Ein unsterbliches Meisterwerk: Darum ist Chrono Trigger bis heute unerreicht

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Ein unsterbliches Meisterwerk: Darum ist Chrono Trigger bis heute unerreicht
Quelle: Square Enix

Chrono Trigger feiert 30. Geburtstag. Wir werfen einen nostalgischen Blick zurück auf das legendäre Ausnahmespiel.

Zeitsprung ins Jahr 1992: Um sich in Sachen Computergrafik auf den neuesten Stand zu bringen, reisen zwei der damals einflussreichsten Persönlichkeiten der japanischen Spielebranche in die USA. Die Rede ist vom zu diesem Zeitpunkt 29-jährigen Final-Fantasy-Erfinder Hironobu Sakaguchi und dem 38-jährigen Dragon-Quest-Schöpfer Yuji Horii.

Begleitet wird das illustre Duo von keinem Geringeren als Akira Toriyama, dem Mastermind hinter Dragon Ball und federführendem Zeichner hinter den Charakteren der Dragon-Quest-Reihe. Gemeinsam fassen die drei den Entschluss, ein neues, bahnbrechendes Rollenspiel aus der Taufe zu heben. "Etwas, das noch niemand zuvor gemacht hat", schwärmte Sakaguchi damals im Rahmen des V-Jump Festivals.

Das Vorhaben klingt überaus ambitioniert, kommt aber zunächst nicht so recht voran, da alle drei bereits sehr beschäftigt sind. Sakaguchi arbeitet mit Hochdruck an Final Fantasy 6, Horii ist mit der Entwicklung von Dragon Quest 6 sowie den Super-Famicom-Neuauflagen von Dragon Quest 1 und 2 beschäftigt und Toriyama gibt Vollgas, um die Buu-Saga von Dragon Ball Z fertigzustellen.

Die Folge: In den ersten zwölf bis 18 Monaten sammelt das Trio vor allem Ideen. Doch das ändert sich schnell, als sich Anfang 1993 Kazuhiko Aoki meldet und anbietet, die Rolle des Produzenten zu übernehmen.

Wer Aoki nicht kennt: Der Japaner begann seine Spielebranchenkarriere Mitte der 80er-Jahre bei Square und arbeitete zunächst zusammen mit Sakaguchi als Designer an dem für Japan exklusiven Rollenspiel Cruise Chaser Blassty (1986).

Weltkarte Quelle: Moby Games Anschließend entwarf er den Echtzeitstrategie-Rollenspiel-Mix Hanjuku Hero (1988), war für das Kampfsystem-Design von Final Fantasy 3 (1990) und Final Fantasy 4 (1992) verantwortlich und schlüpfte beim zweiten Teil von Hanjuku Hero (1992) in die Rolle des Game Director.

Mit Aoki an Bord folgten weitere Brainstorming-Runden, in denen wichtige inhaltliche Eckpunkte fixiert werden. Kurz darauf erweiterte Aoki das Kernteam auf über 50 Personen, darunter weitere (aus heutiger Sicht) illustre Namen wie Masato Kato, der zuvor unter anderem an drei Teilen der Ninja-Gaiden-Reihe mitgearbeitet hatte.

Zum Vergleich: Andere Teams bei Square umfassten damals in der Regel maximal 25 Personen. Zusammen mit Sakaguchi kümmerte sich Kato im ersten Entwicklungsjahr vor allem um die Story, für die man sich nach einigem Hin und Her auf das Thema Zeitreisen festlegte.

Mit 32 MBit zum Rollenspiel-Meilenstein

Zielplattform des zunächst Maru Island getauften Projekts sollte Nintendos in Entwicklung befindliche CD-Erweiterung für das Super Famicom sein. Als sich jedoch abzeichnete, dass die gemeinsam mit Sony konzipierte SNES-CD auf Eis gelegt würde, ging man zu einem besonders großen Modul mit 24 MBit über. Im Laufe der Entwicklung musste die Kapazität noch einmal um acht MBit auf 32 MBit erhöht werden.

Gleichzeitig verwarf man den Codenamen Maru Island, trennte das Projekt von der Secret-of-Mana-Franchise und taufte das Ergebnis Chrono Trigger.

In den folgenden knapp zwei Jahren reifte bei Square ein Spiel heran, das alle bisherigen Maßstäbe sprengte und firmenintern zum Paradebeispiel für gute Teamarbeit wurde. Akihiko Matsui, Yoshinori Kitase sowie Takashi Tokita fungierten damals übrigens als Game Directors und Gameplay-Koordinatoren.

Oberwelt Quelle: Quelle: Square Enix / Medienagentur plassma Chrono Trigger sollte in Japan eigentlich schon Ende 1994 auf den Markt kommen, wurde aber aufgrund von Feintuning-Maßnahmen auf den 11. März 1995 verschoben. Die Tester der japanischen Fachmagazine hatten jedoch deutlich früher Zugriff auf das nahezu fertige Rollenspiel und somit ausreichend Zeit, sich intensiv damit zu beschäftigen.

Entsprechend umfangreich fiel die Berichterstattung zum Release aus. Und zudem sehr positiv, denn Chrono Trigger entpuppte sich als die erhoffte JRPG-Perle. Auch die ersten Verkaufserfolge ließen nicht lange auf sich warten: In Japan konnte Publisher Square bereits nach zwei Monaten zwei Millionen verkaufte Exemplare vorweisen - und eroberte damit Platz zwei der japanischen Gesamtverkaufscharts des Jahres 1995.

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Weniger gut sah es in Nordamerika aus. Hier verkaufte Square trotz der hohen Verbreitung des Super Nintendo nur rund 290.000 Einheiten. Und das, obwohl auch die meisten US-Fachmagazine Traumbewertungen auspackten. So vergaben die Redaktion des renommierten Game Informer 9,25 von 10 Punkten, Electronic Gaming Monthly 37 von 40 Punkten und die amerikanische GamePro sogar 20 von 20 Punkten.

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