Baldur's Gate Dark Alliance im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Kaum zu glauben: Die Entwickler von DSI haben sich tatsächlich vorgenommen das erfolgreiche Hack'n'Slay "Baldurs Gate: Dark Alliance" auf den Gameboy Advance zu portieren. Erstaunlicherweise ist ihnen diese ziemlich knifflige Aufgabe ganz gut gelungen, doch manchmal sind es eben auch die kleinen Ungereimtheiten, welche den Spielspaß dämpfen können.

Das Spiel beginnt Ihr es vielleicht schon von den "großen" Konsolen her gewohnt seid: Ihr findet Euch in der mittelalterlichen Metropole namens Baldurs Gate wieder und müsst feststellen, dass Ihr von einer gefährlichen Diebesbande ausgeraubt worden seid. Um wieder an das unentbehrliche Kleingeld zu kommen, nehmt Ihr kurzerhand einen kleinen Job von der Wirtin des örtlichen Gasthauses an, bei dem Ihr im Keller des Lokals mit der Rattenplage fertig werden müsst. Schon bald stellt sich heraus, dass es nicht nur die Ratten sind, welche im Untergrund von Baldurs Gate ihr Unwesen treiben...

Als vollends gelungen kann bei dieser Umsetzung die Grafik bezeichnet werden: Da die Entwickler selbstverständlich keine ausgereiften 3D-Möglichkeiten auf dem GBA hatten, wurde das Spiel kurzerhand in die beliebte, isometrische Perspektive verfrachtet. Und dies mit Erfolg: Alle Level sind ihren Vorbildern von den großen Konsolen erstaunlich ähnlich - wer das Spiel bereits kennt, wird sich auch in der neuen Perspektive hervorragend zurechtfinden und viele liebevolle Details entdecken. Natürlich kann der kleine GBA nicht so schöne und riesige Monsterhorden darstellen wie eine PS2 oder Xbox, aber dennoch kommt das gute alte Monstermetzel-Feeling schnell auf und entfaltet dann auch gleich sein gefährliches Suchtpotential. Es macht einfach Spaß für ein paar Stunden reihenweise Monster in dunklen Kellern zu plätten - besonders dann, wenn man jederzeit speichern kann und das Ganze auch noch tragbar ist. Selbstverständlich sind alle wichtigen Spielelemente vom großen Bruder übernommen worden, also auch der freundliche Händler bei dem man gefundene Gegenstände zu Bargeld machen kann und sogar die Reihenfolge der verschiedenen Quests ist größtenteils erhalten geblieben. Wer allerdings mit einem der drei wählbaren Recken (Zauberer, Bogenschütze oder Schwertkämpfer) gut umgehen kann, wird relativ schnell beim letzten Endgegner angelangt sein: Bereits nach fünf bis sechs Stunden hat der Spaß ein Ende. Nicht allzu schlimm, wenn man bedenkt, dass auch die Version für die großen Konsolen nicht viel mehr Spielzeit geboten hat.

Trotzdem sind es die kleinen, aber äußerst störenden Abweichungen vom Original, die dem erfahrenden Dungeon-Forscher die Laune verderben, oder sich zumindest negativ auf die Langzeitmotivation auswirken. Da wäre zum einen die äußerst nervige Bestätigung beim Aufheben aller herumliegenden Gegenstände. Bei den anderen Versionen dieses Spiels genügte ein einfacher Knopfdruck um Dinge ins Inventar zu verfrachten, hier hingegen muss man sich grundsätzlich durch einen unnötigen Menübildschirm klicken. Außerdem ist die KI der Gegner auf ein Minimum reduziert worden: Schon bald hat man herausgefunden, dass einem die Gegner nur bis zu einer gewissen Grenze folgen und dann wie vor einer unsichtbaren Wand stehen bleiben. Nun muss man sich nur noch an diese Stelle positionieren und kann jeden noch so großen Gegner ohne Gefahr zu Kleinholz verarbeiten. Weniger schlimm, aber dennoch erwähnenswert ist ein fehlende Übersichtskarte und ein nicht vorhandenes Questlog, welches oftmals die Wegfindung und Lösung mancher Aufgaben erschwert. Zuletzt ist es der fast völlig fehlende Sound, welcher etwas an der ansonsten gelungenen Atmosphäre kratzt: Neben ein paar simplen Geräuschen bekommt man während des ganzen Spiels fast nichts zu hören.

Meinung

Wertung zu Baldur's Gate Dark Alliance (GBA)

Wertung:

7.4 /10
Pro & Contra
gute Atmosphäresehr gut umgesetzte Grafikfesselndes Spielprinzip
schlechte Gegner-KIzusätzliche Bestätigung beim Aufheben von Gegenständenkein Questlogfast kein Sound

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