Der Batman-Prügler ist sicherlich kein handelsübliches Lizenzspiel, trotzdem stellenweise mononton.
Als Batman den bösen Joker vergangenes Jahr im Arkham Asylum jagte und uns an den heimischen Konsolen daran Teil haben ließ, haute er die Fachschaft förmlich aus den Latschen. Nachdem der Joker voraussichtlich erst nächstes Jahr wieder auf Streifzug durch Gotham City geht, hat der große Batman erstmal Sendepause. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken versoftet Warner Bros. ein seit 2008 existierendes Franchise rund um die Fledermaus. Mit Batman: The Brave and the Bold kommt nun das Spiel zur gleichnamigen Comic-Serie für Nintendo DS und Wii. Ob der Titel die Qualität hat die Wartezeit zu verkürzen, lest ihr bei uns!
Ich und meine Kumpels
Batman: The Brave and the Bold - Das Videospiel
Wie schon dem Titel zu entnehmen ist, steht das Videospiel ganz im Zeichen der TV-Serie. In dieser geht es meist darum, dass Batman zusammen mit anderen stets wechselnden Superhelden eine Gefahr oder einen Superschurken abwehrt oder besiegt. Demnach kämpft ihr auch mit dem Pad bzw. Handheld in der Hand niemals alleine gegen das Böse. Direkt zur Seite stehen euch altbekannte Sidekicks wie Robin, aber auch der Masse eher unbekannte Gesichter wie der charismatische Blue Beetle oder Hawkman. Zur einmaligen Hilfe stehen euch größere Helden-Kaliber zur Verfügung wie Aquaman, Black Lightning, Black Canary oder Plastic Man. Zu erledigende Aufgaben gibt es beileibe zur Genüge, denn das Böse schläft nie! Der Cast der bösen Seite ist ebenso vielfältig wie der der Guten. Übernimmt Joker den ersten Bosskampf auf dem Handheld, kämpft man auf der Wii zunächst gegen den ehemaligen Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent alias "Two-Face". Danach schleichen sich allerdings kleine Parallelen in die Spielgestaltung beider Versionen ein. Die Übeltäter der einzelnen Kapitel gleichen sich, die um sie herum gesponnenen Geschichten und Level wiederum nicht.
Volle Faust voraus: Konsolen übergreifend ins Gesicht!
Batman: The Brave and the Bold - Das Videospiel
Im Spielablauf dagegen schenken sich beide Versionen nichts. Auf der Jagd nach Bösewichten aller Art rennt ihr behände von links nach rechts und prügelt auf Handlanger aller Formen und Farben ein bis ihr am Ziel angelangt seid. An effektiven Argumenten fehlt es der Bande allerdings nicht. Wo Batman auf Batarang, Elektroschocker und seine Fäuste zurückgreift, warten alle anderen Superhelden mit ihren mutationsbedingten Talenten auf. Jeder gefallene Gegner bringt euch kleinere und größere Münzen, welche ihr wiederum in euren Charakter investieren könnt. So erhaltet ihr beispielsweise drei zur Verfügung stehende Batarangs, Blendgranaten und sogar ein Laserschwert. Wo auf der Wii neben Batman auch Robin, Hawkman, Blue Beetle und Guy Gardner "gepimpt" werden können, beschränkt sich der Handheld auf den schwarzen Ritter. Die Einsatzzeit der Heldenriege ist merklich einer der größten Gameplay-Unterschiede zwischen den beiden Versionen. Qualifiziert sich zum Beispiel Aquaman auf dem DS als Sidekick, wahlweise auch persönlich gesteuert, hat er auf der großen Konsole maximal einen Gastauftritt. Dieser beschränkt sich, wird er von euch von vornherein überhaupt als Begleitpersonal ausgewählt, auf eine Superattacke bei der ihr durch Schütteln der Fernbedienung das Aufladen übernehmt. So müsst ihr euch also auf die oben erwähnten Charaktere beschränken und euch unter diesen Vieren einen Favoriten aussuchen.
Batman: The Brave and the Bold - Das Videospiel
Da der DS leider keinen Multiplayer besitzt, haben sich die Entwickler etwas anderes ausgedacht. In Ergänzung zum sowieso ständig möglichen Koop-Part der Wii kann sich zusätzliche Verstärkung in Form von Bat-Mite hinzu gesellen. Dieser aus der Zukunft stammende Fan Batmans wird per Touchscreen gesteuert und verteilt bei Bedarf Heilung und Bomben. Die Verbindung geht dabei in Sekundenschnelle, die Erkennung funktioniert anstandslos - Cool!
Gerechtes Mittelmaß
Batman: The Brave and the Bold - Das Videospiel
Technisch ist Batman: The Brave and the Bold einfach nicht mehr Zeitgemäß - und das auch noch systemübergreifend. Am besten kommt zumindest grafisch die Handheld-Version daher. In einheitlichem 2D-Stil gehalten wirkt das Spiel in sich stimmig, auch wenn es bei weitem nicht mehr als schlichtes Mittelmaß ist. Ein gröberes Eigentor schießt sich dabei die Wii-Variante. In einem vor Kanten und Flimmern nur so strotzenden 2D-3D-Mix versucht Batman vergeblich optisch zu gefallen. Auch die zweidimensionalen Level mit dreidimensionalem Hintergrund wurden schon auf der vergangenen Konsolengeneration ebenbürtig umgesetzt und wirken schlicht nicht mehr "up to date". Die Sprachausgabe, welche auf dem DS einmal mehr durch Abwesenheit glänzt, geht hingegen auf der Wii in Ordnung. Die Steuerung ist auf der Wii zudem weniger überladen als auf dem DS. Gerade auf der portablen Version kann es in den ersten Spielstunden zu einigen Fehleingaben kommen.
