Boogie im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Können Bubba und Co. das bisher nicht gerade umwerfende Spiel retten und Singstar verwöhnte PS2-Spieler an Land ziehen?

Von Duschenopern und Katzengejammer

Erwachsene Spieler werden nach wie vor kaum etwas mit den quietsche bunten Farben und überzeichneten Charaktere anfangen können. Aber auch heranwachsende Jugendliche werden sich mit dem Spiel schwer tun. Daher gilt nach wie vor, dass man mit "Boogie" wohl eher eine jüngere Zielgruppe angestrebt hat. Das spiegelt sich auch im Schwierigkeitsgrad wieder, der selbst auf schwer für begnadete Gesangskünstler sehr human ausgefallen ist. Den Tanzpart bekommt man eh mit links hin, da ohne Nachdenken monoton auf den Controller eingehackt werden kann.

Boogie Boogie Anhand der musikalischen Auswahl haben wir aber immer noch bedenken, ob die Musik der Zielgruppe entsprechend ausgewählt wurde. EA versammelte in "Boogie" durchaus einige partytaugliche und interessante Songs wie "It's Raining Man" oder das aus dem Musical Greace stammende "You're The One That I Want". Auch die damals noch freche Britney Spears sollte einigen Spielern mit "Oops I Did It Again" noch im Ohr sein. Doch sorgen auch einige wirklich happige Stücke für herbe Enttäuschungen, vor allem bei jüngeren Spielern und Leuten, die im Singen einfach noch nicht so geübt sind. Die drei vorhandenen Songs der Jackson 5 gehören nicht gerade zu den Werken, die ein Duschensänger täglich in seiner heißnassen Kabine trällern wird. Aber auch gelegentlich hinein gerutschte Partysongs, die eher auf Sprechgesang als tatsächliche Melodien ausgelegt sind, haben spielerisch eher wenig Wert. Wer möchte denn monotones und abgehacktes Gesabbel wie bei M.C. Hammers "You Can't Touch This" brabbeln, auch wenn der Refrain von allen anwesenden Gästen mitgegrölt wird. Da fällt es vor allem bezogen auf die Zielgruppe schwer, die musikalische Zusammenstellung zu bewerten. Denn diese ist ansonsten durchaus erhaben und auch klanglich bis auf wenige Ausnahmen gut eingespielt.

Technisch der Wii unterlegen

Boogie Boogie Der Ableger für die Playstation 2 hat dank der Nutzung der Singsar Mikrofone durchaus qualitative Vorteile, die sich deshalb vor allem im Karaoke Teil widerspiegeln. Das Zusammenspiel der Soft- und Hardware ist gut ausbalanciert und funktioniert tadellos - sogar besser, als auf der Wii. Dennoch muss sich die Playstation 2 im Generationenkampf geschlagen geben. Dies ist vor allem in minimal längeren Ladepausen und einigen technischen Mängeln begründet. Im Karrieremodus (und einzig alleine dort) hatten wir sogar mit dem Problem zu kämpfen, dass unser Gesang zeitverzögert über die Lautsprecher wiedergegeben wurde. Dies ist nicht nur ein nerviger Hall, sondern irritiert beim Singen. In optischer Hinsicht fallen die Unterschiede nur marginal aus. Objekte und grafische Kanten wirken deutlich abgestufter und weisen deutlichere Pixel auf, als noch auf Nintendos Konsole. Bis auf den verzögerten Gesang sollten diese Mängel aber nicht über den Kauf entscheiden, denn ansonsten ist das Spiel solide programmiert und ausbalanciert spielbar.

Meinung

Wertung zu Boogie (PS2)

Wertung:

6.2 /10
Pro & Contra
Viele und durchaus nette Songstechnisch fast einwandfreiUnterstützung der Singstar-Mikrofone
Musikauswahl nicht Zielgruppengerechtlangweiliges Tanzprinzip (das noch langweiliger durch das Fehlen der Wii-Remote wird)kitschiges Designsehr humaner SchwierigkeitsgradSoundverzögerung im Storymodus
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