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Test zu Cannibal Cuisine: Leider alles andere als ein Leckerbissen

In diesem Overcooked-Klon erschlagen wir Touristen und bereiten sie für eine wütende Inselgottheit zu. Geschmacklos? Auf jeden Fall. Macht das ganze trotzdem Spaß? Geht so.In unserem Test zu Cannibal Cuisine erklären, wir, warum der Titel in seinem Unterfangen versagt, das Overcooked-Prinzip in neuem Gewand umzusetzen.
Katharina Pache
Quelle: Rocket Vulture

Ähnlich wie im offensichtichen Vorbild Overcooked bereiten wir in Cannibal Cuisine mit bis zu drei Begleitern Mahlzeiten in mit Fallen gespickten Levels zu. Der Unterschied: Wir dienen einer hungrigen Naturgottheit und müssen die Fleischbeilage für die Spießchen erst selbst erlegen. Da trifft sich gut, dass ein verrücktes Tourismusbüro anscheinend Urlaub auf der Kannibaleninsel anbietet.

Die Besucher lassen ihr Schicksal jedoch nicht über sich ergehen und wehren sich nach Kräften!

Igitt! Aubergine!

Mit einem Umfang von 24 Levels ist Cannibal Cuisine überschaubarer als Overcooked 2. Alle Stages und deren Aufbau passen thematisch zu den vier Gebieten: Dschungel, Tempel, Strand und Vulkan.

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Im Tempel gibt es zum Beispiel Stachelgruben. So kreativ wie in der großen Konkurrenz geht es in diesem Titel - abgesehen vom skurrilen Konzept, Menschenfleisch an Götter zu verfüttern - jedoch nie zu. Auch die Rezeptvielfalt lässt zu wünschen übrig: Getötete Touristen lassen Steak, Arm, Hirn (!) oder Rippchen fallen. Kombiniert werden diese abstoßenden Zutaten mit Aubergine, Banane, Chili, Wassermelone oder Zitrone, zubereitet wird das Menü immer am Grillspieß. Das heißt: Kein Köcheln von Urlaubersuppe, dabei wird ein Mensch im Topf ja sogar im offiziellen Bildmaterial gezeigt. Ähnlich wie in Overcooked wird die Leistung in Sternen bewertet, je nach dem, wie viele Gerichte ihr wie schnell beim Dschungelgott abliefert. Kredenzt ihr ihm den falschen Grillspieß, wird er wütend und torpediert euch mit einem Feuerball. Das bedeutet meistens den Bildschirmtod, immerhin ist die Wartezeit bis zum Respawn nicht allzu lang. Jedoch geht ihr in Cannibal Cuisine sehr oft zu Boden, besonders, wenn ihr alleine spielt.

Ganz alleine kann man Cannibal Cuisine auch spielen, aber das ist ein eintöniges und mitunter auch frustrierendes Unterfangen. Quelle: PC Games Ganz alleine kann man Cannibal Cuisine auch spielen, aber das ist ein eintöniges und mitunter auch frustrierendes Unterfangen. Klar, darauf ist der Titel nicht unbedingt ausgelegt, aber dennoch eine Warnung: Im Solomodus ist Cannibal Cuisine einfach nur nervig und anstrengend. Man drischt mit der immergleichen Dreierkombo auf Touristen ein, die wiederum mit den immer gleichen Hieben und Tritten antworten. Auch, wenn euch nicht die Urlauber ausknocken, lauert überall Gefahr. Wasser, Stacheln, Magma, Explosionen - ihr bekommt oft auf die Mütze. Die Physik verhält sich eigenwillig, besonders beim Überqueren von schwimmenden Fässern. In Kombination mit der schwammigen Steuerung führt das oftmals zu Frust. Zutaten zu werfen, ist in Cannibal Cuisine nicht möglich, dafür kann man das rohe Menschenfleisch futtern, um sich zu heilen. Da man aber sowieso über kurz oder lang ins Gras beißt, lohnt sich das nur selten - der "Rohstoff" Mensch ist zu wertvoll, um ihn wegzumampfen. Zwei weitere Besonderheiten des Spiels sind die Herausforderungslevel am Ende jeder Welt, bei denen man mal eine Welle Touristen besiegen, mal einen Hindernisparcours bewältigen muss - mäßig spannend. Bei der Auswahl der Spielfigur entscheidet man sich für eine Fähigkeit, zum Beispiel einen Sprint zum flotten Überqueren von Lücken (sehr praktisch) oder Feueratem, mit dessen Hilfe man Spieße ohne Grill braten kann. Eine nette Idee, aber insgesamt nicht zu Ende gedacht: Der Feueratem zum Beispiel verletzt Touristen nicht. Wieso? Abwasch-, Teller- oder Spieße-Management ist in Cannibal Cuisine nicht nötig, hier geht es wirklich nur ums Kämpfen, Grillen und Abliefern.

Magerer Unterhaltungswert

Kommen wir nun zum eigentlichen Fleisch am Knochen dieses Spiels, dem Mehrspielermodus. Zu viert macht das Ganze mehr Spaß, wird aber auch viel unübersichtlicher. Man erkennt schlecht, was Spieler in den Händen halten und die Symbole über den Grillspießen sind auch sehr klein, sodass man viel zu schnell ein Gericht durch falsche Zutatenzugabe ruiniert. Im Versus-Modus (vier Levels) darf man den Bereich des gegnerischen Teams nicht betreten, was potenziell spannende Sabotageversuche im Keim erstickt. Dazu kommen allgemeine Probleme, etwa die katastrophale Kollisionsabfrage, die unpraktischen Kopfbedeckungsoptionen, die viel vom Umfeld des Spielers verbergen, der unberechenbare Radius, in dem man Schaden von Feuerbällen nimmt und, und, und. Es reicht eben nicht, ein bewährtes Rezept mit minderwertigen Zutaten nachzukochen, um einen Michelin-Stern zu erhalten. Cannibal Cuisine ist nur dann einen Blick wert, wenn man komplett ausgehungert ist nach Overcooked-ähnlicher Unterhaltung.

Meinung & Wertung

Meinung
  • Avatar Katharina Pache Autorin Wenn Overcooked feiner Büffelmozzarella ist, dann ist Cannibal Cuisine fader Analogkäse. Ich habe mir mehr von Cannibal Cuisine versprochen, obwohl ich das Konzept „Touristen ermorden und deren Fleisch einem Gott opfern“ von Anfang an wenig ansprechend fand. Könnte man die Prämisse charmanter umsetzen? Vermutlich schon, aber ob man das auch tun sollte, ist die Frage. An wen sich Cannibal Cuisine richtet, ist mir nicht ganz klar. Mit meinen fiktiven Kindern würde ich jedenfalls nicht Menschenhirn in einem Spiel zubereiten wollen. Zur Weißglut getrieben haben mich die Level am Ende, bei denen immer wieder nachwachsende Felsen Wege versperren. Wenn man da kein Glück hat, und eine Bombe zur richtigen Zeit spawnt, kann man einpacken. Das gleiche gilt für die „Ressourcen“: Ich brauche einen Arm, aber sämtliche Touristen lassen nur Rippchen fallen. Angesichts der tollen Alternative Overcooked 2, die nach wie vor mit Erweiterungen (teilweise kostenlos) versorgt wird, sehe ich keinen Grund, wieder einen Fuß auf die Kannibaleninsel zu setzen.

Cannibal Cuisine (PC)

Wertung:

5.0/10

Cannibal Cuisine (NSW)

Wertung:

5.0/10
Pro & Contra
Welten mit thematischen BesonderheitenFähigkeiten sorgen für etwas AbwechslungMit Versus- und Koop-Modus
Glitschige, ungenaue SteuerungGeringer UmfangMangelnde ÜbersichtKeinerlei ZubereitungsvielfaltLahme Herausforderungslevel
Fazit

Overcooked-Imitat mit einer Extraportion Gewalt, wenig Umfang und vielen Schwächen

Bildergalerie

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