Project Resistance: Der Resident-Evil-Ableger in der Hands-on-Vorschau
Special
In Project Resistance, einem Ableger der Resident-Evil-Reihe, kämpfen vier junge Menschen um das Überleben in der Zombieapokalypse. Ihnen gegenüber steht das Mastermind, welcher der Gruppe allerhand Fallen und Zombies auf den Hals hetzt. Wir konnten das asymmetrische Team-Survival-Horror-Spiel von Capcom im Rahmen der X019 anspielen.
Wenn man von asymmetrischen Spielen spricht, kommt den meisten wohl Evolve in den Sinn. Verlegt man dieses Spielprinzip jetzt nach Raccoon City, der bekannten Stadt aus Resident Evil, dann könnte da ein spannendes Spiel draus entstehen. Beispielsweise der Kampf mehrere Spieler im Team gegen einen übermächtigen Zombie. Die Entwickler von Capcom gehen bei Project Resistance aber einen anderen Weg. Zwar bekommen es die vier Protagonisten mit einer Menge Untoter zu tun, der eigentliche Gegner ist aber das Mastermind. Er hat die Gruppe junger Menschen entführt und setzt sie nun seinem makaberen Spiel aus. Während die Gruppe versucht, dem Mastermind zu entkommen, beobachtet dieser sie an seinen Monitoren, hetzt ihnen verschiedene Zombies auf den Hals und aktiviert diverse Fallen - alles im Sinne der Wissenschaft natürlich. Wir durften auf der vergangenen X019, dem Microsoft-Event im Herzen von London, selber Hand anlegen und haben uns als Mastermind wie auch als Flüchtender betätigt.
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Interessantes Spielprinzip - mit Schwächen
Quelle: Capcom
Project Resistance: Der Resident-Evil-Ableger in der Hands-on-Vorschau (4)
Während das Mastermind, das natürlich ebenfalls von einem Spieler gesteuert wird, ganz alleine klarkommen und viele Dinge im Blick behalten muss, steht für die vier Flüchtenden das Teamwork an erster Stelle. Gemeinsam lösen sie Rätsel, knacken Codes und arbeiten sich durch die verschiedenen Bereiche des Levels - dabei stets die Uhr im Blick. Denn wenn die Zeit abgelaufen ist, gibt es kein Entkommen mehr. Nicht immer ist es dabei übrigens die beste Entscheidung, die im Weg befindlichen Zombies zu töten. Bei einigen Exemplaren solltet ihr lieber die Flucht antreten und einen anderen Weg suchen. Einfaches losstürmen und rumballern hilft wenig. Das klingt erstmal ziemlich gut. Allerdings müssen die vier Spieler unserer Erfahrung nach wirklich gut zusammenarbeiten. Nur wer die Stärken der vier Charaktere gut kombiniert und sich gegenseitig den Rücken freihält, der hat eine Chance, lebendig zu entkommen. Was in eingespielten Gruppen ganz gut funktioniert, wird in Zufallsgruppen schnell zur Qual. Denn ohne Zusammenarbeit funktioniert tatsächlich nichts. So kann die nächste Stufe eines Levels beispielsweise nur erreicht werden, wenn wirklich alle Spieler sich am Ausgang versammeln. Ist jemand AFK, liegt tot in der Ecke und muss von seinen Mitspielern wiederbelebt werden, oder bewegt sich aus sonst einem Grund nicht zu euch, dann ist die Runde quasi schon verloren.
Wer nicht mit Fremden zusammenspielen will, der kann auch die Rolle des Mastermind annehmen. Ihr beobachtet das Geschehen dann aus sicherer Entfernung durch viele Kameras, die in fast jedem Raum platziert sind. Um dem Gegnerteam die Flucht so schwer wie möglich zu gestalten, habt ihr einige Mittel an der Hand. Euch stehen verschiedene Zombies und Fallen zur Verfügung, die ihr frei im Level verteilen dürft. Ihr müsst aber nicht alles zu Beginn raushauen, sondern könnt eure Waffen nach und nach loslassen. So erwies es sich bei unserem Spiel beispielsweise als sehr effektiv, Spielern, die sich von der Gruppe trennten, per Zombies den Weg abzuschneiden oder sie unbehelligt irgendwo hinlaufen zu lassen, um ihnen dann beim unachtsamen Rückweg mit bösartigen Fallen aufzulauern. Die Menge an Fallen und Zombies, die ihr einsetzen könnt, ist allerdings begrenzt. Einige der besonders starken Untoten dürft ihr sogar selber steuern, was euch weitere Möglichkeiten eröffnet.
Große Knarren, verschiedene Klassen und enge Räume
Für den stilechten Kampf gegen fiese Zombies müssen natürlich auch dicke Knarren zum Einsatz kommen. Aber auch Nahkampfwaffen sind Teil des Spiels und können von den vier Antagonisten genutzt werden. Dabei vertritt jeder Charakter eine andere Klasse und profitiert dementsprechend von speziellen Fähigkeiten und Perks. So kann die Unterstützerin beispielsweise kleine Heilungen verteilen, während der Tank mit seinem massiven Fußtritt Zombies zurückwirft und kurz handlungsunfähig macht. Auch bei der Bewaffnung gibt es zu Beginn Unterschiede. Schusswaffen sind zwei Charakteren vorbehalten und die Munition ist extrem knapp. Die anderen beiden verlassen sich auf Schlagwaffen wie einen Baseballschläger. Innerhalb der Level können jedoch noch diverse andere Waffen gefunden werden. Von größeren Schusswaffen bis zu Elektroschockern, die offenbar besonders effizient gegen Zombies sind.
Unser Testlevel war allerdings viel zu eng, als dass man durch die Schusswaffen einen wirklichen Vorteil hätte bekommen können. Die Zombies auf Abstand zu halten und per Kopfschüssen hinzurichten, funktionierte so gut wie gar nicht. Und die Enge der Räumlichkeiten hatte noch weitere negative Auswirkungen, da Project Resistance in der Third-Person-Perspektive gespielt wird. Die Kamera blieb aber bei Drehungen oder Richtungswechseln gerne mal an Schränken, Türrahmen oder ähnlichen Hindernissen hängen, was die Orientierung mitunter erschwerte und das Spielerlebnis trübte. Hier sollten die Entwickler noch ein wenig nachbessern, wofür bis zum Release aber noch reichlich Zeit ist.
Hakeliger Nahkampf
Quelle: Capcom
Project Resistance: Der Resident-Evil-Ableger in der Hands-on-Vorschau (9)
Auch bei den unterschiedlichen Animationen und dem Trefferfeedback sollten die Entwickler nochmal Hand anlegen und etwas mehr Feinschliff reinbringen. Viele Animationen wirken etwas hölzern und fühlen sich noch nicht rund an. Das gleiche gilt beim Trefferfeedback. Ob der Tritt nun getroffen hat oder nicht, lässt sich anhand der Animation kaum erkennen, was für kein besonders gutes Spielgefühl sorgt. Bei den Schusswaffen fällt das weniger ins Gewicht, bei Nahkampfattacken ist es aber deutlich spürbar. Das gilt umso mehr, je schneller die Gegner sind. Bei normalen, langsamen Zombies nur ein wenig nervig, wird der Kampf gegen die sich schnell bewegenden untoten Hunde oft zur Frustprobe. Schnelle Bewegungen, die mit dem Controller (wir haben die Xbox-Version gespielt) ohnehin schon schwerer sind, dazu die Problematik der Kamera und die hakeligen Bewegungen sorgen dafür, dass der Nahkampf nicht so wirklich viel Spaß macht.
Resident Evil Feeling?
Quelle: Capcom
Project Resistance: Der Resident-Evil-Ableger in der Hands-on-Vorschau (10)
Obwohl es viele Anlehnungen an die Resident-Evil-Reihe gibt, wie beispielsweise die legendären Kräuter, die sich kombinieren lassen und euch gute Dienste leisten, will der Funke nicht so richtig überspringen. Die bedrohliche Stimmung, die bei Resident Evil allgegenwärtig ist, stellt sich hier kaum ein. Dafür ist das Gameplay zu schnell und die Kämpfe zu hektisch. Der Umstand, dass ihr permanent mit anderen zusammenarbeiten müsst, trägt natürlich ebenso dazu bei, dass sich Project Resistance, obwohl es in der Welt von Resident Evil spielt, deutlich anderes anfühlt. Aber diese Ansprüche stellt das Spiel auch gar nicht. Immerhin handelt es sich um ein gänzlich anderes Spielprinzip.
