Chernobylite: Survival-Horror auf der gamescom angespielt

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Chernobylite: Survival-Horror auf der gamescom angespielt
Quelle: The Farm 51

Ein Setting in Osteuropa, eine Handlung rund um eine atomare Katastrophe und ein harter Überlebenskampf gegen verstrahlte Mutanten - beim ersten Blick auf Chernobylite, das neueste Werk der Get Even-Entwickler The Farm 51, fällt es schwer, nicht an die Stalker-Spielereihe zu denken. Aber ist der Vergleich gerechtfertigt? Wir haben uns den Titel auf der gamescom mal angeschaut.

Am 26. April 1986 verändert sich das Leben von Millionen Menschen schlagartig: Gegen 1:23 Uhr örtlicher Zeit passiert bei einem simulierten Stromausfall im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl ein folgenschwerer Zwischenfall. In dessen Folge explodiert der Reaktor, verseucht das umliegende Gebiet für Jahrzehnte und fordert mindestens 4.000 Opfer. Die Nuklearkatastrophe von Chernobyl geht als eine der schlimmsten ihrer Art in die Geschichtsbücher ein.

Die Entwickler von The Farm 51 greifen nun genau diese Geschichte auf, verweben sie aber auch noch mit einigen Horror, Sci-Fi- und Survival-Elementen. Das Ergebnis: Chernobylite (jetzt kaufen 24,99 € / 26,99 € ). Darin übernehmt ihr die Kontrolle über Igor, einen ukrainischen Physiker und ehemaligen Kraftwerk-Mitarbeiter, der während des Zwischenfalls seine Freundin verlor. 30 Jahre später kehrt er nun an den Ort des Geschehens zurück, muss allerdings feststellen, dass rund um die Stadt Pripyat weitaus mehr lauert als nur seine eigenen Dämonen.

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Ein bisschen Survival, ein bisschen RPG, ein bisschen Shooter

Spielerisch erwartet euch ein Mix aus freier Erkundung der verunstalteten Spielwelt und herausfordernden Kämpfen gegen menschliche aber auch übernatürliche Feinde. Obendrauf packt das polnische Entwicklerstudio auch noch ein paar Rollenspiel-Elemente wie ein Skill- oder Crafting-System. An Lagerfeuern lassen sich beispielsweise verschiedene Gebrauchsgegenstände wie Essensrationen herstellen, deren Materialien ihr mithilfe eines "Environmental Analyzers" in der Umgebung findet.

Chernobylite in der gamescom-Vorschau. (3) Quelle: The Farm 51 Chernobylite in der gamescom-Vorschau. (3) Zudem gibt es ein grobes Companion-System, durch das ihr mit anderen, "Stalker" genannten, Bewohnern der verstrahlten Zone zusammenarbeiten könnt - dabei aber stets im Kopf behalten müsst, dass jeder NPC verborgene Beweggründe haben und euch jederzeit umbringen könnte. Vorsicht ist also angesagt, auch bei den diversen Dialogen, in denen euch meist mehrere Antwortoptionen zur Auswahl stehen.

Insgesamt versteht sich Chernobylite als recht non-lineares Spielerlebnis. Ihr könnt Tage damit verbringen, einfach nur durch die Gegend zu streifen. Alternativ lassen sich auch Missionen erledigen, die ihr von eurer (übrigens ebenfalls upgradebaren) Basis aus anwählt, um dann ins Missionsgebiet zu reisen - Ladezeiten inklusive. Spielerisch werden euch also wirklich einige Freiheiten geboten.

Aufwendige Spielwelt und auffällige Makel

In der Pre-Alpha-Demo von Chernobylite, die wir spielen durften, stecken allerdings auch noch ein paar Schönheitsfehler. Aufgrund von starkem Tearing und unscharfen Texturen würden wir die Grafik von Chernobylite höchstens als "okay" bezeichnen. Zudem wirken die Bewegungen eures Charakters noch etwas hölzern - gerade bei Aufeinandertreffen mit dem Feind. Den könnt ihr umgehen und lautlos ausschalten oder im Kampf erledigen. Weder die Stealth-Mechaniken mit Sichtbarkeitsanzeige noch die Shooter-Mechaniken fühlen sich aber endgültig zufriedenstellend an. Und auch die Story lässt uns zeitweise noch etwas ratlos zurück. Die grundlegende Prämisse klingt zwar gut und wird mit diversen Flashbacks auch nett präsentiert. Themen wie Paralleldimensionen, Portale oder das mysteriöse, namensgebende Mineral Tschernobilit sorgen aber noch für Fragezeichen.

Chernobylite in der gamescom-Vorschau. (5) Quelle: The Farm 51 Chernobylite in der gamescom-Vorschau. (5) Nichtsdestotrotz bietet Chernobylite eine außergewöhnliches Spielerfahrung, auch dank der bedrückenden Soundkulisse oder der atemberaubenden Umgebungen, die durch eine erst im April gestartete Kickstarter-Kampagne möglich gemacht wurden. Diese nahm nochmal zusätzliche 200.000 US-Dollar ein, die das polnische Studio in eine noch größere, noch realistischere Spielwelt steckte. Dafür flogen die Verantwortlichen sogar in die Randzone von Tschernobyl, um dort Bild- und Tonaufnahmen zu machen. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, das wird sich wohl noch dieses Jahr zeigen. Der Release von Chernobylite ist nämlich noch für 2019 geplant - vorerst nur über Steam und wohl auch nur mit ukrainischer, russischer und englischer Sprachausgabe. Menüs und Untertitel werden aber immerhin auf Deutsch verfügbar sein.

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