Atomfall im Test: Das britische Stalker für alle, denen Stalker zu anstrengend ist - oder zu kaputt!

Test Stefan Wilhelm
Atomfall im Test: Das britische Stalker für alle, denen Stalker zu anstrengend ist - oder zu kaputt!
Quelle: Rebellion

Kann ein Spielename noch generischer sein? Wohl kaum. Aber die Fassade trügt: Atomfall zieht mit innovativem Quest- und Story-Design los, um Endzeit-Fans solide zu unterhalten. Und zwar in angenehm kompakter Größe!

In meinen 15 Stunden mit Atomfall wurde ich absolut gewältigt. Ich weiß, im Duden steht das Wort nicht, genauso wenig wie unterwältigt, aber es beschreibt einfach perfekt meine Stimmung, während bei Rebellions neuem Spiel die Credits über den Bildschirm laufen.

Ich wurde garantiert nicht überwältigt, aber auch nicht unterwältigt, sondern fühle mich exakt so, wie ich es nach den Trailern und Vorschauen erwartet habe. Gewältigt eben!

Denn abseits seiner wirklich frischen Erzähl- und Missionsstruktur ist Atomfall (jetzt kaufen ) in allen Bereichen bodenständig und ein Stück weit auch unspektakulär. Aber in einer Zeit der komplexen, ewig langen Spiele, die sämtliche Freizeit haben wollen, die man anzubieten hat, kann ein Abenteuer mit kleinem Scope auch mal guttun. Ob ihr der richtige Spielertyp für Atomfall seid, könnt ihr nach dem Test entscheiden!

Die wichtigste Frage zuerst: Was genau ist Atomfall denn jetzt überhaupt? Ein Fallout, ein Stalker, doch wieder ein Sniper Elite oder ein ganz eigenes Ding? Die Antwort: Atomfall ist das neue und sehr britische Stalker für Leute, denen Stalker 2 zu groß, zu anstrengend oder (immer noch) zu unfertig ist.

Wie im ukrainischen Vorbild stand eine reale Nuklearkatastrophe Pate für die klassische Postapokalypse-Story, in der gefährliche Dinge erforscht werden, alles schiefgeht und dann Mutanten und durchgeknallte Menschen durch die Zone streifen.

Ja, das Gebiet um das havarierte Kraftwerk Windscale im Norden Großbritanniens heißt im Spiel auch nur "Die Zone", genau wie bei Stalker.

Hier stranden Wissenschaftler, Soldaten, Zivilisten und Banditen, die morden, plündern und zunehmend den Verstand verlieren. Als namenloser Frischling verschlägt es auch uns in das Gebiet, und um ihm wieder entkommen zu können, müssen wir uns bewaffnen, mit zwielichtigen Leuten zusammenarbeiten und vor allem den Mysterien auf den Grund gehen, die den ganzen Schlamassel überhaupt erst ausgelöst haben.

Auch interessant: Der große Technik-Test zu Atomfall mit CPU- und GPU-Benchmarks von PC Games Hardware!

Atomdetektiv

Der feine Unterschied zu Stalker: Hier wird keine stringente Geschichte erzählt, die einem klaren Ablauf folgt, und das ist auch das größte Alleinstellungsmerkmal von Atomfall. Es lässt uns nach einem kurzen Intro von der Leine, gibt einen vagen Anhaltspunkt, wonach wir fürs Erste suchen könnten, und dann müssen wir komplett auf eigene Faust vorankommen.

Die kleine Spielwelt ist in vier Gebiete aufgeteilt, die theoretisch von Anfang an begehbar sind. Und sie sind rammelvoll mit Hinweisen und Geheimnissen. Alles, was wir aufschnappen, landet im Untersuchungsbildschirm, wo die unzähligen Notizen in Kategorien gesammelt werden, und erst, wenn wir wirklich haargenau wissen, welchen Ort wir uns näher ansehen sollten, landet ein Questmarker auf der Karte. Davor sind Eigeninitiative und Überlegen angesagt.

Mit dem Metalldetektor sucht man im Spiel versteckte Schätze. Quelle: Rebellion Selbst dann kann es immer noch sein, dass die Spur ins Leere läuft oder wir etwas übersehen - es gibt aber so viele Indizien und Lösungsmöglichkeiten, dass ich zumindest in meinem Durchgang zuverlässig ans Ziel gekommen bin, solange ich meinem Entdeckerdrang freien Lauf ließ.

Die Welt ist klein, aber vollgepackt. An jeder Ecke sind verschlossene Türen mit Hinweisen, wo der Schlüssel sein könnte, oder Schlüssel, bei denen sich, Achtung: Wortwitz, erst erschließen muss, in welches Schloss sie passen.

Haben die freundlichen Bewohner der Zone eine Aufgabe für uns, ergibt sich meist ein ähnliches Bild: Sie suchen etwas, wollen jemanden tot sehen, haben irgendetwas verloren oder wollen sich irgendwo mit uns treffen, aber wo genau, das ist oft unklar. Aber, und das ist der springende Punkt: nicht so unklar, dass man richtig feststecken könnte.

Atomfall belohnt uns dafür, einfach mal draufloszuspielen - mit wertvollen Upgrades, neuen Hinweisen und mehr Story. Ihr könnt euch das ungefähr vorstellen wie die Umgebungspuzzles in einem Dishonored oder Prey, nur eben auf ein ganzes Spiel ausgebreitet. Das macht mächtig Laune, zumindest im spielerischen Sinn.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk