Kann die packend inszenierte Geschichte der 1. Infanteriedivision an den Erfolg der PC-Version anknüpfen?
Umfang und Mehrspielermodus
Call of Duty 2: Big Red One
Der Spielumfang ist mit seinen 13 Missionen, welche sich über knapp 10 Stunden Spielzeit erstrecken, recht ordentlich ausgefallen. Allerdings kommt man hauptsächlich aufgrund des teilweise ziemlich knackigen Schwierigkeitsgrades auf diese Zeit, wer sich auf "Leicht" in die Schlacht stürzt, sollte ca. 8 Stunden einplanen. Auf fleißige Spieler wartet nach dem Durchspielen noch etwas Bonusmaterial, welches hauptsächlich aus sehr schönen Artworks zu den einzelnen Szenarien besteht. Der obligatorische Mehrspielermodus über Xbox Live und Sony Online kann so ziemlich als genreüblicher Standard bezeichnet werden: Auf elf großzügig und trickreich gestalteten Karten dürft ihr handelsübliche Spielmodi wie "Deathmatch", Team-Deathmatch, "Capture the Flag" und "Domination" mit bis zu 16 Spielern gleichzeitig bestreiten. Auch wenn das Gebotene alles andere als innovativ ist, hatten wir während des Tests viel Spaß auf den gut bevölkerten Servern, vor allem auch deshalb, weil man in vielen Maps auch mit dem Panzer durch die feindlichen Linien brechen darf. Eine Voting-Funktion und zahlreiche erweiterte Einstellungen beim Erstellen eines Servers runden den handelsüblichen, aber deshalb noch lange nicht schlechten Mehrspielermodus ab.
Optisch eindrucksvolle Schlachten
Call of Duty 2: Big Red One
Während der direkte Vorgänger namens "Finest Hour" noch unter einer ziemlich durchschnittlichen Grafik zu leiden hatte, haben die Entwickler bei "Big Red One" deutlich mehr auf die Pixeltube gedrückt. Was da teilweise an Explosionen, Rauchschaden und detaillierten Animationen über den Bildschirm flimmert, kommt schon verdächtig nah an den großen Bruder auf dem PC heran. Ganz besonders die Zwischensequenzen glänzen mit einigen der besten Animationen die wir seit langem gesehen haben. Die Soldaten bewegen sich natürlich nur aufgrund der verwendeten Motion-Capture-Technik so realistisch, aber gerade wenn die Kameraden in der Gruppe vor einem stehen und sich unterhalten, fehlt ihnen nicht mehr viel zu echten Schauspielern. Dieser überzeugende Eindruck entsteht aber auch durch die hervorragende Lokalisierung, denn die sticht sogar ganz locker die PC-Version von "Call of Duty 2" aus und glänzt mit einigen der besten Sprecher die wir bisher gehört haben. Die Stimmung unter den jungen Männern der "Big Red One" wird größtenteils nur durch die hervorragende Vertonung erzeugt und kommt sehr glaubhaft auf der anderen Seite des Bildschirms an. Wie bei allen Teilen der preisgekrönten Serie sind natürlich nicht nur die Waffengeräusche von höchster Qualität, sondern auch die kinoreife Hintergrundmusik - auch wenn man sie in den Missionen selbst überraschend selten zu hören bekommt.
