Warum Anthem und Fallout 76 nicht sterben dürfen

Special Andreas Bertits
Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (4)
Quelle: Bioware / EA

Biowares Anthem und Bethesdas Fallout 76 sind alles andere als gut gestartet und kämpfen seit etwa einem Jahr um den Erfolg. Doch warum dürfen solche Spiele heutzutage nicht mehr sterben, wie es etwa mit den Fehlschlägen Evolve und Battleborn der Fall war?

Sowohl Bioware als auch Bethesda hatten sich vom Launch ihrer Onlinespiele Anthem und Fallout 76 mit Sicherheit deutlich mehr versprochen. Live-Service-Games, welche die Spieler eine lange Zeit binden und stetig Geld durch Ingame-Käufe in die Kasse spülen, sind für so manches Unternehmen zu einer Goldgrube geworden. Doch bei Anthem und Fallout 76 wollte das nicht so recht klappen.

Der Kampf um den Erfolg

Beide Spiele kämpfen seitdem darum, das bei Launch erhaltene, schlechte Image loszuwerden, Verbesserungen einzuführen und die Spieler doch noch zu überzeugen. Bei Anthem erfolgt daher eine komplett Überarbeitung, Fallout 76 führt mit dem Wastelanders-Update NPCs ein, welche das Spiel umkrempeln sollen. Es stellt sich die Frage, warum beide Unternehmen so hart dafür kämpfen, dass diese Spiele doch noch erfolgreich werden. Titel wie etwa Battleborn oder Evolve wurden nach einiger Zeit eingestellt. Die Entwickler sahen den Fehlschlag ein und wollten mit neuen Spielen versuchen, wieder Erfolg zu haben.

Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (1) Quelle: Bioware Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (1)
Der Markt der Spiele hat sich verändert. Alleine die Entwicklung eines AAA-Spiels verschlingt heute extrem viel Geld. Ein Fehlschlag der Marke Anthem (jetzt kaufen ) oder Fallout 76 ist selbst für große Unternehmen schwer zu verkraften. Das liegt aber nicht nur an den Millionen von Dollar, die in die Entwicklung gesteckt wurden. Diese Unternehmen haben ein Image zu verlieren. Bioware und Bethesda sind bekannt für sehr gute storylastige Rollenspiele. Was mit Anthem und Fallout 76 passiert ist, hat den Lack spürbar angekratzt. Das möchten die Entwickler nicht auf sich sitzen lassen und versuchen daher mit allen Mitteln, das Ruder noch einmal rumzureißen und zu zeigen, dass sie es doch können.

Scheitern ist ausgeschlossen

Hinzu kommt der Games-as-a-Service-Aspekt. Das Modell ist sowieso schon sehr umstritten. Wenn nun so große Service-Spiele wie Anthem und Fallout 76 scheitern und die Studios dahinter die Titel aufgeben würden, dann wäre dies ein Eingeständnis, dass Games-as-a-Service doch nicht der heilige Gral ist, für den ihn große Unternehmen wie Electronic Arts gerne verkaufen. Ein weiterer Punkt ist der, dass schon einige Spieler jede Menge Geld in Anthem und Fallout 76 gesteckt haben. Schaltet ein Onlinespiel die Server ab, ist dieses Geld weg und der Aufschrei ist groß. Bei einem Single-Player-Spiel ist dies anders. Selbst ein Titel, der nicht so gut ist, wie erhofft, kann noch gespielt werden, wenn die Entwickler den Support einstellen.

Brandbestie und zwei Kämpfer in Powerrüstung aus Fallout 76. Quelle: Bethesda Spiele wie Fallout 76 und Anthem dürfen einfach nicht scheitern. (3)
Darüber hinaus zeigt die nach wie vor vorhandene Popularität von Crowdfunding und Early-Access, dass Spieler noch immer an Ideen glauben und bereit sind, Geld auszugeben, wenn es ein Spiel entweder noch gar nicht gibt oder es in einem frühen und unfertigen Zustand veröffentlicht wird. Das sehen natürlich auch Unternehmen wie Bethesda und EA, die daran festhalten und glauben, dass ihnen die Spieler treu bleiben und neue Chancen geben, wenn der "erste" Launch misslingt. Spiele wie Anthem und Fallout 76 dürfen also im Grunde nicht scheitern, weil bei den Entwicklern und Publishern einfach viel zu viel von diesen Spielen abhängt.

Quelle: GamesRadar

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk