Battlefield Hardline: Meinungen zur Battlefield Hardline Beta

Special Sandro Odak
Battlefield Hardline Beta: Drei Spieler, drei Meinungen.
Quelle: Electronic Arts

Wir haben drei erfahrene Shooter-Spieler zusammen und getrennt an die Beta von Battlefield Hardline gelassen. Wie finden sie die Neuerungen? Wie schneidet die Technik ab? Und vor allem: Wie viel Battlefield steckt in dem neuen Teil?

Drei unterschiedliche Spieler, und dennoch drei Battlefield-Fans. Wir haben die Beta von Battlefield Hardline von Sven Huber (eher Singleplayer), Alexander Schneider (kompetitiver Battlefielder) und Sandro Odak (Freizeit-Battlefielder) testen lassen. Das sind ihre Meinungen. Auf eine vollumfängliche Text-Vorschau haben wir verzichtet. Spielt die Beta einfach selbst auf PC, Playstation 4 oder Xbox One an und sagt uns in den Kommentaren, was ihr davon haltet. Oder schaut euch unser Let's Play am Ende des Artikels an, um Detailfragen zu Waffen, Upgrades und Karten zu klären.

Sandro Odak: "Zu hektisch und chaotisch."
Leere Karten: Sandro fehlen Fahrzeuge und das Stein-, Schere-, Papier-Prinzip. Quelle: EA/Visceral Leere Karten: Sandro fehlen Fahrzeuge und das Stein-, Schere-, Papier-Prinzip. Zuletzt, als ich die Kampagne von Battlefield Hardline gesehen habe, war ich noch guter Dinge. Vielleicht bildet Viscerals Erstlings-Battlefield tatsächlich einen Gegenpol zu den schrecklich dummen Geschichten der anderen Serienteile. Mit Ausnahme des ersten Bad Companys waren die Kampagnen durchgehend schrecklich inszenierte Call of Duty Nachmachen. Ich wollte Hardline deshalb auch online eine Chance geben. Nun ist die zweite Beta da und ich bin nicht überzeugt. Der Hotwire-Modus ist zwar interessant, mir persönlich aber zu chaotisch. Man muss Autos einnehmen und schnell damit im Kreis fahren, um dem Gegner Tickets abzuziehen. Das ist dumm und läuft auf ein albernes Karambolage Derby hinaus. Selbst der Überfall-Modus, der auf eine taktischere Fanbase abzielt, bringt keine Kontinuität ins Spiel. Battlefield war für mich aber immer auch ein taktischer Team-Shooter. Eine Art Stein-Schere-Papier-Krieg, wegen der unterschiedlichen Fahrzeuge und Charakterklassen. Die Hektik von "Überfall" zeigt aber, dass Visceral nicht verstanden hat, was die Massen an Heist-Spielen wie Payday so begeistert. Die engen Karten sind auf viel Action und wenig Strategie ausgelegt. Und auch, dass Fahrzeug-Gefechte im Conquest-Modus so gut wie inexistent sind, macht mir zu schaffen.

Alexander Schneider: "Für mich heißt es Hardfail."
Alexander: Grafisch kommt Hardline auf der Xbox One nicht mal an seinen Vorgänger ran. Quelle: PC Games Hardware Alexander: Grafisch kommt Hardline auf der Xbox One nicht mal an seinen Vorgänger ran. Battlefield Hardfail. So lautete mein Eindruck nach der ersten Beta zur E3 2014. Gerne hätte ich mich mit der neuen Beta eines Besseren belehren lassen – geschehen ist dies nicht. Es steht Battlefield drauf. Es steckt die "Battlefield"-Engine Frostbite drinnen und es gibt auch DEN Battlefield-Modus schlechthin: Eroberung. Aber trotzdem steht für mich fest: In Hardline steckt kein Battlefield. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen wird dieses Spin-Off auch eine Fangemeinde finden. Es ist grundsätzlich kein schlechter Shooter, aber für mich fühlte sich alles etwas komisch und falsch an. Waffen die ich aus der Reihe bereits kenne, haben auf einmal ein ganz anderes Handling, Treffer an mir oder meinen Feinden "spüre" ich nicht. Anders gesagt: Ich habe bei den Gefechten absolut kein Feedback bekommen. Das Verbrecher-Polizist-Schema will irgendwie nicht ins Battlefield-Konzept passen. Es gibt durchaus interessante Ansätze. Der Modus Bankraub ist im Grunde eine Abwandlung von Rush, es spielt sich auch dementsprechend schnell. In Hotwire lasse ich die Reifen nur so quietschen. Und das neue Menü für die verschiedenen Klassen – so verschachtelt es auch sein mag – bietet nun die Möglichkeit einige der Upgrades gezielt zu kaufen. Man sieht anhand der Beta, dass das Spiel auf jeden Fall Potential hat. Ich weiß aber, dass ich besser damit beraten bin auf ein richtiges, neues Battlefield zu warten. Da warte ich auch gerne bis Ende 2016.

Sven Huber: "Opfer seines Namens"
Sven: EA verfehlt die Zielgruppe. Quelle: EA/Visceral Sven: EA verfehlt die Zielgruppe. Auweiha. Ich prophezeie Battlefield Hardline eine schwere Kindheit im Schatten seines großen Namens. Nach einigen Stunden in der Beta frage ich mich: Wen will Visceral ansprechen? Die Battlefield-Fans werden enttäuscht sein. Es fehlen, gerade in den "großen Modi" wie Conquest, die taktischen Elemente, die durch den Einsatz der vielen Fahrzeuge ins Spiel kamen. Sicher bietet Hardline auch Autos und zwei Helis, aber das reicht einfach nicht an die Vielfalt des großen Bruders heran. Das Waffen-Balancing muss auch dringend überarbeitet werden, aber da wollen wir mal keine Steine werfen, da Battlefield in der Hinsicht immer erst reifen musste. Die schnellen Spielmodi sind für mich nicht das Gelbe vom Ei. Beim Heist-Modus hatte ich das Gefühl, dass die Cops klar im Vorteil waren. Einzig der Hotwire-Modus war eine nette Abwechslung, gewissermaßen Conquest mit schnell-beweglichen Flaggenpunkten. Wenn man also die Battlefield-Fans nicht so wirklich anspricht, vielleicht erreicht man dann neue Zielgruppen (schon alleine wegen des recht frischen Settings)? Auch hier bin ich skeptisch denn der Name "Battlefield" steht nun einmal für ausladende MP-Schlachten. Genau das schreckt womöglich viele Neukunden ab, die bislang genau deswegen einen Bogen um die Reihe machten. Vielleicht hätte man mehr Mut beweisen und Hardline als eigenständige Marke etablieren sollen. Alternativ hätte man es als Add-On anbieten können. Als Hybrid, befürchte ich, zielt man genau ins Niemandsland zwischen alten Fans und neuen Interessenten.

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