbrachte. Seine Handschrift fehlte Alone in the Dark 2. Es war immer noch ein gutes Spiel, wirkte aber weit weniger ambitioniert als der erste Teil.

Mit dem dritten Teil entfernte man sich endgültig vom Grusel und setzte vermehrt auf schräge Ideen. In dem 1995 erschienenen Actionspiel ging es an ein Filmset in der Geisterstadt Slaughter Gulch mitten in der Mojave-Wüste. Erneut heuerte die Saunders-Familie "Supernatural Private Eye" Edward Carnby an.

Neben der Crew war hier nämlich auch Emily Hartwood verschwunden. Auch bei diesem Teil arbeitete das Team um Bruno Bonnell vor allem an Aspekten wie der Steuerung oder auch der Inszenierung. Alone in the Dark 3 war der erste Teil der Serie, der ausschließlich auf CD-ROM und nicht mehr auf Diskette erschien.

Das änderte aber nichts daran, dass die Serie zu diesem Zeitpunkt bereits stagnierte und außer schrägen Ideen wie der Verwandlung von Edward Carnby in einen Puma zu wenig Innovationen zu bieten hatte.

The New Nightmare: okay, aber kein neues Resident Evil

Nach der frühen Trilogie wurde es zunächst ruhig um Alone in the Dark. Titel wie die bereits genannten Resident Evil und Silent Hill übernahmen das Ruder. Das später von Darkworks in Zusammenarbeit mit Infogrames entwickelte Alone in the Dark: The New Nightmare (2001) orientierte sich stark an diesen Erfolgsspielen und verließ deutlich die eigenwilligen Pfade seiner Vorgänger.

Edward Carnby in Alone in the Dark: The New Nightmare Quelle: Mobygames Das Spiel führte uns auf das mysteriöse Shadow Island, wo Edward Carnbys bester Freund Charles Fiske tot am Ufer aufgefunden wurde. Auch in The New Nightmare gab zwei Charaktere - diesmal aber mit grundsätzlich unterschiedlichen Spielmechaniken.

Kontrollierten wir Edward Carnby, war The New Nightmare eher ein Action-Adventure. Übernahmen wir dagegen Aline Cedrac, lösten wir deutlich mehr Rätsel und mussten dazu die Umgebung stärker absuchen. Serientypisch erforschten wir finstere Höhlen und auch ein altes Herrenhaus.

Das Spiel machte dabei seinem Namen alle Ehre und rückte Licht und Schatten - gut umgesetzt von der modernen Grafik-Engine - in den Mittelpunkt. Mithilfe der virtuellen Taschenlampe spürten wir Objekte auf und konnten uns selbst in stockfinstere Bereiche vorwagen.

Die Funzel war somit auch ein wichtiger Bestandteil beim Lösen von Rätseln. Die Entwickler implementierten zu diesem Zweck eine erweiterte Schatten-Technologie, die selbst bei den vorberechneten 2D-Hintergründen realistische Schattenwürfe ermöglichte.

Alone in the Dark: The New Nightmare war - im Gegensatz zu seinen Vorgängern - ein Multiplattformspiel und erschien für PC, Playstation 1 und 2 sowie Sega Dreamcast. An den Erfolg von Resident Evil und Co. konnte das Action-Adventure zweifellos nicht anknüpfen. Vielmehr erhielt es solide bis gute Pressebewertungen.

Alone in the Dark: The New Nightmare Quelle: Mobygames Vor allem die gelungene Technik und die Atmosphäre wurden gelobt, während Kämpfe und Kameraführung als problematisch angesehen wurden. Trotzdem machte Alone in the Dark: The New Nightmare Hoffnung auf eine mögliche Fortsetzung der Serie. Diese sollte aber erneut etliche Jahre auf sich warten lassen.

Dafür erschien 2005 der lose an The New Nightmare angelehnte Gruselstreifen Alone in the Dark mit Christian Slater und Tara Reid in den Hauptrollen. Regie führte damals Uwe Boll. Der Streifen erhielt etliche Nominierungen für den schlechtesten Film des Jahres und brachte Boll auch eine Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechtester Regisseur ein.

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