Alone in the Dark im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Die genialen Ideen in Sachen Inventar und Physik-Spielereien sind auf der Plastation 2 etwas magerer ausgefallen.

Alone in the Dark Alone in the Dark Was aber wirklich gruselig ist, ist die Soundkulisse des Grusel-Shooters. Und zwar nicht gruselig gut, sondern eher so gruselig schlecht, dass man am liebsten den Ton ausschalten würde. Atmosphäre erzeugt der Sound nämlich so gut wie gar keine, die immerwährend gleichen Samples sind meist total flach und nichtssagend. Wenn es dann musikalisch mal etwas lauter einhergeht und der imposante Soundtrack, eingespielt vom The Mystery of Bulgarian Voices-Orchester, triumphale Töne anschlägt, passt die Unterlegung irgendwie nicht so Recht zum Gezeigten. Wozu auch enge Gänge und Klohäuschen mit orchestraler Musik beschallen, wenn dann riesige Hallen plötzlich bis auf einige Gruselsamples wieder fast lautlos sind?

Alone in the Dark Alone in the Dark Auch die Zombies sind dabei nicht sonderlich furchterregend, bis auf ein paar unverständliche Grunzer und provisorische Schreie in klaustrophobisch engen Gängen kommt auch von ihnen nicht mehr rüber. Viel schlimmer als die mangelhafte Soundunterlegung ist aber die noch viel schlimmere Dialog-Inszenierung. Wer im Hause Eden Games am Dialoge schreiben war, muss ein wirklich tristes Leben führen: Immer wieder nervt uns in den ersten Episoden unsere Begleiterin, die ab einem bestimmten Zeitpunkt kaum noch von unserer Seite weichen will, mit Sprüchen wie "Dein Stil gefällt mir!" gefolgt von "Lass mich in Ruh!" oder "Ih, töte Sie! Mach sie platt!". Obwohl sie im späteren Verlauf recht nützlich wird, braucht sie uns, beim besten Willen nicht tausend mal sagen, dass wir doch die Zombies töten sollen und dass die total eklig sind... Hygienisch ist so ein Leben nach dem Tod ja nicht sonderlich. Wer nun aber denkt, dass es schlechte Dialoge an sich schon der Gipfel des Eisberges sind, der hat weit gefehlt. Auch die deutsche Vertonung ist, obwohl wirklich komplett eingedeutscht und an manchen Stellen wahrlich gut gelungen, qualitativ größtenteils noch schlimmer, als der Rest. Wie man solche Synchronsprecher für ein angebliches Horror-Spiel anstellen konnte, bleibt für uns ungeklärt.

Alone in the Dark Alone in the Dark Weiterer (negativer) Punkt: Die cineastische Kameraführung. Wild wechselnde Kamerasichten sind zwar zur Zeit total In und begehrt, geklappt hat es ja auch schon in einigen Games, doch wenn sich kurz nach dem Sprung über ein großes Loch plötzlich die Perspektive um 180° dreht und der Protagonist rückwärts zurück ins Loch fällt ist das nicht gerade das Gelbe vom Ei. Solche Patzer passieren jedoch ständig, entweder man fällt zurück ins Hindernis oder aber kehrt einem Zombie plötzlich den Rücken zu, der einem daraufhin den Garaus macht. Hier hätte man weiter feilen müssen, um wenigstens einen guten Action-Titel hinzulegen. Auch mit Mängeln behaftet: Die durchwachsene Steuerung. Die Idee, Schwerter und Schlagwaffen durch die realen Bewegungsabläufe mit dem rechten Stick auf den Schirm zu bringen, ist zwar schön und gut, nur leider funktioniert das nicht immer so, wie man das gerade will. Vor allem im Getümmel mit mehreren seelenlosen Fleischklöpsen passieren da einige Fehler, die schon mal das vorzeitige Ableben hervorrufen. Was auf dem Xbox-Pad super klappt, muss hingegen auf der PS2 erst mit L1 bestätigt werden, wodurch Kämpfe noch einen Tick schlechter ausfallen und man mit einem selbstgebasteltem Flammenwerfer immer besser bedient ist.

Alone in the Dark Alone in the Dark Erfreulich ist die Länge des Spieles: Mit insgesamt zehn Episoden in der PS2-Fassung, die wiederum in mehrere Szenen unterteilt sind, sticht das Spiel mit einer für derzeitige Verhältnisse fast überdurchschnittlichen Spiellänge heraus. Wieso die fast inhaltsgleichen Szenen auf Next- und Last-Gen Konsolen nicht gleich verteilt wurden, ist uns schleierhaft. Allzuviel Langzeitspaß aber auch auf Sonys Konsole nicht auf, Wiederspielwert sucht man auch vergebens, dennoch kann man damit ein gemütliches Wochenende ausfüllen, für den Fall dass man nicht davor schon keine Lust mehr hat.

Meinung

Wertung zu Alone in the Dark (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Tolle Ideensuper Inventartolle Feuer- und RaucheffekteFeuer voll nutzbarwilde Waffenkombosnicht allzu leichte aber auch nicht zu schwere RätselDVD-Spulfunktion für Neulingemit zehn Episoden überdurschnittlich langgelungener Wechsel zwischen Innenmissionen und Außenraum
Clipping- und TearingfehlerSteuerungKameraperspektiveAtmosphäre und Grusel??nervige Kolleginschreckliche Dialogenoch schrecklichere deutsche Vertonungewiges Zombie-Töten nach dem gleichen Muster: Feuer und Wuschentweder zu zurückhaltende oder zu impulsive HintergrundmusikKI auf Ferne so doof wie geschnitten Brotmatschige Texturennervige PDA SteuerungFahrphysik ist unterirdischFramerateeinbrüche
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk