Am 23. April erscheint mit Verheißung des Vulkans die erste DLC-Erweiterung für Anno 117. Wir haben sie schon knapp 5 Stunden gespielt und verraten euch, warum wir positiv überrascht sind.
Mit Anno 1800 gelang den Entwicklern nicht nur der bisher erfolgreichste Serienteil, es hat vor allem mit einer enormen Langzeitmotivation brilliert. Noch heute schauen Spieler und Spielerinnen immer wieder mal rein und feilen an ihren mehrere hundert Spielstunden übergreifenden Inselwelten oder fangen zum zigsten Mal neu an. Und das liegt vor allem an den zahlreichen, gelungenen DLC-Erweiterungen, die Anno 1800 zu einem Umfangs- und Komplexitätsmonster gemacht haben.
Logisch, dass die Entwickler auch mit Anno 117 (jetzt kaufen 50,13 € ) diesen Erfolg wiederholen möchten und das bereits gelungene Basisspiel (unser Test zu Anno 117) mit zahlreichen Erweiterungen ergänzen. Am 23. April erscheint mit Verheißung des Vulkans nun das erste Add-on und wir konnten es bereits einige Stunden lang ausprobieren. Und so viel sei bereits verraten: Wenn das ein Hinweis darauf ist, was uns da so erwartet, wird auch Anno 117 eine spannende Zukunft haben.
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Die größte Insel der Anno-Geschichte
Denn der Premieren-DLC hat uns im ersten Eindruck bereits ordentlich überrascht, nur in einem Punkt haben die Entwickler mit ihren Ankündigungen im Vorfeld hohe Erwartungen geweckt, die sie letztendlich nicht ganz einhalten können. Im Zentrum von Verheißung des Vulkans stehen nämlich die neue Kontinentalinsel Cinis und die damit verbundene Kartenvergrößerung von Latium. Das bedeutet, dass eine Latium-Karte einige kleinere Inseln zusätzlich erhält und an der Nordspitze eine gigantische Kontinentalinsel thront, samt dem Vulkan Occasus und einer neuen NPC-Händlerin.
Im Vorfeld haben die Entwickler die neue Insel als die größte der Anno-Historie angepriesen. Letztendlich ist sie das auch, aber im Grunde könnt ihr das Gleiche erwarten wie von Crown Falls in Anno 1800. Laut Entwicklern ist Cinis zwar 13 % größer und bietet damit mehr als das Doppelte an Platz im Vergleich zur bisher größten Anno-117-Insel. Doch sie ist auch von zahlreichen Flüssen und Klippen durchzogen, was sie optisch richtig schick macht, aber auch den Traum von riesigen, zusammenhängenden Bauflächen nur teilweise erfüllt.
Quelle: Ubisoft Mainz
Die neue Kontinentalinsel Cinis ist laut Entwicklern die größte in der Anno-Historie und bietet mehr als doppelt so viel Baufläche wie die bisher größte Insel im Hauptspiel.
Umfangreiche Vulkankatastrophe
Richtig gut gefällt uns aber, wie viele Freiheiten wir bei den Einstellungen haben, wann und wie wir den DLC nutzen möchten. Wer möchte, kann die Erweiterung einfach in einem bereits existierenden Spielstand aktivieren und auch konfigurieren. Zum Beispiel, ob der neue Vulkan ausbrechen soll, ob KI-Spieler Cinis besiedeln dürfen und ob die Kontinentalinsel kostenlos erschließbar ist oder wie sonst dynamische Kosten für den Kontorbau anfallen. Wer eine neue Partie startet, kann sogar auf Wunsch direkt auf der Kontinentalinsel loslegen - sinnvoll für alle, die direkt zum Start an einer möglichst großen Hauptstadt basteln möchten.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Wieso sollte man den Vulkan denn deaktivieren und was verpasst man dadurch? Tatsächlich sehr viel. Vulkanausbrüche gibt es ja schon seit dem seligen Anno 1602, doch wie umfangreich die Entwickler die Katastrophe und deren Auswirkungen in Anno 117 umsetzen, hat uns wirklich überrascht. Der Occasus durchläuft immer wieder vier Phasen, wobei der Zyklus alle acht bis fünfzehn Stunden wiederholt wird. Erst einmal erwacht er, wodurch Rauch aus dem Schlot steigt, was euch eine Warnung sein sollte, Vorbereitungen zu treffen. Hier kommt es auch schon zu kleinen Beben, die einige Gebäude beschädigen oder zerstören.
Quelle: Ubisoft Mainz
Wenn der Vulkan ausbricht, ist nichts und niemand in Latium sicher. Die komplette Provinz wird von den Steinschlägen, Erdbeben und dem vulkanischen Winter bedroht.
Mit der zweiten Phase steht der Ausbruch an und der hat's echt in sich - sowohl optisch als auch spielerisch. Dann speit der Vulkan riesige Felsbrocken, die nicht nur auf der Insel im Norden herunterregnen, sondern auf ganz Latium! Obendrein kommt es zu starken Beben, was den Bergbau in der kompletten Provinz für die Dauer dieser Phase unmöglich macht. Währenddessen ist die Sicht durch Aschepartikel im Bild etwas eingeschränkt und man kann die Lava auf Cinis ins Meer fließen sehen. Schade nur, dass dadurch die Insel nicht dynamisch an Volumen zunimmt, aber das ist jetzt Kritik auf höchstem Niveau.
Die Gesteinsbrocken, die vom Vulkan auf ganz Latium geschleudert werden, zerstören aber nicht nur Gebäude, Schiffe und Truppenverbände, ihr könnt sie auch aufsammeln. Denn mit dem Vulkan kommt auch ein neuer Rohstoff ins Spiel: Obsidian. Das ist aber zum Glück nicht der einzige Weg, um an das schwarze Gestein zu kommen. Grundsätzlich wird Obsidian auch als Nebenprodukt von jeder Grube und mit einer neuen Forschung auch durch Minen abgebaut. Das geschieht aber sehr langsam und zusätzlich ist Obsidian begrenzt. Während jedes neuen Zyklus werden die Speicher auf ganz Latium aber wieder aufgestockt. Auf der nächsten Seite gehen wir drauf ein, welcher neue Rohstoff in der Erweiterung dazu kommt, was für neue Produktionsketten es gibt und welche Vorteile der Vulkan auch bietet.
