Ambulance Life: A Paramedic Simulator im Test: Ein Mix aus Kammerflimmern und Kantenflimmern
Test
Nach Polizei und Feuerwehr fehlt noch der Rettungsdienst: Wir haben Ambulance Life: A Paramedic Simulator getestet.
Simulationen können rocken: Jahr für Jahr liefert beispielsweise der Landwirtschafts-Simulator ab. Und auch Titel wie Mudrunner und Snowrunner stehen hoch im Kurs bei Fans des Genres. Auf der anderen Seite gibt's aber ebenfalls immer wieder ordentliche Vollkatastrophen. Erst Ende des letzten Jahres kamen der Highway Police Simulator und der Straßenmeisterei Simulator ordentlich unter die Räder.
Vom Münchner Studio Aesir Interactive gibt's seit dem 6. Februar nun auch einen Rettungsdienst-Simulator namens Ambulance Life. Als Rennspiel-Experte von PC Games habe ich den virtuellen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, es muss schließlich auch als Sanitäter alles schnell gehen und ich weiß zumindest, wo das Gaspedal zu finden ist. In meinem Test stellt sich heraus, dass das Spiel sogar einen gesunden Mittelweg zwischen Gaming-Gurke und Bildungsauftrag schafft.
Big City Life
Eine Story gibt's nicht in Ambulance Life, vielmehr werde ich direkt ins Geschehen geworfen. Ich darf einen von acht Rettungssanitätern auswählen und entscheide noch vor den ersten Tutorial-Missionen, ob ich mich in eine Hardcore-Variante mit wenigen Hinweisen oder eine Spielwelt mit Unterstützung stürze.
Im Pausemenü lassen sich die Einstellungen aber jederzeit rückgängig machen. Ach ja, ... wie nackt die Figuren im Spiel sein dürfen, lege ich auch noch vorab fest, auf Kleidung kann ich schließlich in einer Notsituation nicht aufpassen.
Als Rettungswagenfahrer und Sanitäter ist es meine Aufgabe, im fiktiven San Pelicano Menschenleben zu retten. Der Name der Stadt und die hügeligen Straßenzüge legen den Verdacht nahe, dass ich in einer an San Francisco angelegten Metropole unterwegs bin.
Insgesamt gibt es drei Stadtgebiete, die ich nach und nach freischalte. Zunächst lässt mich das Spiel auf Downtown los, danach öffnen sich die Pforten in zwei weitere Vorstadtbezirken. Sobald die drei Areale komplett befahrbar sind, bekomme ich ein ordentliches Großstadt-Feeling inklusive Highways geboten.
Leben retten am Fließband
Nachdem ich im Tutorial gelernt habe, was bei Panikattacken und Blutungen zu tun ist, bekomme ich nun in regulären Schichten einen Fall nach dem anderen vorgesetzt. Zunächst sind diese Schichten 15 Minuten lang, doch im weiteren Verlauf schalte ich längere Dienstzeiten frei. Das sorgt dafür, dass ich mehr Erfahrungspunkte verdienen kann.
Obwohl meine Patienten mich mit den unterschiedlichsten Symptomen auf die Probe stellen, lässt sich ein Notruf in drei verschiedene Phasen einordnen: der Hin-und-Rückweg mit dem Rettungsfahrzeug, die Anamnese und Triage sowie die Behandlung im Wagen.
Die Erstversorgung vor Ort ist bereits der Schlüssel, um am Ende erfolgreich ein Menschenleben zu retten. Ambulance Life bringt das tatsächlich auch gut rüber. Obwohl das Spiel immer wieder in eine trashige Richtung abdriftet - dazu komme ich später noch ausführlicher -, kann mich die Behandlung der verletzten NPCs überzeugen. Mein Ehrgeiz wird sehr schnell geweckt, denn ich kann sogar falsche Entscheidungen treffen und das kostet schon mal ein virtuelles Leben.
