Banishers: Ghosts of New Eden - God of War, aber schottisch

Special Daniel Link
Banishers: Ghosts of New Eden - God of War, aber schottisch
Quelle: Focus Entertainment

Action-Combat, eine herzzerreißende Geschichte und schottische Dialoge. Ob das schon für ein spannendes Spiel reicht?

Mein Leben, mein Beruf, meine gesamte Existenz dreht sich nur darum, Geister zu verbannen. Ich legte einen Eid ab, der mich dazu beruft, jeden Schemen zu exilieren. Diesen eigentlich einsamen Pfad wandere ich jedoch nicht allein, sondern mit der Liebe meines Lebens an meiner Seite.

Doch eines Tages geht unsere Mission schief. Vielleicht waren wir nicht gut genug vorbereitet. Möglicherweise haben wir unseren Widersacher unterschätzt. Oder es war irgendeine göttliche Fügung, die meine Liebste aus meinem Leben riss.

Ihr Körper wird weiterhin vom Gespenst gefangen gehalten, sie selbst ist nun mein geisterhafter Begleiter. Werde ich meinen Eid ehren und sie verbannen? Oder lasse ich alles, woran ich bisher geglaubt hatte, hinter mir, um sie wieder ins Reich der Lebenden zu holen?

Zusammen ist man auch allein

Das ist mir tatsächlich nicht selbst passiert, sondern ist mehr oder weniger die Prämisse des neuen Action-Rollenspiels Banishers: Ghosts of New Eden (jetzt kaufen 40,39 € / 44,99 € ) von Entwicklerstudio Don't Nod.

Vor einigen Monaten durften wir uns den anstehenden Titel bereits vorab ansehen und ich hatte vor Kurzem die Ehre, Banishers: Ghosts of New Eden zum ersten Mal selbst anzuspielen. Die Eindrücke aus unserer letzten Vorschau stimmen größtenteils damit überein, was ich so erlebt habe:

Die Geschichte dreht sich um das Liebespaar Red und Antea, beim recht spaßigen Action-Kampfsystem wechsele ich zwischen den beiden Figuren hin und her und die Dialoge sind immer noch schön schottisch.

Antea nutzt einen Spezialangriff auf einen Feind rechts im Bild. Quelle: Focus Entertainment Mein Ziel im Spiel ist es, Antea auf irgendeine Weise zu befreien. Entweder verbanne ich ihren Geist oder erwecke sie irgendwie wieder zum Leben. Letzteres verlangt jedoch ein Opfer lebendiger Menschen, die mir meist in Nebenaufgaben begegnen. Ich kann mir zwar einreden, dass diese es verdient hätten, doch stehe ich trotzdem einer Art moralischem Dilemma gegenüber.

Je nach getroffener Entscheidung werden neue Missionen freigeschaltet, andere fallen hingegen weg. Was passiert wohl mit dem in den Bergen wohnenden Jäger, der seinen besten Freund gegessen hat, wenn ich ihn am Leben lasse? Fans von Folklore werden mit Banishers sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Actionreiche Geisterjagd

Dazu gehöre auch ich, doch am meisten Spaß hatte ich in meiner Zeit mit dem Spiel eher mit der Action. Hauptsächlich kämpfe ich in Banishers gegen Geister, die aber Besitz von herumliegenden Leichen ergreifen können.

Im Kampf wechsele ich zwischen Antea und Red, da Antea zusätzlichen Schaden gegen besessene Gegner verursacht, Red hingegen glänzt beim direkten Kampf gegen Geister. Der Wechsel ist flüssig und funktioniert auch inmitten etwaiger Komboangriffe.

Das allgemeine Spielgefühl war ziemlich gut, aber da ich so bin, wie ich eben bin, sind mir beim Action-RPG-Aspekt auch ein paar Störfaktoren aufgefallen.

Etwas nervig ist etwa, dass der kleine Kreis auf den Gegnern, der symbolisiert, dass ich sie gerade anvisiere, weiß ist. Viele der Geister haben nämlich die gleiche Farbe und besessene Kreaturen erhalten überall auf ihrem Körper weiße Flecken.

Dann kommt noch hinzu, dass ich meinen Lock-On jedes Mal verlor, wenn ich einen besessenen Gegner besiegte und der Geist aus ihm hervorbrach. Das machte es recht schwer, zu sehen, wann die Funktion zum Anvisieren nun überhaupt aktiviert ist und wann nicht.

Red im Kampf gegen einen Geist. Quelle: Focus Entertainment Völlig entgegengesetzt dieser seltsamen Designentscheidung operiert das HUD des Spiels, welches mir persönlich sehr gefiel. Die Position von Feinden wird durch kleine Pfeile um den Charakter herum angezeigt. Ändert sich deren Farbe in Rot, wird gleich ein Nahkampfangriff auf mich ausgeführt.

Eine orange Farbe hingegen zeigt gefeuerte Projektile an. Ähnliche Features werden zwar bereits von anderen Spielen dieser Art verwendet, doch zumindest ich freue mich immer wieder, wenn solche Zugänglichkeitsoptionen ihren Weg in Spiele finden.

Respect the grind

Insgesamt erinnert Banishers: Ghosts of New Eden ein wenig an die neuen God-of-War-Titel. Nur ohne das obszön hohe Budget und die ganzen Puzzle-Aspekte. Stattdessen fokussiert sich das Spiel eher auf die Kämpfe und das Erkunden.

Das erkennt man unter anderem daran, dass es in Banishers ein richtiges Endgame geben wird. Zum einen sind überall auf der Karte bestimmte Portale versteckt, die mich in eine Art Dungeon transportieren.

Hier muss ich mich durch verschiedene Gegner metzeln, etwaige Puzzles lösen und am Ende einen Miniboss überwinden. Ist das geschafft, erhalte ich drei Punkte für all meine Attribute.

Jedes Mal, wenn ich einen Dungeon abschließe, wird er beim nächsten Mal ein wenig schwieriger. Irgendwann muss ich also nicht nur das Spiel perfekt beherrschen, sondern auch einen mächtigen Build zusammenstellen, um mit den Herausforderungen fertig zu werden.

Auch eine Art Wellen-Modus, in dem ich mich gegen Horden von Widersachern zur Wehr setzen muss, gehört zum skalierenden Endgame. Hier gibt es zusätzlich noch Modifikatoren, wodurch ein bestimmter Angriff etwa wesentlich mehr Schaden anrichtet, das restliche Moveset jedoch fast schon unbrauchbar ist.

Red und die geisterhafte Antea halten sich die Hände. Quelle: Focus Entertainment Das bedeutet, dass einige Anläufe verdammt einfach sein können, andere wiederum echt herausfordernd, völlig abhängig vom jeweils aktiven Modifikator. Während meiner Zeit mit dem Spiel präferierte ich definitiv die Dungeons, doch das kann sich bis zum Release natürlich noch ändern.

50 Hunde, 70 Bergarbeiter

Da die Action durchaus spaßig ist, kann ich mir sehr wohl vorstellen, ein bisschen Zeit in diese Modi zu investieren. Ob ich jedoch - wie ihre skalierende Natur suggeriert - unendlich lang mit ihnen Spaß haben werde, ist fraglich.

Das größte Gegenargument dürfte hier wohl die Gegnervielfalt des Titels sein. Meine zwei Patschehändchen reichen nämlich bereits aus, um alle normalen Gegner des Spiels aufzuzählen.

Zwar gibt es unter ihnen noch kleinere Variationen, doch einzigartige Designs finden sich im Spiel nicht viele. Diese sind auch noch über die recht große offene Welt des Spiels verstreut, weswegen ich ziemlich viel Zeit damit verbringe, die immer gleichen Widersacher zu bekämpfen.

Die Geister besitzen zwar auch unterschiedliche Fähigkeiten, die sie auf ihren Host übertragen, doch von Vielfalt kann hier definitiv nicht die Rede sein. Zusätzlich wirkten die Kämpfe zumindest auf mich nicht sonderlich herausfordernd, doch möglicherweise war meine Ausrüstung wesentlich zu stark oder meine Stufe eben zu hoch.

Sammelkram noch und nöcher

Neben der Action wird auch das Erkunden in Banishers großgeschrieben. So gibt es im Spiel tonnenweise Collectibles einzusammeln. Altäre, die meine Lebenspunkte erhöhen, Kisten voller Beute, Schatzkarten, die auf besonders mächtige Gegenstände hinweisen, und anderer Schnickschnack warten darauf, von mir gefunden zu werden.

Das Ausrüstungsmenü aus Banishers: Ghosts of New Eden. Quelle: Focus Entertainment Nimmt man dann noch die ganzen optionalen Nebenaufgaben hinzu, wie die Untersuchungen, bei denen ich selbst herausfinden muss, was hier genau vorgefallen ist und die sogar das Ende des Spiels beeinflussen, hat man eine ganze Menge Inhalte zu erledigen. Eigentlich dauert es etwa 20 Stunden, das Spiel zu beenden, will man jedoch alles mitnehmen, wächst diese Zahl schnell auf 50 Stunden an.

Doch mit einem Mal durchspielen ist es noch nicht getan. Möchte man sich etwa die Platintrophäe sichern, muss man es mindestens zweimal zum Abspann schaffen. Damit hat man dann aber auch lediglich zwei der insgesamt fünf verschiedenen Enden gesehen.

Ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß daran, durch die von Salem und der britischen Ostküste inspirierten Welt zu navigieren und dabei dem lieblichen Soundtrack zu lauschen, welcher vom Komponisten von Dragon Age: Inquisition kreiert wurde.

Einem zweiten Spieldurchlauf, in dem ich andere Entscheidungen treffen kann, wäre ich daher nicht abgeneigt. Ein wenig Sorge bereitet mir eigentlich nur die geringe Gegnervielfalt, durch die sich das Spiel recht schnell repetitiv anfühlen könnte.

Ob das jedoch tatsächlich stimmt, oder die Entwickler bis zum Release doch noch genug Vielfalt eingebaut haben, werdet ihr spätestens in unserem Test zu Banishers: Ghost of New Eden erfahren. Oder eben, wenn das Spiel dann am 13. Februar 2024 veröffentlicht wird. Transparenzhinweis: Die Reisekosten zum Vorschau-Event wurden vom Publisher übernommen.

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