Trotz absurder Story und kaum vorhandener Abwechslung kann man durchaus Spaß mit dem Titel haben.
Der totale Sammelwahn
Captain America: Super Soldier
Wenn es darum geht, in einem Spiel unfassbar viel Kram zu sammeln, dann ist Captain America: Super Soldier in diesem Jahr mit Abstand der absolute Spitzenreiter. Neben den Geheimdienstinformationen sucht man nach Tagebüchern, Filmrollen, Keramikeiern, Flakstellungen, geheimen Plänen, Statuen usw. Zum Glück wird ein Teil der Sammelgegenstände auf der Karte angezeigt, aber auch nur ein Teil. Wenn man wirklich alles haben will, geht wohl ein viertel der Spielzeit für dieses Unterfangen drauf. Da man aber auch ein wenig Klettern und Springen muss, um an manche Items zu kommen, kann es durchaus Spaß machen einen passenden Weg zu finden. Sprünge und Co. verlaufen halbautomatisch und man kann fast nie in den Abgrund stürzen.
Captain America: Super Soldier
Captain America hat jedoch eine Art Super-Vision zur Verfügung, die man optional aktivieren kann. Hier sieht man farblich hervorgehoben, wo man sich festhalten kann oder wo zum Beispiel eine instabile Wand steht, die man dann eintreten darf. Viel Abwechslung wird nicht geboten. Das höchste aller Gefühle sind die nett inszenierten Bossfights. Die Story ist hingegen der pure Trash. Aber irgendwie ist es dann doch witzig, sie weiter zu verfolgen. Ist man durch die Kampagne, wartet ein Herausforderungs-Modus auf den Spieler, in dem man unter anderem in einer bestimmten Zeit möglichst alle Gegner erledigen muss. Zehn Missionen gilt es zu absolvieren. Will man überall Gold erlangen, ist man weitere 1-2 Stunden beschäftigt. Einen Multiplayer/Koop-Modus gibt es hingegen nicht.
Captain America: Super Soldier
Technisch ist Captain America: Super Soldier ziemlich schwach. Viele graue, undetaillierte Räumlichkeiten gilt es zu überwinden. Matschige Texturen und eckige Geometrie prägen zusätzlich das Geschehen. Die Optik ist schlicht veraltet, zaubert manchmal aber doch das eine oder andere schicke Bild. Die Charakter-Modelle sehen zwar recht ansehnlich aus, dafür sind die Animationen sehr hackelig ausgefallen, was sich vor allem in den Zwischensequenzen negativ bemerkbar macht. Die deutsche Sprachausgabe ist bei den wenigen Hauptfiguren ganz ordentlich umgesetzt worden, einige Nebenakteure hören sich dennoch unfreiwillig komisch, weil die Syncho stellenweise einfach nur abgrundtief schlecht ausfällt. Die filmische Hintergrundmusik macht hingegen eine überaus gute Figur.
