Banjo-Kazooie: Grunty's Rache im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Banjo und sein Feder- vieh sind wieder da. Aber diesmal in 2D auf dem GBA.

Mit Starfox Adventure verabschiedete sich Rare von den Nintendofans, zumindest was den Heimkonsolenbereich angeht. Auch wenn Microsoft den Entwickler auf seine Seite gebracht hat, so besteht für MS auf den Mobile-Gaming Markt keine Konkurrenz. Selber sind sie bis dato dort nicht vertreten, so dass Rare immerhin für den GameBoy Advance weiterhin Spiele entwickelt. Über den Publisher THQ bleibt den Fans die Kultschmiede somit doch noch erhalten. Einer dieser Titel ist nun Banjo Kaszooie Grunty's Rache, ein recht gelungenes Jump'n'Run mit typischen Flair alter Rare Spiele.

Das neue Spiel mit dem knuffigen Bären Banjo ist geschichtlich zwischen den beiden Titeln für das Nintendo 64 angesiedelt. Einige Monate nach dem Banjo und sein Federvieh Kazooie die böse Gruntilda unter einem großen Felsen begraben haben, herrscht wieder Frieden in Hexoland. Zumindest gilt das für die Oberfläche, tief unten in der Erde schmollt die Hexe und brütet abermals einen Plan aus. Dabei spielt wieder einmal ihr erhabener Diener Klungo eine wichtige Rolle, denn dieser befreit die Hexe Gruntilda und ermöglicht es ihr, den Plan in die Tat um zu setzen. Großes Problem dabei war natürlich, dass die Hexe weder unter den Lebenden weilt, noch zu den Toten gehört - daher musste sie sich ein mechanischen Körper zulegen. Ihr einziger Gedanke ist nun Rache, wie es der Spieltitel ja schon aussagt.

Jump'n'Run der etwas anderen Art

Banjo-Kazooie: Grunty's Rache Banjo-Kazooie: Grunty's Rache Dem Grundkonzept bleibt Rare treu. Banjo Kazooie spielt sich auch auf dem GameBoy Advance wie ein Jump'n'Run, welches zunächst aber recht ungewöhnliche Wege geht. Rein technisch hat man sich gegen ein 3D Spiel entschieden, wäre sicherlich für den GameBoy Advance auch etwas zu viel des Guten gewesen. Stattdessen findet man sich in einer Pseudo-3D-Welt wieder. Zum Spielen verwendet man eine isometrische Ansicht von schräg oben, welche man aus Spielen wie Golden Sun kennt. Erstaunlich leicht fallen einem die ersten Gehversuche in Banjos Welt, ist es doch verwunderlich, wie gut man auf einer solchen Basis ein klassisches Jump'n'Run erstellen kann. Mit dem Steuerkreuz lenkt man den Helden, während die A-Taste typisch für das Springen zuständig ist. Obwohl man von einer schrägen Sicht auf die unterschiedlichen Plattformen mit unterschiedlichen Höhen schaut, klappt die Koordination der Sprünge erstaunlich gut.

Wie auch auf dem Nintendo 64 ist die Aktionsvielfalt am Anfang stark eingeschränkt. Abermals trifft man hier auf den freundlichen Maulwurf Bottles, der uns in die Steuerung einführt und dem Spieler neue Moves wie zum Beispiel Klettern, Tauchen, den Sprint oder das Eierschießen beibringt - sofern man ihn ausrechend mit Noten-Items bezahlt. Generell erinnert das Spiel hier sehr stark an die Vorgänger. Um in neue Welten kommen zu können, muss man fleißig Aufgaben erledigen, wobei man dann abermals mit Puzzleteilen belohnt wird. Diese bringt man anschließend zu Puzzello, welcher mittels eines magischen Zaubers die Tore in der Oberwelt öffnet. Innerhalb der Level gilt es in bester Jump'n'Run Manier den Gegner auszuweichen, Rätsel zu lösen und Items ein zu sammeln. Honigwaben geben dem Helden wieder frische Energie, während Noten wie gesagt zur Bezahlung bei Bottles benötigt werden. Irgendwie beschleicht einen beim Spielen auch das Gefühl, dass man sich inmitten einer der alten Abenteuer befindet. Wie ich finde, hat Rare es definitiv geschafft, das Flair und auch des Gameplay bestens auf den GameBoy Advance zu portieren.

Dies liegt sicherlich auch an den eingedeutschten Bildschirmtexten, welche den selben Humor und Charme besitzen. Kenner der Banjo Spiele dürfen sich zusätzlich noch auf viele weitere bekannte Gesichter freuen, sogar der beliebte Mumbo Jumbo ist wieder mit von der Party. Er kann das Leben des Bären und seinem Federvieh mit Zaubern deutlich erleichtern. Nur in bestimmten Verwandlungen wie einer Maus oder einem Panzer lassen sich zum Beispiel einige Aufgaben lösen. Die Rätsel und Aufgaben sind übrigens ziemlich abwechslungsreich ausgefallen. Zum Teil ist nur Geschick gefragt und ein Puzzleteil kann auf einer entlegenen Plattform ergattert werden. Gelegentlich wollen aber auch Gegner besiegt oder muss eine bestimmte Anzahl an Gegenständen gesammelt werden. Verschiedene Charaktere bitten Banjo und Co. auch immer wieder um Hilfe. Gewährt man diese ihnen, so erhält man auch hier wiederum ein Puzzleteil. Die Augen sollte man sowieso offen halten. Brüchige Stellen und verwinkelte Wege deuten oftmals auf Geheimnisse hin.

Umfang mit recht viel Abwechslung

Banjo-Kazooie: Grunty's Rache Banjo-Kazooie: Grunty's Rache Mit insgesamt 60 Puzzelteilen die gefunden werden können, bietet das Game auch einen recht beachtlichen Umfang. Einige Aufgaben sind gar nicht so leicht zu schaffen, so dass man einige Anläufe dafür verschwenden muss. Fairerweise beginnt das Spiel nach dem Ableben immer wieder beim letzten Bildschirmwechsel, wodurch die Frustmomente recht gering gehalten werden. So lassen sich auch mit Übung und Geduld die Endgegner besiegen. Etwas mehr Abwechslung in den Jump'n'Run Alltag bringen massig unterschiedliche Minispiele. So darf gefischt werden, ein Piratenschiff muss mit der Eierkanone versenkt werden, Rennen werden auf Rutschen ausgetragen oder aber man befindet sich mit einem Snowmobil mit einigen Kontrahenten in einem Schlachtfeld und muss möglichst viele Items einsammeln. Möchte man alle Aufgaben gelöst bekommen, so darf man sich gut und gerne mal sechs bis zehn Stunden vor den GameBoy Advance klemmen.

Im Verlaufe des Spieles wird man immer wieder neue Moves kennen lernen. Leider zeigt sich hier, dass der GBA mit seinen Eingabemöglichkeiten doch arg beschränkt ist. Mit der Zeit sind die Buttons mit vielen unterschiedlichen Aktionen recht überladen und nur mittels richtiger Kombination mit den Schultertasten lassen sich die Moves ausführen. An Leitern klettert Banjo zum Glück selber noch hoch und Angriffe werden recht einfach mittels der B-Taste ausgeführt. Um das Federvieh in Aktion sehen zu können, müssen meist mehrere Tasten gleichzeitig verwendet werden. Vor allem bei Aufgaben, wo es auf Zeit ankommt, kann dies durchaus etwas nerven. Dennoch muss man den Entwicklern neben der negativen Kritik an der überladenen Steuerung auch ein Lob aussprechen. Trotz der begrenzen Möglichkeiten der isometrischen Sicht, bewegt man Banjo mehr oder weniger wie in einem 3D Spiel. Sogar in die Tiefe eines Sees kann er hinabtauchen. Das Gameplay ist einfach durchdacht und innovativ für den GameBoy Advance.

Tolles Flair und hübsche Welten

Banjo-Kazooie: Grunty's Rache Banjo-Kazooie: Grunty's Rache Auch technisch sieht das Spiel sehr gut aus. Die Levelumgebungen sind äußerst detailliert gestaltet worden. Man kann hier ja schon fast die einzelnen Gräser aus machen. Viele Details wie Gartenzäune, Bäume und Erdhügel verschönern die Landschaft. Auch Seen und Flüsse tragen ihren Teil dazu bei. Die Gegner und auch Freunde werden recht großzügig auf dem Bildschirm dargestellt und weisen wie die Umgebung schöne Details auf. Dies gilt für alle Welten, welche im Verlaufe des groß angelegten Abenteuers durchwandert werden. Von schönen Wiesen mit Blumen und Bienen geht es ab in einen dunstigen Vulkan. Auch ein übel riechender Sumpf oder der herrliche Sandstrand stehen auf dem Ausflugsplan. Warm anziehen darf man sich dann für das Eislevel, wo Banjo aufgrund spiegelglatter Flächen nur noch über den Bildschirm schlittert. Sowohl einfallsreich als auch abwechslungsreich hat man die Welt von Banjo Kazooie auf dem GBA geschaffen.

Soundtechnisch wird man ebenfalls recht verwöhnt. Bekannte Melodien sorgen für authentisches Flair und kommen recht gut herüber. Vielmehr wird man sich aber über die Soundeffekte freuen. Das Grunzen des Bären und Quäken von Kazooie ist uns schon ans Herz gewachsen und darf hier natürlich nicht fehlen. Erstaunlicherweise hat Rare auch die Sprache der Tiere aus den Nintendo 64 Titeln übernommen. Während man sich also mit den vielen Charakteren unterhält, sprechen die Tiere und auch sonstige Lebewesen in ihrer eigenen Sprache. Diese ist natürlich immer noch unverständlich, so das deutsche Bildschirmtexte verraten, um was es eigentlich geht. Das unverwechselbare Pfeifen der Jinjos und bekannte Soundeffekte beim Einsammeln von Items runden den Gesamteindruck letztendlich noch vollends ab.

Meinung

Wertung zu Banjo-Kazooie: Grunty's Rache (GBA)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Viele Aufgabengroße Welten und ein typisches Flair sorgen für eine gelungene Umsetzung der Banjo Kazooie Reihe auf dem GameBoy Advance
Ziemlich überladene Steuerung und gewöhnungsbedürftige Perspektiveda die Höhenunterschiede nicht leicht zu erkennen sind
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