Test zu Bee Simulator: Mit den süßen Honigproduzenten auf Du und Du
Test
Herumsummen und den Bienenstock retten: Der Bee Simulator liefert nicht ganz, was der Titel suggeriert, ist aber für kleine Tierfreunde eine (eingeschränkte) Empfehlung wert. In unserem Test sagen wir, was den Bee Simulator von anderen "Simulatoren" der letzten Zeit unterscheidet und warum er tatsächlich dabei helfen kann, mehr über die kleinen gelben Honigliebhaber herauszufinden.
Eine klassische Simulation bietet der Bee Simulator (jetzt kaufen ) nicht, so viel gleich vorweg. Hier gibt es nichts zu organisieren oder aufzubauen, vielmehr verkörpert ihr das jüngste Mitglied eines Bienenstaates, der in einem hohlen Baum im Central Park residiert. Um die Insekten mit mehr Persönlichkeit zu versehen und für eine Bindung zu Story und Figuren zu sorgen, haben sich die Entwickler für einen gewissen Grad der Vermenschlichung der Sechsbeiner entschieden.
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Gebildete Bienen
Die Bienen können im Bee Simulator sprechen, sogar mit deutscher Sprachausgabe. Dazu müsst ihr zunächst den kostenlosen Patch herunterladen, sonst erklingen englische Stimmen mit deutschen Untertiteln. Und was hat man als fleißiges Bienchen so zu tun? Pollen sammeln zum Beispiel. Um die Honigvorräte des Stockes zu füllen, düst ihr über Blütenpflanzen (landen müsst ihr nicht) und sackt den Pollen dabei automatisch ein. Mit der Bienensicht erkennt ihr den Raritätsgrad der Pflanze farblich codiert - am seltensten sind violett schimmernde Gewächse. Wenn ihr voll bepackt seid, kehrt ihr zu den Waben zurück und ladet die süße Fracht ab.
Aber als Biene lebt es sich nicht nur friedlich. Ihr kämpft zum Beispiel gegen Wespen und Hornissen. Das läuft rundenbasiert ab und erschöpft sich im Drücken der angezeigten Buttons im richtigen Moment. Spielerisch ist der Bee Simulator insgesamt recht seicht und ausbaufähig. Das Fliegen funktioniert zwar einigermaßen, fühlt sich aber ziemlich fummelig an - immerhin lässt sich die Sensibilität der Sticks zu einem gewissen Grad regeln. Selbst auf dem niedrigen von zwei Schwierigkeitsgraden kann es trotzdem bei den Rennmissionen, in denen man etwa anderen Insekten folgen muss, durch die nervöse Kontrolle zu Fehlschlägen kommen. Bei einem Titel, in dem man so viel Zeit in der Luft verbringt, sollte das Herumbrummen einfach mehr Spaß bereiten.
Und diese Biene, die ich spiele
Quelle: PC Games
Bei Auseinandersetzungen mit Feinden müsst ihr eine Reihe von Quick-Time-Events absolvieren.
Sicherlich liegen die technischen Probleme des Bee Simulators nicht an mangelnder Hingabe der Entwickler zu ihrem Spiel. Dass hier wirklich viel Liebe zur Natur und Insektenwelt drinsteckt, merkt man an jeder Ecke. Ihr trefft Spinnen, Grashüpfer, Libellen und viele andere Tiere. Die Welt mal aus einer anderen, viel kleineren Perspektive zu sehen, ist einfach spannend. Noch eindrucksvoller wäre die virtuelle Verwandlung in eine Biene natürlich gewesen, wenn die Umgebung und die Modelle besser aussähen. Dazu kommen Ruckler und lange Ladezeiten, vor allem beim Starten des Abenteuers. Wo der Bee Simulator aber ohne Frage punktet, ist bei der Wissensvermittlung. Auch, wer sich für Natur und Umwelt interessiert, erfährt hier bestimmt noch ein paar neue Fakten. Braucht zwar eigentlich keiner, die Kinder wird es aber sicher freuen: Im Verlauf des Spiels schaltet ihr neue Kostüme für eure Biene frei.
Der Umfang des Bee Simulator bleibt überschaubar: Etwa vier Stunden benötigt ihr nur für das Durchspielen, fleißige Bienchen sind sogar noch schneller fertig. Neben dem Einzelspielerpart gibt es einen lokalen Mehrspielermodus für zwei Teilnehmer. Im Splitscreen könnt ihr dann Aufgaben und Minispiele gemeinsam erledigen. Im freien Spiel erkundet ihr den Park nach Abschluss der Kampagnen auf eigene Faust. Das sind nette Dreingaben, welche die Spielzeit aber nicht eklatant verlängern.
Summa summarum
Quelle: PC Games
In der blau getönten Bienensicht, die ihr mit dem Klicken auf den rechten Stick aktiviert, erkennt ihr den Seltenheitsgrad der Pollen in der Nähe.
Die Zielgruppe des Bee Simulators sind Familien. Kinder dürften sich am simplen Spielprinzip nicht allzu sehr stören, die überraschend frustigen Rennabschnitte sind dabei die Ausnahme. Von schrägen Blödelei-Simulatoren wie Goat Simulator, dem Grass Simulator oder auchI am Bread ist der Bee Simulator weit entfernt, die Moralkeule wird aber trotzdem nicht zu offensichtlich geschwungen. Alles in allem ist dieses Indiegame eine Empfehlung wert, wenn ihr euch für Natur interessiert und ein familienfreundliches Spiel sucht - der schmale Umfang, die technischen Macken sowie das offensichtlich schmale Budget sollten euch aber bewusst sein. Übrigens: Der Soundtrack ist wirklich gelungen!
