Buzz! Das große Quiz! im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Nach dem knackigen Musik-Quiz müssen die Buzzer jetzt für knifflige Fragen rund um die Allgemeinbildung herhalten.

Brettspiele nehmt euch in Acht! Sony hat euch mit "Buzz 2: Das große Quiz" den Krieg erklärt. Mit dem Nachfolger des "Musik Quiz" möchte Sony Computer Entertainment erneut die ganze Familie mit einer interaktiven Spielshow vor den Fernseher locken und die grauen Zellen aller Altersklassen im spannenden Wettkampf strapazieren. Dieses Mal hat Showmaster Buzz jedoch Fragen aus dem Allgemeinwissen parat, so dass nicht nur Musikexperten zum Zuge kommen.

Buzz! Das große Quiz! Buzz! Das große Quiz! Die aktuellen Spielkonsolen bieten zwar eine Menge Multiplayertitel an, doch Spiele, welche die gesamte Familie ansprechen und vor den Fernseher locken können, sind selten. Scheinbar hat es Sony aber schon seit längerem auf diese Zielgruppe abgesehen. "Sing Star", "Eye Toy" und "Buzz" sind allesamt Spiele, die nicht nur mit außergewöhnlichem Equipment verkauft werden (Mikrofon, Webcam, Spielshow Buzzer), sondern auch durch ihre absolut Konsolen-untypische Spielstruktur bestechen. Gleichzeitig sind sie eine willkommene Abwechslung zur üblichen Knöpfchendrückerei und dürften gerade deswegen alle Altersgruppen erreichen. Auch bei "Buzz 2: Das große Quiz" für Playstation 2 braucht man nicht viel zu erklären, denn der Aufbau gleicht einer typischen TV-Spielshow wie sie jeder von uns schon einmal gesehen hat. Die vier mitgelieferten Buzz-Controller mit ihren vier farbigen Tasten und dem großen roten "Buzzer" erklären sich jedenfalls auf den ersten Blick (fast) von selbst und wecken die Neugier schon bevor die Playstation 2 überhaupt eingeschaltet wurde, denn wer wollte nicht schon mal an einer Spielshow teilnehmen?

Wer wird dalli dalli zum Millionär und kassiert am laufenden Band den großen Preis?

Buzz! Das große Quiz! Buzz! Das große Quiz! Wie schon beim Vorgänger führt der quirlige Showmaster "Buzz" durch das Spielshow-Programm, präsentiert diesmal aber bis zu acht Spielern diverse Fragen aus unterschiedlichen Kategorien des Allgemeinwissens, die in den acht verschiedenen Spielrunden unterschiedlich angegangen werden, um den Quizkönig unter den Teilnehmern zu ermitteln. Die Buzzer des "Musik-Quiz" lassen sich dabei übrigens ebenfalls verwenden, da diese völlig identisch sind. Wer also den Vorgänger bereits im Schrank hat, kann seine alten Buzzer für eine Acht-Spieler-Partie einsetzten, oder den zweiten Teil ohne Buzzer erwerben, da "Buzz 2: das große Quiz" auch ohne Peripherie angeboten wird. Aufgrund der Tatsache, dass der Acht-Spieler-Modus lediglich eine Art Schnellraterunde mit Teams zu je zwei Spielern darstellt, und die Wahrscheinlichkeit acht Spieler vor die Glotze zu bekommen relativ gering ist, sollten Besitzer des Vorgängers diese Alternative ohne schlechtes Gewissen wahrnehmen, denn leider lässt sich das gesamte Repertoire an Spielrunden sowieso nur mit maximal vier Spielern angehen. Wer hingegen den Vorgänger "Buzz: Das Musikquiz" noch nicht besitzt, kommt um den Vollpreis von ca. 60 Euro nicht herum, denn zum Spielen wird mindestens ein Buzzerset benötigt.

Im Wesentlichen ist der Aufbau der Rateshow der gleiche geblieben wie beim "Musik Quiz", es wurden lediglich ein paar Spielrunden modifiziert, bzw. durch Neue ersetzt. Auch hier sucht sich jeder Spieler vor Spielbeginn einen der stark überzeichneten Kandidaten aus, der ihn auf dem Bildschirm repräsentieren soll und trägt mit Hilfe des Buzz-Kontrollers seinen Namen ein. Zudem darf sich jeder Spieler zur besseren Unterscheidung ein Geräusch aussuchen, welches bei Benutzung des Buzzers ertönt. Danach geht es auch schon ab ins virtuelle Fernsehstudio. Showmaster Buzz, der so manch witzigen Spruch auf Tasche hat, und seine spindeldürre Assistentin Rose, begrüßen euch und erklären ausführlich die Regeln der anstehenden Runden. Die einzelnen Quizrunden der Show unterscheiden sich dabei hauptsächlich in der Art, wie die Fragen gestellt werden. Was immer gleich bleibt ist jedoch, dass zu jeder Frage vier mögliche Antworten in farbigen Kästen eingeblendet werden, aus denen man sich die Richtige per Druck auf den gleichfarbigen Knopf des Buzz-Controllers aussucht. Je nach Spielrunde dürfen alle Kandidaten gleichzeitig antworten oder nur derjenige, der als erster den großen Buzzer betätigt hat. Manchmal ist hingegen auch ein wenig Teamwork oder gutes taktisches Timing gefragt, um punkten zu können. Allem voran steht aber freilich, dass man die gestellten Fragen auch richtig beantworten kann, sonst nutzt die beste Reaktion nichts. Richtig beantwortete Fragen werden natürlich mit einer Anzahl von Punkten honoriert, welche über die Platzierung der Kandidaten bestimmt. Doch gibt es zugunsten der Abwechslung auch ein paar Sonderregeln in bestimmten Spielrunden, die es erlauben Punkte zu klauen oder gemeinsam erarbeitete Punkte zu teilen. So bleiben die Chancen bis zum Schluss der Show relativ gleich.

...und das wär ihr Preis gewesen....

Buzz! Das große Quiz! Buzz! Das große Quiz! Wie schon erwähnt, werden bei Buzz 2 Fragen aus dem Allgemeinwissen gestellt - meist in Form von simplen Fragestellungen, wobei man zwischendurch auch mal Bilder zuordnen und Musik erkennen muss. Die Themen bewegen sich aber häufig im trivialen Bereich und sind oft für Teenager ausgelegt, wodurch "Buzz 2: Das große Quiz" sich keinesfalls als Training für "Wer wird Millionär?" eignet. Die Themen reichen von Geographie und Biologie bis zu Boulevardbereichen wie das Leben von Prominenten. Einige wenige Fragen sind allerdings qualitativ schlecht. Zum Beispiel wird man auch gefragt, welcher Charakter der TV-Serie "Friends" der Figur XY einen Hut geschenkt hat. Nicht nur, das so etwas keine Sau interessiert und wahrscheinlich nicht mal Fans der Serie sicher beantworten können, man lernt auch nichts daraus, was die Frage im Grunde wertlos macht. Leider hat Buzz 2 auch bei der Darstellung mancher Fragen einige Defizite, denn für manche Aufgaben werden bestimmte Bilder mehrmals verwendet, was den Nachteil hat, dass man das Motiv auf dem Bild schon aus einer anderen Frage kennen und somit evtl. schon die Frage beantworten kann, bevor sie wirklich gestellt wurde. Generell muss man leider sagen, dass sich die Fragen bei häufigem Spielen recht schnell wiederholen. Die knapp 7000 auf der DVD enthaltenen Aufgaben sind offenbar noch zu wenig für eine Quiz-Show, die man regelmäßig spielt. Nichts desto trotz bietet "Buzz 2" in jeder Partie 30 Minuten lang eine Menge Spaß und motiviert ungemein zum mobilisieren der grauen Zellen. Dabei gilt natürlich die Faustregel: "Je mehr Spieler, desto größer der Spaßfaktor", denn bei großer Konkurrenz ist auch die Leidenschaft beim Spiel größer. Da bleibt kein Auge trocken. Insgesamt ist die Quizshow jedoch mit 30 Minuten Spielzeit ein bisschen kurz ausgefallen. Wenn man sich erstmal eingespielt hat, ist es auch schon wieder vorbei. Dadurch hinterlässt Buzz 2 eher den Eindruck einer üppigen Vorspeise als den eines Hauptgerichts, und wie es nun mal so ist, können auch 2 oder 3 Portionen einer Vorspeise meist nicht wirklich sättigen.

Buzz! Das große Quiz! Buzz! Das große Quiz! Unerfreulich ist zudem, dass auch beim zweiten Teil der Buzz-Reihe kaum an Solospieler gedacht wurde. Der vorhandene Ein-Spieler Modus, bei dem es gilt, in einer Runde möglichst viele Fragen in kurzer Zeit zu beantworten, um die übrig gebliebene Zeit in der zweiten, schwereren Runde zu nutzen, wird sehr schnell langweilig, daher sollten Spieler, die nur selten für ein Match im Rudel zusammentreffen, Abstand von diesem Titel nehmen. Auch der neu eingeführte "Quizmaster Modus" ist eher lächerlich: Diese Spielvariante macht einen Spieler zum Quizmaster, der den Kandidaten verbal Fragen stellt und mit dem Joypad der Konsole signalisiert, ob die Frage richtig oder falsch beantwortet wurde, damit diese den Punktestand festhält. Mal ehrlich, braucht man dafür eine Playstation 2? Ein Zettel und ein Bleistift tun es hierfür auch. Eigentlich fast schon grotesk, welche Phantasielosigkeit Sony der heutigen Jugend unterstellt.

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