Techlands Ausflug aus dem Wilden Westen in die Neuzeit geht leider gründlich schief. Nur der Coop kann ein wenig Spaß vermitteln.
Im Weste(r)n nichts neues
Call of Juarez: The Cartel
Call of Juarez bleibt sich in Sachen Gameplay wie schon in den vergangenen beiden Teilen treu. The Cartel ist ein reinrassiger Ego-Shooter, den der Spieler aus den Augen einer der drei Charaktere in insgesamt 15 Missionen erlebt. Mit dabei sind natürlich auch wieder allerhand schlagkräftiger Wummen, die diesmal aber vom Geist der Neuzeit inspiriert wurden. Das Waffenarsenal reicht von Revolver und Pistolen über Uzi und MP4 bis hin zur AK, Sturmgewehren und Präzisionswaffen - welche natürlich nicht gerade zimperlich zum Einsatz gebracht werden und partiell auf Knopfdruck sogar im Zweihandmodus benutzt werden können. Ergänzt wird das Krawumm-Portfolio dann nur noch von temporär nutzbaren Raketenwerfern und aufsammelbaren Handgranaten. Doch die Entwickler haben auch einige handfeste Auseinandersetzungen mit Türstehern eingebaut, die genau dann zum Einsatz kommen wenn ihr in einem Areal keine Waffe offen zur Schau tragen dürft. Opponenten, die sich uns in den Weg stellen werden in allen Fällen mit beherztem Triggereinsatz dahingemäht. Um dem ganzen einen kleinen Kick zu verpassen werden immer wieder Herausforderungen wie "Erziele die meisten Kopftreffer", "Erreiche die höchste Schusspräzision", oder "Schaffe als erster zwei Kills" eingestreut. Gewinnt ihr eine Herausforderung steigt euer Charakter im Level entwickelt seine Fähigkeiten weiter und bekommt neue Waffen.
Call of Juarez: The Cartel
Gehen euch die schießenden Knaben einmal zu sehr an den Kragen könnt ihr euch diesmal auch am aktiven Deckungssystem laben, auch wenn dieses sich sehr bieder gibt. Farbig umrandete Schatten, die ein wenig an die peppigere Ausführung aus Splinter Cell: Conviction erinnern, markieren euch vorgefertigte Deckungsmöglichkeiten. Euer Job ist es dann nur noch euch dahinter zu klemmen und bei Gelegenheit aus allen Rohren zu feuern. Zur Auflockerung gibt es schlussendlich noch die eine oder andere Fahrmission, bei der ein Spieler hinterm Lenkrad sitzt und die anderen vom Rücksitz aus Autoteile durchsieben.
Konzentrier dich!
Call of Juarez: The Cartel
Je mehr Feinde ihr auf spektakuläre Weise ins Jenseits befördert umso mehr füllt sich eure Leiste für den Konzentrationsmodus. Diese kann dann bei vollem Vermögen von euch auf Knopfdruck aktiviert werden, was den Spielablauf in Zeitlupengeschwindigkeit an euch vorbei schleichen lässt und euch so viel Zeit zum Zielen und Schießen gibt. Nicht gerade selten steht ihr vor verschlossenen Türen und nutzt den Überraschungseffekt, der aus einer aufgetretenen Tür entsteht, zu eurem Vorteil. Dazu nehmt ihr einfach eine vorgefertigte Haltung auf der linken und rechten Seite des Türrahmens ein, zählt herunter und schon wird das Feuer in Zeitlupe eröffnet. In allen Fällen reicht der Effekt maximal zehn Sekunden und dann geht es in normalem Tempo weiter mit dem Kugelhagel.
Zu keiner Zeit allein
Call of Juarez: The Cartel
Highlight von Call of Juarez: The Cartel ist sicher der Koop-Modus, welcher bis zu drei Spielern Platz bietet. Hier machen auch die Herausforderungen oder das Auftreten der Türen am meisten Spaß da man sich absprechen kann, oder gegenseitig die Herausforderungen stibitzen kann. The Cartel versteht sich nicht als Ego-Show und bestraft so jeden der nicht die Stärken seines Teams ausnutzen kann beziehungsweise will und einfach drauf losrennt. Zum Glück ist das nicht weiter tragisch da der Teamkollege einen auf Knopfdruck wiederbeleben kann, wenn man mal nicht schnell genug zur Erholung hinter einer Deckung verschwunden ist. Ebenfalls macht die Charaktertiefe erst im Koop-Part des Spiels wirklich Sinn. Jede Spielfigur hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen und muss so während der Einsätze den ein oder anderen Gegenstand manipulieren, einstecken oder zerstören.
