Battlefield 5: Open-Beta gespielt - Gewohnt ordentliche Schlachten mit wenigen Bugs
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Nach der Beta ist kurz vor dem Release: Auch wenn der Erscheinungstermin von Battlefield 5 um einen guten Monat nach hinten verschoben wurde, kann man anhand der öffentlichen Testversion bereits sagen, was im November auf uns zukommt. Wir haben die Open-Beta ausgiebig gespielt und sagen euch in unserer Vorschau, was bereits gut funktioniert und woran DICE lieber noch arbeiten sollte.
Ein wenig Sorgen dürfte sich Electronic Arts schon machen, wenn es um den finanziellen Erfolg von Battlefield 5 (jetzt kaufen ) geht. Die Ankündigung des eigentlich heiß erwarteten Online-Shooters glückte nicht so recht - viel mehr beklagten sich langjährige Fans in Reddit-Threads und Youtube-Kommentaren etwa über die weiblichen Soldaten oder die angeblich viel zu grelle Optik des Spiels. Schlussendlich zeigt sich die eher verhaltene Aufnahme auch in den Vorbestellungen, jedenfalls wenn man den Analysten von Cowen Vertrauen schenkt. Die Experten bezeichneten die Vorverkäufe gar als schwach, vor allem im direkten Vergleich mit dem großen Konkurrenten Call of Duty: Black Ops 4.
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Ob die anscheinend schwachen Vorbestellerzahlen nun aber der Grund sind, dass der Release von Battlefield 5 um einen guten Monat verschoben wurde, oder ob es noch technische Probleme - etwa mit dem Battle-Royale-Modus - gibt, lässt sich schwer sagen. Die Entwickler selbst begründeten die Verschiebung mit dem Feedback zur spielbaren Alpha-Version, das ihnen immens hilfreich und wichtig war. Damit sie nun auch die Resonanz aus der am 11. September beendeten Open-Beta-Phase verarbeiten können, will DICE sich mehr Zeit gönnen und veröffentlicht Battlefield 5 deshalb erst am 20. November. Ganz so abwegig ist die Begründung natürlich nicht. Wir als erfahrene Spieleredakteure sehen aber noch einen weiteren möglichen Grund für die Verschiebung: Am ursprünglich Erscheinungszeitraum feiern auch so große Kaliber wie etwa Red Dead Redemption 2, Assassin's Creed: Odyssey sowie Call of Duty: Black Ops 4 ihre Releases. Ob die geplante Zielgruppe tatsächlich zwei oder auch drei Spiele in einem Monat kauft, wagen wir trotz der unterschiedlichen Genres zu bezweifeln.
Quelle: PC Games
Die Rotterdam-Map der Beta bot viel Abwechslung. Je nach Fahnenpunkt musste man sich - wie hier im Bild - etwa mit feindlichen Maschinengewehrschützen an den Fenstern auseinandersetzen.
Battlefield 5 im Beta-Check: Auf nach Holland!
Wie es aber spielerisch um Battlefield 5 steht, darüber brauchen wir nach der Open-Beta nicht mehr mutmaßen - schließlich haben wir mehr als 20 Stunden mit der zweiten Probephase verbracht. Die öffentliche Testversion beinhaltete neben der schon von der E3-Messe und der Alpha-Fassung bekannten Narvik-Map nun auch die auf der gamescom vorgestellte Rotterdam-Karte. Ansonsten war auch noch das fünfteilige Kapitel-Event Tides of War mit an Bord der Beta, das spezielle Herausforderungen für die Schlachten beinhaltete und den Beta-Teilnehmer bei Absolvierung mit einer exklusiven Erkennungsmarke belohnte. Laut den Entwicklern handelt es sich bei den Events um eine "dynamische Reise durch den Zweiten Weltkrieg, die alle paar Monate um neue Geschichten erweitert wird". In der Beta war das Feature unserer Meinung nach noch recht belanglos (es galt lediglich Erfolge wie etwa "Töte 15 Gegner" in den normalen Partien zu verdienen), aber sofern Spieler in der fertigen Version auf diese Weise tatsächlich kostenlos zu neuen Karten, Waffen und Spielmodi kommen, dürfte das ein immens wichtiger Faktor für die Langlebigkeit von Battlefield 5 werden.
Da wir bereits die Alpha-Version ausgiebig gespielt haben (die Vorschau zur Battlefield 5-Alpha findet ihr hier), interessierte uns vor allem die neue Rotterdam-Karte der Battlefield 5-Beta. Schon dem Namen nach handelte es sich hierbei um eine Stadt-Map, auf der in Häusern, Innenhöfen und auf offenen Straßen Wehrmachtssoldaten gegen Alliierte kämpfen. Uns hat hier nicht nur die Optik der Karte dank des immensen Detailreichtums sehr gut gefallen, sondern auch ihr abwechslungsreiches Design. So galt es im Conquest-Modus stets unterschiedliche Fahnenpunkte - etwa in einem Bankgebäude, in einer Tiefgarage oder auf einer Bahnbrücke - zu erobern und zu halten. Für alle Bereiche musste man unterschiedliche Taktiken anwenden, da etwa die Verstecke für Sniper und Support-Soldaten mit Maschinengewehren an gänzlich anderen Orten lagen oder die Zugangspunkte sehr verschieden waren. Ebenso waren die Kämpfe je nach Ort mal recht vertikal, weil es mehrere Stockwerke in einem Gebäude gab und mal eher flach - etwa in der Tiefgarage. Anhand der zwei gespielten Maps müssen wir auch sagen, dass es zwar ein wenig Schade um die nur acht enthaltenen Karten zum Release ist. Wenn sie aber ähnlich groß und abwechslungsreich wie die Rotterdam- und Narvik-Map ausfallen, sollten wir genügend Futter für die erste Zeit nach dem 20. November haben.
Battlefield 5 im Beta-Check: Umständliche Waffen
Ähnliches können wir auch über die Waffen sagen. Die Auswahl in der Beta war nicht gerade riesig - es gab vier Hauptwaffen für die vier Klassen (Assault, Medic, Support und Recon), die sich aber ebenfalls stark unterschieden. Für die Assault-Soldaten gab es etwa ein Sturmgewehr und drei Karabiner. Der Umgang mit einer automatischen Waffe im Vergleich zu einem halbautomatischen Gewehr unterscheidet sich wie Tag und Nacht. Das Gleiche traf auch auf die Waffen der Medics zu, obwohl es sich hierbei nur um vier Maschinenpistolen handelte. Die Unterschiede in puncto Schussfrequenz, Genauigkeit und Magazingröße zwischen einer MP40 und einer Suomi-Maschinenpistole waren groß genug, sodass man für jede frisch freigeschaltete Waffe eine gewisse Einarbeitungszeit benötigte. Auch das Balancing der Schießeisen ging unserer Meinung nach weitestgehend in Ordnung - zumindest für Beta-Verhältnisse. Einzig einige Pistolen fanden wir ein wenig zu stark, bei den übrigen Waffen hätten wir hingegen eine etwas höhere Schussgenauigkeit erwartet.
Quelle: PC Games
Die finnische Maschinenpistole Suomi M-31 schießt zwar schnell, hat aber ein kleines Magazin und ist auf Entfernung alles andere als genau.
Schade hingegen war, dass man die Waffen nicht zwischen den Runden verbessern konnte, sondern umständlich über das Hauptmenü upgraden musste. Das sollte DICE unbedingt noch vor dem Release beheben! Uns hat das auch doppelt geärgert, denn die Squad-Mechanik war in der Beta relativ stark verbugt. Unsere Versuche mit einem vorher festgelegten vierköpfigen Team in ein und dieselbe Partie einzusteigen, scheiterten regelmäßig. Mal flog einer spontan aus der Squad raus, mal trennte der Server die Verbindung noch vor Match-Anfang zu einem Mitspieler. Schlussendlich sind wir dann nacheinander manuell über den Serverbrowser in die Partien eingestiegen, was mitunter mehr als fünf Minuten dauerte.
Einen anderen Bug gab es zudem in der Spawn-Mechnanik: Falls Mitspieler versuchten einen virtuellen Kameraden wiederzubeleben, der bereits einen fatalen Kopfschuss abbekommen hatte, landete der Wiederbelebte in einem Spawn-Nirwana und konnte nicht mehr in die Partie wiedereinsteigen. Auf weitere schwerwiegende Bugs sind wir aber nicht gestoßen, lediglich seltene Grafikfehler zeugten davon, dass wir eine Beta-Version spielten.
Battlefield 5 im Beta-Check: Ganz ordentlich!
Eine weitere positive Auffälligkeit der Beta war unserer Meinung nach die Performance. Während es in der Alpha diesbezüglich - je nach Rechner - noch leichte Schwierigkeiten gab, lief Battlefield 5 nun in der Beta bereits auf Mittelklasse-Gaming-PCs recht rund. Wir konnten auf unseren zwei Systemen (i7-4790 @ 3,6 GHz, Geforce GTX 980 und 16 GB RAM sowie AMD FX 8350, Radeon RX480 und 16GB RAM) mit konstanten 60 FPS Battlefield 5 mit hohen Details spielen. Abstürze haben wir während der Spielzeit von rund 20 Stunden keine gehabt und auch die Ladezeiten gingen meistens in Ordnung.
Quelle: PC Games
Auch die Narvik-Map, die bereits auf der E3 vorgestellt wurde, war ein Teil der Battlefield 5-Open-Beta.
So hinterließ die Battlefield 5-Beta bei uns einen ordentlichen Eindruck. Natürlich ist es schon auffällig, dass der kommende DICE-Shooter wenig an der grundlegenden Formel der Reihe ändern wird und die bisher vorgestellten Neuerungen wie das Aufbauen von Barrikaden oder die abschleppbaren Geschütze das Gameplay nur marginal beeinflussen. Wem aber die großangelegten Mehrspielerschlachten und das Szenario im Zweiten Weltkrieg liegen, dürfte von Battlefield 5 sowohl technisch als auch spielerisch nicht enttäuscht werden. Wir sind auch zuversichtlich, dass DICE in den kommenden Wochen noch am Balancing feilen und auch sonst auf das Feedback der Spieler eingehen wird - und hoffentlich nicht auf die Idee kommt, wie in Star Wars: Battlefront 2 die Community nach dem Kauf in einem Ingame-Shop dreist zur Kasse zu bitten.
