Assassin's Creed hat verloren, was es vor Jahren mal gut gemacht hatte
Ich würde alles dafür tun, mich noch einmal wie beim ersten Assassin's Creed zu fühlenBald kommt Assassin's Creed Shadows raus, und das Einzige, was ich fühle, ist mich alt. Wenn man mich jetzt fragen würde, der wievielte Teil der Reihe das schon ist, könnte ich das nicht beantworten. Das liegt zum einen daran, dass ich mir nicht sicher bin, welche Spin-offs in die Zählung einfließen, aber auch, weil ich schon seit Längerem ausgestiegen bin, wenn es um Assassin's Creed geht.
Dabei habe ich mehrfach versucht, wieder einzusteigen, zum Beispiel mit Origins, Valhalla und Mirage. Aber Assassine zu sein, fühlt sich einfach nicht mehr so an wie noch vor 18 Jahren, als ich mich das erste Mal in den Animus gelegt habe. Zuallererst habe ich das Spiel bei meinem großen Bruder gesehen, bevor ich selbst an den Controller durfte. Und was soll ich sagen? Es war eine Offenbarung.
Kaum ein Spiel hat meine Liebe für Gaming so nachhaltig beeinflusst wie das erste Assassin's Creed. Ich war überwältigt davon, was alles in Spielen möglich ist. Da kann ich durch eine riesige Welt reiten, an jeder Fassade blitzschnell hochklettern und als Teil eines uralten Ordens gegen Tempelritter in den Krieg ziehen.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie befriedigend es war, mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze an den Wachen vorbeizuschleichen, auf ein Tempeldach zu klettern und dann mit der versteckten Klinge Unrecht aus der Welt zu streichen. Aber ich hatte mit Assassin's Creed nicht nur ein spielerisches Erwachen in Bezug auf Gameplay, sondern auch auf die Narrative, die ein Spiel erzählen kann.
Quelle: Ubisoft
Alleine dieses Bild löst in mir nostalgische Gefühlswellen aus.
Auch wenn einige meiner Freunde die Idee des Animus doof fanden, weil sie ihrer Meinung nach die Immersion störte, war ich absolut begeistert. Eine weitere Ebene im Spiel, die einen komplett eigenen Handlungsstrang erzählte, der dann über Subjekt 16 doch wieder mit allem anderen verknüpft ist. Ich konnte mich schon damals nicht entscheiden, ob ich lieber als Altaïr in der Vergangenheit oder Desmond in der Gegenwart spiele, einfach weil beide Handlungen so irre interessant waren.
Über die Jahre habe ich mir keine Freunde damit gemacht, dass ich immer wieder den Start der Reihe als das beste Assassin's Creed herauspicke. Der Grund ist vor allem, dass es mitunter meinen Einstieg ins Zocken markiert hat. Aber ich habe natürlich auch den zweiten Teil gespielt und danach Brotherhood. Obwohl ich mit Ezio Auditore nie so richtig warm geworden bin, kann ich nachvollziehen, warum er der Protagonist des technisch besseren Spiels ist - auch wenn ich Altaïrs kühle Art, die Welt verbessern zu wollen, nachvollziehbarer fand.
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Quelle: Ubisoft
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Außerdem empfand ich Israel und Syrien als Handlungsorte bedeutend spannender als die Toskana, Florenz und andere italienische Orte. Nicht nur, weil ich dort noch nie war, sondern auch, weil die dortige Architektur einfach viel interessanter für ein Spiel ist, in dem man Architektur hautnah erlebt.
Am Ende habe ich Assassin's Creed 2 aber nicht weniger geliebt, denn es war eine spannende Weiterentwicklung des Originals. Etwas, das ich von den unzähligen Nachfolgern nicht unbedingt behaupten würde. Und das liegt gar nicht mal nur an den Spielorten, die mich weniger fesseln als der Alte Orient, sondern daran, dass AC nichts mehr wirklich Neues bietet.