Ben macht keine wirklich gute Figur, das Alien-Drama findet aber ein gutes Ende.
Das Leben kann schon hart sein, vor allem wenn man als Teenager sein Dasein fristet und parallel dazu die Welt retten soll. Ben Tennyson und seine Freunde, bekannt aus der beliebten TV-Serie "Ben 10 Alien Force", aktuell auf Cartoon Network und Kabel 1 zu sehen, bekommt es im neuesten Abenteuer "Vilgax Attacks" mal wieder mit ihren ultimativen Gegenspieler Vilgax zu tun. Diesem Schurken fällt nichts sinnvolleres ein, als die Erde zu unterjochen, wobei auch weitere Planeten durchaus dran glauben dürfen. Helft dem jungen Helden, das Schicksal zum Guten zu wenden!
Ben 10 Alien Force: Vilgax Attacks
Schule aus, in den Park gehen und faulenzen - nichts da! Die Pläne eines ganz gemütlichen Alltags können sich Ben und seine Freunde mal getrost von der Tagesordnung streichen. Oberschurke und Erzrivale Vilgax rückt mit seiner Arme an und lässt die Erdoberfläche gewaltig erbeben. Ein erbitterter, aber wohl auch recht aussichtsloser Kampf entflammt und kurz vor Schluss scheint unser schöner Planet dem Untergang geweiht. Seinem Namen alle Ehre machend erscheint Professor Paradox in aller letzter Minute und schickt Ben mitsamt seinen Freunden - ein glanzvoll genialer Plan des Genies - in die Vergangenheit und ermöglicht es den Helden, die Invasion aufzuhalten, noch bevor diese die Erde erreichen kann.
Ben 10 Alien Force: Vilgax Attacks
Die vom Spielumfang her mit nur ganz wenigen Stunden relativ kurze Reise führt euch durch die gesamte Galaxie auf diverse fremde Planeten, welche mit skurrilen Farben und Formen auf sich aufmerksam machen. Die Nintendo DS Variante entpuppt sich dabei als eine Mischung aus klassischen 2D-Plattformeinlagen gemischt mit einer gewissen Portion an suboptimaler Actionkost. Während Ben über den Bildschirm flitzt, einigen Fallen wie giftgrünem Schleim und tiefe Schluchten aus dem Weg geht, diverse Klettereinlagen absolviert und dabei von Plattform zu Plattform springt, stellen sich immer diverse Schergen des Vilgax in den Weg. Lästig wie diese Alienarmee an Kriechtieren, Zweibeinern und sonstigem Vieh nun mal ist, lässt man die Fäuste fliegen und verpasst dem einen oder anderen noch einen kräftigen Arschtritt hinterher.
Ben 10 Alien Force: Vilgax Attacks
Die Kämpfe fallen alles andere als spektakulär aus, vielmehr hämmert man auf die Y-Taste für einen leichten Schlag und lässt gelegentlich mit dem A-Knopf einen Spezialangriff auf die Schergen los. Das ganze wirkt so stupide, dass einem schon nach wenigen Minuten der Spaß vergeht - vor allem da sich in einigen Arealen fast schon unendliche Feinde immer und immer wieder manifestieren. Und plötzlich, nach einigen Minuten, taucht einer der vielen Zwischenbosse auf - endlich Action, endlich Abenteuer, endlich was zu tun, ohne wie ein blöder den Nintendo DS zu bearbeiten. Weit gefehlt! Den ersten Endgegner haben wir mal ohne mit der Wimper zu zucken und eine Taktik anzuwenden dorthin zurück geschickt, wo er hergekommen war (aus einer Plakatwand - immerhin ein wirklich origineller Einfall der Entwickler). Doch ganz so negativ darf man das Kampfsystem nicht sehen und vor allem später muss man durchaus auch mal ein paar kleine Dinge parallel erledigen, um einen Boss überhaupt in irgend einer Form verletzen zu können.
Die Plattformkost bessert den Gesamteindruck letztendlich auch nicht sonderlich auf. Einerseits wirkt das Leveldesign völlig angestaubt und nicht zeitgemäß, andererseits vermag die Grafik nicht zu überzeugen. Die Comic-Atmosphäre ist gegeben, keine Frage und auch die Zeichnungen der Zwischensequenzen stehen dem Zeichentrick in nichts nach, doch die Hintergründe hätten ein paar Details mehr durchaus vertragen können. Zwar wurden einige Bereiche animiert, so steigt zum Beispiel der Rauch auf oder die glibbrige Säure wabert dem Boden entgegen, ein paar Perspektiven mehr als nur eine platte Zeichnung hätten dem guten Ben, bzw. seinem galaktischem Abenteuer aber ganz gut getan.
Ben 10 Alien Force: Vilgax Attacks
Was dieses Spiel aber aus der Masse heraus hebt, ist Bens Fähigkeit der Gestaltenwandlung. Mit Hilfe seines Omnitrix kann sich der Held in zahlreiche Monster und Figuren verwandeln, welche alle ihre persönlichen Eigenschaften mit sich bringen. Mit Spidermonkey klettert man Häuser empor, der nächste kann durch Feuer gehen während wieder ein anderes Alien Säure aushält. Die Nintendo DS Version kommt übrigens mit einem exklusiven Charakter, dem Alien Upchuk daher. Der Wechsel zwischen den insgesamt 10 Aliens per Touchscreen geht, sofern man sich daran gewöhnt hat, recht flott von der Hand. Das Gameplay gewinnt mit den unterschiedlichen Fähigkeiten ein wenig an Abwechslung, die in den witzigen Shooter-Passagen zwischen den Planetenbesuchen dann tatsächlich auch ganz groß geschrieben wird. Diese erinnern ein wenig an Sidscroll-Shooter wie "Ikaruga" und Konsorten und machen durchaus Laune. Abgerundet wird das trotz allem dann doch eher schmucklose Spektakel mit einem kleinen Shop, welcher euch neue Techniken und Angriffe verspricht, dafür muss aber auch ein gewisser Obolus verrichtet werden.
