Animal Crossing: Amiibo Festival im Test - Mäßiges Partyspiel mit netten Minigames
Test
Bei Animal Crossing: Amiibo Festival handelt es sich um ein Brettspiel im Stil von Mario Party, das jedoch kaum mit dem großen Vorbild konkurrieren kann.
Seit Animal Crossing: New Leaf warten die Fans der kleinen Viecher auf einen Ableger für die Wii U. Was wir von Nintendo stattdessen bekommen haben, ist ein Brettspiel im Stile von Mario Party. Das könnte Spaß machen, denkt sich die Fangemeinde möglicherweise. Könnte es tatsächlich auch, wenn kompetitive Minispiele im Hauptspiel von Animal Crossing: Amiibo Festival eingebunden wären und die Entwickler das Gesamtpaket deutlich spannender gestaltet hätten.
Glückspilze gesucht
Quelle: Nintendo
Wer immens viel Multiplayerspaß erwartet, wird schon gleich bei der ersten Partie dieses Spiels bitter enttäuscht. Bis zu vier Spieler durchleben einen Monat zusammen, wobei jede Runde einen Tag darstellt. Und mehr als eure Amiibo-Figur auf den Sensor zu stellen, um zu würfeln, tut ihr nicht. Ihr rückt weiter, entscheidet euch vielleicht einmal für eine Richtung und landet entweder auf einem guten oder einem schlechten Feld. Erstere bringen Glückspunkte und/oder Sternis, Letztere nehmen euch diese weg. Um diese Gewinne oder Verluste zu erklären, wird jeweils eine kleine Zwischensequenz gezeigt. Das ist für Fans der Reihe ganz süß, schließlich kennt man die Charaktere und den Charme dahinter. Jedoch wird das auch für ultimative Verehrer der Tierchen schnell langweilig.
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Abwechslung sollen hierbei die verschiedenen Events bieten: Je nach Monat können Angel- oder Insektenturniere ausgetragen werden, jede Woche sind verschiedene Besucher zu Gast wie Rainer oder Smeralda. Doch wer sich einbildet, er könne seine jahrelang antrainierten Angelskills auspacken, der irrt. Der Schritt aufs Treppchen wird einmal mehr vom Glück entschieden. Wer nach dem nächsten Zug auf dem besseren Feld - grün, silber oder gold - landet, fängt je nachdem einen kleineren oder größeren Fisch. Der Beste bekommt Glückspunkte und kommt damit dem Sieg einen Schritt näher, denn wer am Ende die meisten dieser Punkte vorweisen kann, gewinnt.
Quelle: Nintendo
Nach einem absolvierten Durchgang werden die gesammelten Sternis pro 1.000 Stück in jeweils einen Glückspunkt umgewandelt. Sparen und investieren ist angesagt: Wer möglichst viel Geld scheffeln will, kann sonntags wie auch in den Hauptspielen der Animal Crossing-Serie Rüben kaufen und sie dann im Laufe der nächsten Woche verhökern. Die Preise schwanken jedoch, wie bei Aktien üblich. Je nach Feld könnt ihr einen anderen Preis für euer Gemüse bekommen, und der ist wieder einmal - man stelle sich hier ein genervtes Augenrollen vor - eine Frage des Glücks.
Minigames - Die Rettung?
Einziger Lichtblick im Dunkel sind die zumindest kurzzeitig lustigen Minispiele. Um jedoch alle freizuspielen, braucht ihr Glückstickets, welche ihr durch das Hauptspiel oder andere Minispiele ergattern könnt. Die Luftballoninsel ist von Anfang an freigeschaltet, für alle anderen müsst ihr mehrere Glücktickets hinblättern. Die acht Minispiele hingegen sind, im Gegensatz zum Hauptspiel, abwechslungsreich. Vom Animal-Crossing-Quiz über Hau den Resetti bis hin zum Zeltraten (eine Art Mastermind-Abklatsch) ist sowohl für Denker als auch für die Geschickten etwas dabei.
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Um die Minispiele spielen zu können, benötigt ihr aber Amiibo-Karten - und für ein wenig Abwechslung sind auf jeden Fall mehr als die drei enthaltenen nötig. Demnach solltet ihr euch einige separat erhältliche amiibo-Karten-Packs zulegen, die bislang in zwei Serien erschienen sind. Pro Serie gibt es 100 Karten zu sammeln und die Karten-Packs kosten im Handel jeweils rund fünf Euro (Serie 1) beziehungsweise knapp 3,50 Euro (Serie 2). Ein Karten-Pack enthält dabei vier amiibo-Karten (inklusive einer speziellen Karte).
Nette Idee, miese Umsetzung
Quelle: Nintendo
Eigentlich doch ein ganz guter Einfall, eine ganze Familie oder vier Freunde auf der heimischen Couch um das Gamepad zu versammeln. Wäre Animal Crossing: Amiibo Festival etwas spannender gestaltet, besagte Minispiele ins Hauptgame eingebaut, dieses dann ein wenig ausgeglichener und nicht nur Glückssache, hätte das was werden können. Besonders die Tatsache, dass man ohne eine passende Amiibo-Figur nicht mal ins Hauptmenü kommt, ist mehr als ärgerlich. Und auch die Sammelkarten dienen vor allem einem: Geldmacherei. Da kann auch der gewohnte Animal Crossing-Charme nicht mehr viel reißen und so entpuppt sich Amiibo Festival leider als einer von Nintendos größten Flops seit Längerem.
