Assassin's Creed Mirage: Gratis-DLC dank Saudi-Arabien - wie viel Schaden nimmt Ubisofts Image?
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Der neue DLC zu Assassin's Creed Mirage soll von dem Saudischen Staatsfonds PIF finanziert werden. Fans und sogar Mitarbeiter werden skeptisch.
Ubisoft nimmt in letzter Zeit wirklich alles mit. Eigentlich haben die Spieler jetzt schon genügend Gründe, um das Unternehmen zu kritisieren. Mit den Arbeitsbedingungen, dem Kundenservice, sexuellen Belästigungsklagen und den Kontroversen um Assassin's Creed Shadows ist für jeden was dabei. Mit dem neusten Skandal rund um den Vorgänger macht der Entwickler die Bingokarte voll.
Im August kündigte das Unternehmen an, dass Assassin's Creed Mirage (jetzt kaufen 62,73 € ) einen kostenlosen DLC bekommen soll, der die Geschichte von Basim Ibn Ishaq in einem Kapitel weitererzählt. Der Protagonist des Hauptspiels reist dabei in die Stadt AlUla, eine UNESCO-Welterbestätte im Nordwesten von Saudi-Arabien. Kostenloser Content ist immer eine nette Sache, aber lässt besonders Ubisoft-Fans vermuten, dass die Entscheidung nicht nur aus Nächstenliebe getroffen wurde. So handelt es sich bei dem DLC wahrscheinlich auch um ein Werkzeug, dass den Ruf vom stark kritisierten Land wieder reinwaschen soll. Zu gerne möchte man sich mit dem Namen Assassin's Creed oder der Gunst des westeuropäischen Frankreichs schmücken.
Schon im Januar dieses Jahres gab es Hinweise auf den Deal. Die französische Wirtschaftszeitung Les Échos berichtete, dass der geplante Zusatzinhalt durch die PIF finanziert werden solle. PIF steht für "Public Investment Fund". Dabei handelt es sich um den Staatsfonds von Saudi-Arabien, der bereits häufig durch seine weltweiten Investitionen auffiel. Dazu gehören seine Anteile an der ESL und Nintendo, aber auch der Kauf von Newcastle United. Im August wurde der DLC dann in Saudi-Arabien bei der New Global Sport Conference von CEO Yves Guillemot vorgestellt.
Ubisoft rechtfertigt Entscheidung zum Gratis-DLC
Das Unternehmen, das sich ursprünglich nicht dazu äußern wollten, spricht nur von den Vorteilen der Zusammenarbeit. Experten und Archäologen vor Ort sollen bei der Gestaltung mitwirken, sodass das Spiel besonders realistisch wird. Es betont außerdem die Unterscheidung zwischen dem Kronprinzen Mohammed Bin Salman und dem saudischen Staatsfonds PIF. Der Einfluss des Staatsoberhauptes auf die Entscheidungen des Fonds ist allerdings weit höher, als Ubisoft versucht hier darzustellen. Die Frankfurter Rundschau nennt ihn sogar Chef des PIF.
Mitarbeiter des Assassin's-Creed-Teams üben deutliche Kritik
GameFile veröffentlichte eine Umfrage, in der Mitarbeiter ihre Bedenken äußerten. Ein zentraler Grund sei die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi. Eine fehlende Abgrenzung könnte dem Ruf von Ubisoft nachhaltig schaden. Als Reaktion auf die Kritik der Mitarbeiter drehte die Unternehmensleitung den Spieß argumentativ um. Demnach wäre der Besuch von CEO Guillemot und Präsident Emmanuel Macron ein "klassisches diplomatisches Mittel zur Ausweitung des Einflusses und der Reichweite Frankreichs auf der ganzen Welt."
Der Assassin's Creed-Publisher macht sich speziell mit solch fragwürdigen Entscheidungen immer unbeliebter. Ob diese Firmenpolitik auch Einfluss auf die Verkäufe hat, bleibt abzuwarten. Was meint ihr? Hinterlasst uns doch einen Kommentar. Dazu müsst ihr eingeloggt sein. Wer noch keinen Account hat, kann sich hier registrieren . Beachtet beim Kommentieren bitte unsere Forenregeln und die allgemeine Netiquette .
Quelle: IGN
