Die Geschichte von Alone in the Dark: Von gruselig schön bis ganz schön gruselig!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Die Geschichte von Alone in the Dark: Von gruselig schön bis ganz schön gruselig!
Quelle: THQ Nordic

Ein Genre-Pionier und Technik-Vorreiter im Schatten von Resident Evil: Wieso Alone in the Dark zwar in den Anfängen begeisterte, aber später nie mehr die ganz großen Akzente setzen konnte.

Alone in the Dark: vertane Chance!

Edward Carnbys erneutes Comeback erfolgte 2008 mit Alone in the Dark. Das Spiel erschien zunächst für PC, Playstation 2, Nintendo Wii und Xbox 360 und kam später als Alone in the Dark: Inferno in einer leicht aufgebohrten Version für die Playstation 3 auf den Markt. Entwickler für die ursprüngliche "große" Version für PC, Xbox 360 und PC war das französische Studio Eden Games.

Das Team hatte sich zuvor durch die V-Rally-Serie einen guten Namen gemacht und Publisher Atari investierte im Vorfeld der Veröffentlichung viel Geld in Marketing und PR, um das neue Alone in the Dark zu hypen.

Man wollte ein modernes Survival-Horror-Erlebnis bieten und dabei unter anderem verstärkt Physik- und Zerstörungseffekte einsetzen. Darüber hinaus war es möglich, dynamisch zwischen First- und Third-Person-Modus zu wechseln.

Im Fokus des Spiels stand erneut Edward Carnby, der hier eindeutig als Ermittler für Paranormales vorgestellt wurde. Der Detektiv musste sich gleich zu Beginn einem Exorzismus unterziehen, da er von einem Dämon besessen war. Alone in the Dark spielte im Herzen New York Citys in und um den Central Park.

Edward Carnby in Alone in the Dark (2008) Quelle: Mobygames Zum Ende der Kampagne war es gar an Carnby, die finsteren Pläne Luzifers zu durchkreuzen. Alone in the Dark war auf den ersten Blick ein faszinierendes und aufwendiges Videospiel: grafisch absolut auf der Höhe der Zeit und spektakulär inszeniert. Zerstörbare Objekte wie Türen beeindruckten ebenso wie sich in Echtzeit verbreitendes Feuer oder die wilden Verfolgungsjagden mit einem gekaperten Taxi.

Das Problem: Alone in the Dark mangelte es langfristig an Tiefe und Abwechslung, und auch Steuerung und Kameraführung überzeugten nicht. Gute Ansätze wie etwa die eingestreuten Rätsel oder auch die bereits angesprochenen Physikeffekte gingen inmitten vieler Schwächen unter.

Alone in the Dark aus dem Jahr 2008 war die große Chance auf den wohlverdienten Durchbruch, entpuppte sich aber als Hochglanz-Blendwerk. Eden Games und Atari stolperten über ihre eigenen Ambitionen und konnten den erzeugten Hype nicht rechtfertigen. Das Actionspiel erhielt durchwachsene Kritiken und floppte. Die Folge: erneut eine mehrjährige Pause für die Marke Alone in the Dark.

Illumination: der vorläufige Tiefpunkt

Das letzte Spiel der Historie trug den Beinamen Illumination und erschien 2015 exklusiv für den PC. Der von Pure FPS im Auftrag von Atari entwickelte Third-Person-Shooter hatte mit der ursprünglichen Idee der Marke indes so gar nichts mehr gemein. Denn statt atmosphärischem Survival Horror gab es hier müde und zu allem Überfluss auch noch unfertige Action-Fließbandware.

Die ohnehin schon dünne Geschichte führte euch in die durch eine Überschwemmung zerstörte Stadt Lorwich in Louisiana. Seit der Katastrophe war das einst blühende Dorf verlassen, und Gerüchte über seltsame Nebel und Kreaturen, die darin herumschwirrten, machten die Runde.

Alone in the Dark:Illumination Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich Die Handlung klang auf dem Papier spannender als sie war, denn der Left-4-Dead-Klon ließ zwischen viel stumpfem Geballer kaum Raum für eine Geschichte. Einen kleinen Rückbezug zum Original lieferten zumindest die zur Verfügung stehenden Charakter:

Mit Theodore "Ted" Carnby und Celeste beziehungsweise Sara Hartwood spielten wir zumindest zwei Verwandte der ursprünglichen Hauptcharaktere. Gemeinsam mit Ingenieurin Gabriella Saunders und Priest Henry Giger fungierten Pistolero Carnby und Hexe Hartwood aber im Endeffekt lediglich als Vorlagen für Charakterklassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Waffen.

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