Techlands Ausflug aus dem Wilden Westen in die Neuzeit geht leider gründlich schief. Nur der Coop kann ein wenig Spaß vermitteln.
Call of Juarez: The Cartel
Natürlich muss man diese als "persönliche Chance/Agenda" und "Spezialgegenstand" gekennzeichneten privaten Missionsziele an den Kollegen vorbei erreichen, denn dafür kassieren wir Erfahrungspunkte. Allerdings kassieren wir für entdeckte Privatziele ebenfalls Punkte, was den Trupp eigentlich ständig auf der Hut sein lässt. Informationen darüber, was denn gerade von Belang ist erhalten wir in Telefonaten die für jeden Charakter individuelle Infos enthalten. Cool: Die Antworten seitens unseres Spielcharackters sind dabei meist so allgemein gehalten, dass man alles und auch wieder gar nichts hineininterpretieren könnte. Natürlich sind auch die Missionsziele nur für den Interessenten mit einem Icon im Level markiert. So entsteht unter den Spielern eine durch die Punktejagd indizierte Ebene des Misstrauens und Kontrollwahnsinns, weil ja immer irgendwas versteckt sein könnte, was dem einen oder anderen Punkte bringt.
Im Multiplayer ist allerdings auch einiges geboten. Hier entscheidet ihr euch zu Beginn für die gute oder böse Seite und erlebt dann eine Missionszielbasierte Geschichte die euch am Ende zum Obermotz oder Obercop macht. Dabei wie auch schon in der Karriere punkte, welche ihr in Charakteroutfits stecken könnt. Zur Seite stehen euch dabei meist die besten Spieler oder die Spieler mit denen ihr öfter zusammen gespielt habt. Glänzt ihr durch gelungene Teamaktionen stehen euch Belohnungen wie Helikopter nach Art von Modern Warfare ins Haus. Wem das alles zu kompliziert ist, dem sei das Team-Deathmatch ans Herz gelegt.
Sprich von der Optik des Todes
Call of Juarez: The Cartel
Waren die vorhergehenden Serienteile optisch noch völlig in Ordnung, fällt The Cartel leider ab wie die Aktienkurse während der Wirtschaftskrise. Zwar bemühte man sich dem Titel eine ordentliche Weitsicht zu verpassen, vergaß dann aber die aufpoppenden Gegenstände direkt vor der Nase des Spielers zu fixen. Texturen laden teilweise erst gar nicht und sehen, wenn sie es denn mal mit ordentlicher Verzögerung tun, dann auch noch grausig aus. Mal abgesehen davon, dass der Titel grafisch mindestens zwei Jahre zu spät kommt, ist jeder vermeidbare Fehler wie Tearing und fehlende Kantenglättung ein wichtiger Bestandteil der optischen Präsentation. Begleitet wird diese Tatsache dann auch noch von unnatürlich-steifen und vor allem allzu plumpen Animationen die bei Fahrzeugen anfangen und bei den beweglichen Stellen des menschlichen Körpers aufhören.
Call of Juarez: The Cartel
Dem Fass den Boden schlägt die deutsche Synchronisation samt Untertitel aus. Nicht nur, dass das geschriebene Wort nicht mit dem gesprochenen Pendant übereinstimmt, sind die Sprecher auch noch dermaßen stümperhaft zu werke gegangen, dass hier kein Satz in einer natürlichen Sprachmelodie vom Mund ins Ohr übertragen wird. Von Lippensynchronität hat der Titel wohl auch nur bei der Konkurrenz etwas gehört. In Sachen Leveldesign bietet der Titel allerdings viel Abwechslung. Wir kommen richtig rum in L.A. und bekommen in beinahe jeder Mission eine neue Umgebung präsentiert. Und auch die Charaktere sind jeder für sich optisch gut erdacht, auch wenn es an der optischen Darstellung harpert. Auch die eingestreuten Effekte wie fliegende Kugeln oder auch bestimmte Farbspiele machen den optischen Eindruck etwas erträglicher, auch wenn es nur von kurzer Dauer ist.
