Auf dem PC gefiel uns der Titel sogar noch ein klein wenig besser als auf den HD-Konsolen.
Duell-Schock?
Call of Juarez: Bound in Blood
Obwohl es sich augenscheinlich anbietet, in Bound in Blood einen Kooperationsmodus zu integrieren, bei dem zwei Spieler einen der beiden Brüder steuern können, ist dieser leider auch hier Fehlanzeige. Abhilfe schafft da ein zusätzlicher Mehrspielerpart, der insgesamt fünf Modi bietet und Freunden des Spieles somit wohl für eine längere Zeit vor dem Bildschirm fesseln wird. Neben 'Schießerei', der gewohnten Deatchmatch-Variante, und 'Bande', Team-Deathmatch, sorgen vor allem 'Wanted' und 'Verbrecherjagd' für Laune. Bei ersterem ist ein Spieler der Gesuchte, der tunlichst überleben und für Frags a.k.a. Punkte sorgen muss, damit er als Gewinner hervorgehen kann. Beachten werden muss, dass ein anderer diese Rolle übernimmt, kann er den Auserwählten zur Strecke bringen. 'Verbrecherjagd' spielt sich ähnlich, nur das sich hier zwei Teams gegenüberstehen und der beste Spieler des jeweiligen Teams zum 'Gesuchten' aufsteigt. Besonders gefallen und von der Masse abgewichen hat 'Historische Ereignisse', wo beide Teams bestimmte Aufgaben erfüllen müssen, wobei am Ende einer Runden die Seiten getauscht werden. Dabei nutzt man als Background, wie man dem Namen bereits entnehmen kann, wirkliche Begebenheiten, was dem Ganzen natürlich eine Schippe Authentizität und Motivation drauflegen kann. Für einen zusätzlichen Anreiz sorgen etwa freischaltbare Charaktere, die man erst nach einiger Spielzeit freischalten kann.
Schöner Staub...
Call of Juarez: Bound in Blood
Was bei Bound in Blood selbstredend zunächst ins Auge sticht, ist das relativ unverbrauchte Wüsten-Setting. Dabei ist es nahe liegend, dass das Terrain sehr staubig daherkommt und selbst bei näherem betrachten stößt man auf das ein oder andere Detail in der ansonsten scheinbar tristen Umgebung. Die Effekte bei Explosionen wissen ebenso zu gefallen, bei entsprechender Soundanlage reißt es einen dabei nicht selten regelrecht vom Hocker. Letztlich in Erinnerung bleiben wird jedoch nur die geniale Weitsicht, die für malerische Szenen sorgt und dem Auge ein ums andere Mal mehr als einen Gefallen tut. Gegenüber den beiden Konsolenversionen fallen zudem die besseren, da hochauflösenderen Texturen auf, mit den eher mittelmäßigen Animationen und dem langweiligen optischen Charakterdesign muss man sich jedoch auch auf dem Computer zufrieden geben.
Definitiv gelungen ist jedenfalls die akustische Untermalung des Spieles, die sich gewohntermaßen an das aktuelle Geschehen anpasst. Von ruhigen und aus Westernfilmen bekannten Tönen über schallendes Instrumenten-Geballer bei Schießereien - Anlass zum Ausschalten des Tons hat man zu keiner Zeit. Nicht ganz so überzeugend ist die, zwar durchweg gut gesprochene, deutsche Synchronisation, da diese im Eifer des Gefechtes oft hinten an steht und man wegen übertönender Musik oder umher fliegender Geschosse kaum ein Wort versteht.
Call of Juarez: Bound in Blood
Was bei der Xbox 360- beziehungsweise Playstation 3-Version negativ aufgefallen ist, war die Tatsache, dass das Spielgeschehen beim Speichern von (fair gesetzten) Checkpoints kurz angehalten wird und man für einige Sekunden auf einen starren Bildschirm schauen musste. Die Computerfassung speichert zwar auch in regelmäßigen Abständen ab, jedoch bekommt man davon, von einem Zeichen auf dem HUD einmal abgesehen, rein gar nichts mit. Ebenso erfreulich ist, dass man hier jederzeit speichern kann und nach Neustart des Spieles nicht beim letzten Checkpoint erneut beginnen muss.