Call of Duty Modern Warfare 3 im Test: Die Kampagne enttäuscht auf ganzer Linie
Test
Seit dem 02. November können Vorbesteller bereits die Kampagne von Call of Duty: Modern Warfare 3 spielen. In unserem Test erfahrt ihr, warum es für uns der schwächste Story-Part der kompletten Reihe ist.
An was denken wohl die meisten, sobald der Begriff Call of Duty fällt? Neben packenden Multiplayer-Kämpfen steht der Shooter von Activision seit Jahrzenten für brachiale Action in einer kurzen, knackigen Story. Egal, ob Modern Warfare, Black Ops oder ein anderer Teil der Marke, keiner enttäuschte bislang die Singleplayer-Community komplett. Ganz im Gegenteil: Die meisten Fans der Kampagne sind Jahr für Jahr begeistert. Zuletzt punkteten die Entwickler vor zwölf Monaten mit der Rückkehr der Charaktere Simon "Ghost" Riley und John "Soap" MacTavish in Modern Warfare 2.
Die Geschichte war spannend, hatte einige Twists und unsere Lieblingsfiguren zeigten sich so nahbar wie noch nie. Modern Warfare 3 führt die Ereignisse aus MW2 nun fort und knüpft beinahe direkt an die Story an. Außerdem sollen wir während der Missionen neue Freiheiten aufgrund einer offeneren Spielwelt genießen dürfen. Doch neben einer langweiligen 0815-Geschichte zerstören die weitläufigen Abschnitte genau das, was Call of Duty immer ausgemacht hat. Die genialen, linearen Actionsequenzen fehlen an allen Ecken und Enden. Da liegt die Vermutung nahe, dass MW3 auch beim Entwicklerteam lange Zeit nur als Erweiterung zur letztjährigen Kampagne geplant war.
Gewaltige Fehlentscheidung
Aus diesem Grund wollen wir in unserem Test direkt mit den weitläufigen Gebieten loslegen. Zur Story, zu den Charakteren, zum Gunplay und zur Technik kommen wir im Anschluss. Uns hat das veränderte Missionsdesign bereits nach kurzer Zeit die Stimmung verhagelt. Das liegt nicht daran, dass die Idee der Entwickler von Sledgehammer Games eine schlechte wäre, vielmehr scheitert die Umsetzung komplett.
Die Aufträge erinnern an Herausforderungen in DMZ und der Warzone - nur eben ausschließlich mit Bots anstelle von menschlichen Gegnern. Wir werden an einem bestimmten Punkt eines größeren Gebiets ausgesetzt und dürfen uns einen Weg durch die feindliche Armee bahnen.
Was sich nach spielerischer Freiheit anhört, funktioniert aber nicht so. Auf der Minimap sehen wir bestimmte Areale, in denen wir nach wichtigen Dingen suchen sollen. Ob wir dort lautlos oder mit viel Krawall hinkommen, bleibt uns zwar überlassen, doch im Endeffekt endet beinahe jede Mission im Kugelhagel.
Das liegt daran, dass die NPCs fast alles mitbekommen und uns überall entdecken. Selbst wenn wir vorher die Gegend ausgiebig auskundschaften, eine Drohne kreisen lassen und die Feinde markieren, braucht es jede Menge Glück, ungesehen zu bleiben.
Schalten wir Gegner aus und verstecken uns im Anschluss auf der gegenüberliegenden Seite der Karte, finden uns die Widersacher dennoch in den meisten Fällen. Heimliches Vorgehen ist daher beinahe unmöglich und das raubt ordentlich Spielspaß.
Und das, obwohl die Feinde dermaßen unclever agieren, uns nacheinander in die Schüsse laufen und nur in der Masse eine Gefahr darstellen. Man merkt sehr schnell, dass MW3 nie für diese weitläufigen Gefechte konzipiert wurde und es ist absolut schade, dass ein Großteil aller 14 Missionen genau in diesen sogenannten offenen Kampfmissionen stattfindet.
