Battlefield 6 knallt endlich wieder! - Wir haben den Shooter stundenlang gespielt
Special
Battlefield knallt endlich wieder! Wir klären, was den neuen Shooter ausmacht und wie EA das verloren gegangene Vertrauen endlich zurückgewinnen will.
"Denkt daran, nicht vorbestellen!" - Als der Enthüllungstrailer von Battlefield 6 auf YouTube veröffentlicht wurde, etablierte sich dieses Mantra schnell als Top-Kommentar mit über 200.000 Likes. Es liegt schon ganz schön was im Argen bei einer alteingesessenen Spieleserie, wenn die Fanbase so misstrauisch geworden ist. Leider hat EA auch "hart" dafür gearbeitet, den Ruf der Battlefield-Serie von Höhepunkten, wie Battlefield 3 oder Battlefield 1 langsam aber sicher ins Negative zu verkehren.
Vor allem Battlefield 2042 war für viele Serienveteranen ein Schlag ins Gesicht. Trotzdem steckt auch noch viel Hoffnung in der gebeutelten Community. Hoffnung, dass der nächste Teil endlich wieder überzeugen kann. Um das endlich selbst herauszufinden, haben wir uns bei einem Vorschau-Event stundenlang ins neue Battlefield gestürzt. Und wir sind mit einem Grinsen wieder nach Hause gefahren, denn ja: Battlefield knallt endlich wieder!
Dieses Mal richtig
Als uns die Entwickler in einer kurzen Präsentation die Inhalte und die Ziele von Battlefield 6 (jetzt kaufen 69,99 € ) erklären, betont man vor allem eine Sache: Jeder Inhalt im neuen Serienteil wird haargenau unter die Lupe genommen und getestet. Sei es jetzt von den vier Entwicklerstudios selbst, die an Battlefield 6 arbeiten oder unter Zuhilfenahme der Community im Battlefield-Labs-Programm.
Damit will man die Fehler von Battlefield 2042 um jeden Preis vermeiden, das wohl größtenteils ungetestet einfach auf den Markt geschmissen wurde. Sonst hätte man schließlich gemerkt, dass Flaggenpunkte an denkbar schlechte Orte gesetzt wurden oder Hovercrafts an Wänden hochfahren konnten. Battlefield 2042 war also ein harter Denkzettel für die Entwickler, und man mag es kaum glauben, aber es sieht so aus, als hätte EA tatsächlich daraus gelernt.
Mit Vince Zampella wurde der ehemalige CoD-Erfinder und spätere Titanfall-Papa an die Spitze der Battlefield-Marke gesetzt. Anschließend wurden Studios umstrukturiert und Kommunikationswege reformiert. Zu guter Letzt wurde eine klare Richtung festgelegt, in die sich das nächste Battlefield bewegen soll. Diese Richtung lautet: "Back to the Roots". Die Vorbilder sind Battlefield 3 und 4.
Dafür schmeißt man zuallererst das konstruierte und sehr künstlich wirkende Szenario von 2042 aus dem Fenster. In Battlefield 6 gehen wir nur zwei Jahre in die Zukunft, in das Jahr 2027. Die NATO ist geschwächt und einige europäische Staaten haben das Militärbündnis verlassen. Gleichzeitig ist mit der Pax Armata eine private Militärgruppierung aufgestiegen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die NATO zu eliminieren und die von diversen Staaten unterstützt wird.
Mit ordentlich Klasse
Battlefield 6 hat also wieder zwei klare Gegnerfraktionen, zwischen denen sich alles abspielt und mit denen man auch eine spannende Geschichte erzählen kann. Es soll nämlich auch endlich wieder eine Singleplayerkampagne dabei geben, die sich um eine Spezialeinheit zwischen den Fronten dreht. Zu der konnten wir aber bisher noch nicht viel sehen. Unser Event drehte sich komplett um den Multiplayer-Modus.
Der steht auch im Fokus der Entwicklung und soll die besten Elemente der Battlefield-Serie vereinen und ein geerdetes, dreckiges Erlebnis bieten. Die erste Zutat dafür ist der eigene Charakter. Battlefield 6 bringt endlich das gute alte Klassensystem zurück! Anstatt irgendwelcher festgelegter Helden mit dummen Sprüchen spielen wir wieder handfeste Soldaten, die in vier verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Bei Sturmsoldat, Pionier, Versorger und Aufklärer schlagen Fanherzen höher.
Quelle: PC Games
Der Versorger zieht einen Soldaten aus der Schusslinie
Die Klassen wurden aber an einigen Stellen optimiert und angepasst. So verschmelzen die Entwickler die Aufgaben von Versorger und Medic in eine Klasse. Man schmeißt jetzt also ein Kombipaket aus Munition und Heilung rum. Obendrauf hilft man den Kollegen mit Spritze oder Defi vom Boden auf.
Richtig cool ist, dass man tote Soldaten beim Revive mit der Spritze jetzt auch aus der Schusslinie ziehen kann, bevor man sie wieder aufstellt. Das verhindert einerseits Todesspiralen, weil man nach dem Revive nicht direkt wieder von Kugeln durchsiebt wird. Andererseits treibt es das Adrenalin hoch, wenn man als Medic die Kollegen dramatisch aus dem Kreuzfeuer zerrt.
Übrigens muss man nicht zwingend Versorger sein, um die Kollegen im Vierer-Squad wiederzubeleben. Ohne Sanitäterausbildung dauert der Prozess aber deutlich länger. Wer den Defibrillator zur Hand nimmt, kann entweder gleich draufhämmern oder ihn etwas Aufladen. Je nachdem startet der Patient mit halber oder voller Gesundheit wieder rein. Ein bisschen Sorgen macht uns das Komplettpaket namens Versorger aber schon. Denn wer Heilung. Munition und ein dickes MG mit sich rumschleppt, kann sich auch schnell mal verschanzen und ist nicht auf Teamkameraden angewiesen.
