Borderlands im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Wir haben zwar nicht alle Bazillionen Waffen eingesammelt, sind aber dennoch begeistert vom RPG-Shooter Borderlands!

Bist du zu schwach, sind sie zu stark

Borderlands Quelle: PC Games Borderlands Glücklicherweise kann man vor einem Quest ersehen, ob der eigene Held genügend Erfahrung gesammelt hat, um überhaupt eine Überlebenschance zu haben. Falls nicht, sollten vorher leichtere Aufträge in Angriff genommen werden, die zu genügend Erfahrungspunkten verhelfen. Die Quests können bequem im Inventar verwaltet und aktiv geschaltet werden. Auf der aufrufbaren Karte ist dann ersichtlich, wohin man gehen muss. Eine ständig eingeblendete Minimap ist leider nicht vorhanden. Dafür darf der Suchende auf einen Kompass zurückgreifen, der grob die Richtung vorgibt. Und da man im harten Leben eines Abenteurers viel zu oft in den Wüstensand beißt, sind überall so genannte New-U-Stationen verteilt, die unsere DNA wieder herstellen, natürlich gegen einen kleinen Obolus, der mit ansteigendem Level dummerweise immer höher ausfällt. Danach kann man direkt wieder in den Kampf einsteigen, obwohl dabei kleinere Wege zurückgelegt werden müssen, bis das Kampfgeschehen erneut brummt. Manchmal sind die Stationen dennoch sehr schlecht verteilt. Getötete Gegner stehen in diesem Fall glücklicherweise nicht auf, verletzte Feinde erfreuen sich allerdings wieder bester Gesundheit, was vor allem bei Bossen nervt, denn verbrauchte Munition bleibt auch verschossen. Wenn man Pech hat, steht man irgendwann ohne Geld und Waffen da. Ein etwas zweifelhaftes Checkpoint-System, das nicht jedem schmecken wird.

Borderlands Borderlands Ist man zu Boden gegangen, hat man für kurze Zeit doch noch die Möglichkeit weiter zu kämpfen, indem man vor dem Verbluten noch einen Opponenten ausschaltet. Obwohl in Dungeons, Freiluftgebieten und Co. viele Speicherpunkte bzw. New-U-Stationen verteilt liegen, sollte man die Konsole während eines längeren Auftrags nicht ausschalten. Die Charakterwerte werden zwar alle gespeichert, dennoch muss wieder am jeweiligen Eingang begonnen werden. Natürlich sind alle Feinde wieder putzmunter. Die Spawnzeit der Schergen ist ohnehin sehr kurz: Kämpft man sich durch eine etwas umfangreichere Höhle bis zum geforderten Punkt, sind die Burschen auf dem Rückweg alle wieder da. Das hilft zwar beim Aufleveln, aber irgendwann ist man nur noch genervt, da man das Areal ja schon abgegrast hat. Übrigens leveln die Feinde nicht mit. Irgendwann bekommt man für unterlegene Opfer jedoch keine Erfahrungspunkte mehr. Immerhin lassen sie noch Geld und Ausrüstung liegen, während uns das wohlige Gefühl der Übermacht überkommt. Eine Grundsatzfrage wäre da aber noch offen: Wieso lassen Alienwildschweine, auch Skags genannt, Waffen, Munition und Dollarscheine beim Ableben liegen? Tipp am Rande: Da sich die aggressiven Bewohner von Pandora dem Spieler nicht anpassen, sollte man einige Gebiete, obwohl sie schon zugänglich sind, nicht unbedingt betreten. Ansonsten ist das Erforschen der Welt auf eigene Faust sowieso sehr unattraktiv, da es kaum etwas zu entdecken gibt. Starke Waffen und Schilde erhält man reichlich im Laufe der normalen Missionsverläufe.

Vier auf einen Streich

Borderlands Quelle: PC Games Borderlands Da die Welt nicht unbedingt zum Entdecken einlädt, da größere Siedlungen menschenleer sind und Missionen immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen, ist es umso erfreulicher, dass Borderlands über einen äußerst amüsanten Online-Koop-Modus für bis zu vier Spieler verfügt. Hier kann jeder mit seinem Lieblingskämpfer in die Schlacht ziehen. Gleichzeitig entsteht ein viel taktischeres Gameplay, bei dem man sich zwingend helfen muss. Damit es aber nicht zum Streit kommt, sollte man fair sein und den Mitspieler genügend Beute übrig lassen. Schade, dass es kein Tauschsystem gibt. Das Programm versucht übrigens Gegnerstärke und Anzahl an die Gruppe anzupassen, was auch grundsätzlich klappt. Dennoch wäre es zu empfehlen, dass das Team vom Erfahrungsgrad recht nah beieinander liegt. Man darf sogar zu Zweit am Splitscreen ran, wobei es leider nicht möglich ist, dann noch einem Online-Spiel beizutreten. Witzig: Man kann einen Mitspieler jederzeit zu einem kleinen Deathmatch auffordern. Nicht so witzig: Im Multiplayer erledigte Aufgaben werden nicht auf den Solomodus übertragen. Während die Xbox 360 keine Probleme mit dem Verbindungsaufbau hatte, traten bei der PlayStation 3 sehr oft unschöne Lags auf. Hier ist Raum für eine umfassende Nachbesserung. Und um zur Steuerung zu kommen: Die orientiert sich an den üblichen Shooter-Standard und lässt keine Fragen offen. Hier hat Gearbox auch genügend Erfahrungen gesammelt. Ein Rollenspiel braucht eine umfangreiche Spielzeit und die ist bei Borderlands gegeben. Will man die meisten Nebenaufträge erfüllen, wird man 30 bis 35 Stunden auf Pandora verweilen.

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