Dieses RPG aus dem Hause Frogster Interactive glänzt besonders mit seinem günstigen Verkaufspreis.
Weites Land
Ascension to the Throne
Wir als rechtmäßiger Thronerbe geben nicht eher Ruhe, als bis wir unser Ziel erreicht haben, rastlos durchstreifen wir während unseres Feldzuges sehr unterschiedliche Landschaften und ziehen auf zahlreichen Schlachtfeldern eine unübersehbare Blutspur hinter uns her. Die Darstellung der Landschaftsoptik (weite Felder, Hügellandschaften, öde Steppe oder Wald- und Wiesengebiete dominieren) ist zwar nicht überaus abwechslungsreich, gefällt aber in erster Linie durch den sehr weiten Horizont, unterschiedliche Tageszeiten und insbesondere Wetterverhältnisse. Speziell der Himmel sieht fast nie gleich aus, ob nun dunkle oder Schönwetter-Wolken, strahlender Sonnenschein am helllichten Tag als auch bei Sonnenuntergang oder in der tiefen Nacht bei Vollmond: die Atmosphäre ist stets sehr dicht. Dazu gesellen sich kleine Specials wie wehende Fahnen im Wind, Rauchsäulen, Nebelschwaden, glitzerndes Wasser und leuchtende Effekte im Kampf kombiniert mit hübschen Licht- und Schattenspielen. Feuer, Blitz und nicht selten der ein oder andere Blutschwall sind im Kampfgetümmel praktisch unübersehbar. Was die Qualität der Grafik bzw. deren Auflösungsgrad betrifft, so ist übrigens in der Testversion 1024x768 angewählt worden, von dieser ist hier auszugehen. Die Darstellung im Kampf ist im Übrigen auch von den Hardwaremöglichkeiten und persönlichen Vorlieben des Einzelnen abhängig: je nach Möglichkeit oder auch Wunsch lässt sich die Grafikauflösung verändern (800x600, 1024x768 bis hin zu 1600x1200), die Beleuchtung auf dem Monitor, der Detailgrad der Texturen, das Ein- und Ausschalten von Spezialeffekten wie Schatten aber auch Randobjekte (Häuser, Bäume) sowie die Zoom- bzw. Autofunktion der Kamera im Kampf. Die Charaktermodelle gefallen jedenfalls primär durch ihre Größe und auch sehr ordentliche Bewegungsabläufe, speziell bei einem näheren Heranzoomen der Kamera wird die Liebe zum Detail deutlich: Waffe, Rüstung und auch die nackten Oberkörper kommen sehr authentisch rüber, wissen zu überzeugen.
Ascension to the Throne
Etwas mehr Abwechslung hätte ich mir zudem bei der Gestaltung der Städte gewünscht, denn grundsätzlich ähneln sich diese viel zu sehr. Außerdem ist in diesen nicht allzu viel los, um es einmal salopp auszudrücken, sehr wenig Menschen bevölkern die Orte, so dass schnell alles abgeklappert ist, was von Nutzen sein könnte. Ein Vorteil bringt das leblose Ambiente allerdings mit sich: bösartige Ruckelanfälle der Grafik bleiben uns erspart. Die Texturen am Boden sprühen nicht gerade vor Vielfalt bzw. in ihrer Gestaltung vor Abwechslung und Ideenreichtum, sie sind auf jeden Fall eine Klasse schlechter als die Figuren. Schließlich ist die Mimik bei einem Großteil der Figuren nicht derart ausgeprägt bzw. lebendig, wie es bei einem PC-Spiel aus dem Jahr 2007 mittlerweile eigentlich wünschenswert wäre. Für ein Rundenstrategiespiel, bei dem die Grafikqualität nicht die wichtigste Komponente ist, geht das uns Präsentierte aber völlig in Ordnung, insbesondere der Blick gen Himmel ringt Grafikfetischisten immerhin ein zufriedenes Lächeln ab. Auffällig jedoch: ab und an sieht die Landschaftsoptik ganz und gar nicht schön aus, zuweilen herrschen zwischen den einzelnen Gebieten wahre Klassenunterschiede. Darüber können auch nicht die phasenweise sehr nett anzuschauenden Zwischenfilmchen hinwegtäuschen, die Spielgrafik ist zwar insgesamt ordentlich, aber nicht immer eines Games aus dem Frühjahr 2007 würdig. Insgesamt ist die Grafik solide, stellenweise richtig hübsch, dann aber auch hässlich, kurzum: erwartet Ihr eine stets berauschende optische Aufmachung, solltet Ihr Euch diesen Titel lieber nicht zulegen.
Akustisch eher ein böses Foul
Ascension to the Throne
Beim Soundtrack durchleben wir nicht eine derartige Berg- und Talfahrt wie bei der Grafik, allerdings im negativen Sinne: er ist eindeutig unterdurchschnittlich. Die Melodien klingen uninspiriert, sind abwechslungsarm und verstärken die Atmosphäre nicht derart stimmungsvoll, wie es wünschenswert gewesen wäre. Mag man das Gedudel noch als relativ bedeutungslos finden, wenn diese allerdings ab und an sogar unpassend zum Geschehen rüberkommen, so darf die Stirn darüber gerunzelt werden, dass die Soundeffekte in den Kämpfen sehr rar gesät und zudem dünn ausfallen. Da muss einfach viel mehr Power kommen, bedenkt man, wie viele Schlachten geschlagen werden, in denen es kompromisslos zur Sache geht. Anfangs gefällt das Geträller im Hintergrund, doch schon nach zwei bis drei Spielstunden merkt man, dass das Pulver längst verschossen zu sein scheint. Die Sprachausgabe verdient sich auch nicht gerade einen Orden, kommt sie doch nur sehr selten zur Geltung und falls dies der Fall ist, klingen diese zu allem Überfluss auch noch relativ schwach bzw. nicht sonderlich überzeugend.
