Bioshock 2 im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

... ist mehr als ein Videospiel, es ist ein Spiel mit der Psyche des Menschen, das uns mit unseren Abgründen konfrontiert.

200.000 Volt lässig aus der Hand geschüttelt 200.000 Volt lässig aus der Hand geschüttelt Wenn in solchen Momenten das Little Sister sagt: "Wo mein Daddy ist kann mir nichts passieren" oder "Mein Daddy passt immer auf mich auf", beginnt eine Gehirnregion beim Spieler aktiv zu werden, die kein anderer Egoshooter anzusprechen vermag. Auf die Spitze getrieben wird dieses Spiel wenn wir die Mädchen zum Schlafen abliefern und vor die Wahl gestellt werden, ob wir sie töten, um in den Besitz des ganzen ADAM zu kommen, oder ob wir sie gehen lassen und zur Belohnung nur die Hälfte erhalten. Hier wird ganz klar die Empathiefähigkeit des Spielers ausgelotet. In Bioshock 2 treibt man dies sogar auf die Spitze, was einem spätestens bei dem vielleicht genialsten aller Enden klar wird, das uns der Titel bietet. Die Anständigkeit verbietet mir euch darüber mehr zu verraten, aber ihr könnt euch auf einen wahrlich bombastischen Schluss freuen wie ihn nur wenige Spiele bieten. Zudem gibt's, wie man erwarten konnte, wieder verschiedene Enden, je nachdem wie wir uns im Spiel verhalten haben.

Eine Big Sister Eine Big Sister Grafisch und soundtechnisch spielt auch Bioshock 2 wieder in der obersten Liga mit. Das Art Deco Design von Rapture und die Musik der 30er versprühen nach wie vor ihren ganz eigenen Scharm. In meinen Augen ein besonderes Highlight stellen die einmal vollgelaufenen und nun wieder leergepumpten Bereiche Raptures dar, sowie die Unterwasserabschnitte. Zugegeben, an mancher Stelle fragt man sich schon wie spezifische Dinge eigentlich funktionieren sollen, wie ein Spracherkennungssystem wo es doch keine modernen Computer in Rapture gibt. Auf der anderen Seite müssen sie in der Stadt ja auch einen Gen-Sequenzer besitzen, wie sonst sollte man die Plasmide herstellen? Das aber sind nur Kleinigkeiten über die sich wahrscheinlich nicht viele Gedanken machen, während sie durch das Fenster ihrer Taucherhaube die abstrus faszinierende Welt von Rapture erleben.

Technisch bleibt noch zu sagen, dass man auch an der Steuerung etwas gebastelt hat, ebenfalls um wichtige Dinge schneller ausführen zu können, was man aber nur bemerkt wenn man eben den Vorgänger spielte. Nach wie vor kann an jeder Stelle im Spiel gespeichert werden und wenn wir einmal das virtuelle Leben aushauchen werden wir an der letzten Vita Chamber wiederbelebt. Wem das zu leicht erscheint, denn dank dieses Features ist es schon möglich sich an verzwickten Stellen "voranzusterben", kann die Vita Chambers auch ausschalten.

Als Big Daddy kann man auch die Außenbereiche betreten Als Big Daddy kann man auch die Außenbereiche betreten Nicht unerwähnt lassen darf man, dass es in Bioshock 2 erstmals auch einen online Multiplayer-Mode gibt, der zeitlich vor dem ersten Teil angesiedelt ist, also inmitten des herrschenden "Bürgerkriegs" in Rapture. Unabhängig von unserem Fortschritt im Singleplayer-Mode leveln wir dort unsere Spielfigur auf und erlangen so Zugriff auf neue Fähigkeiten und Waffen. Dabei existiert ein ganz klassischer Deathmatch-Mode ebenso wie ein paar Team basierte Spielvarianten. Allen gemein ist, dass man auch im Multiplayer mit der Geschichte Raptures konfrontiert wird, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im SP-Mode. Trotzdem kann man so manch spannenden Kampf im MP erleben, auch wenn man sich Bioshock 2 primär sicher wegen des Singleplayer-Modes kaufen wird. Der MP stellt in meinen Augen zwar eine gelungene, aber doch nur eine Dreingabe zum einmaligen Einzelspielererlebnis dar.

Meinung

Wertung zu Bioshock 2 (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Die preisverdächtige Geschichtedas Spiel mit der Psychedie „verlinkbaren“ PlasmideToniken und Waffendie optimierte Steuerungdie Güte der Grafik und die hohe Qualität des Soundsdie emotional immer passende Sprachausgabe (in Englischdie deutsche Synchronisation stand uns zum Test noch nicht zur Verfügung)der Wiederspielwertman wird wenigstens zu zwei Durchgängen animiert um die verschiedenen Enden zu erleben
Nach wie vor bleiben einige Fragen offenetwas mehr neue Gegner hätten es schon sein dürfendie „durch das Fenster Gespräche“ wirken inzwischen etwas altbacken
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