Cities: Skylines für PS4 im Testcheck - Portierung gelungen?
Test 8,14 €
Cities: Skylines ist jetzt auch für die PS4 erhältlich. Wir haben uns die Umsetzung einmal angeschaut und sagen euch, ob der Port gelungen ist. Da sich das Spiel inhaltlich nicht von der ursprünglichen PC-Version unterscheidet, konzentrieren wir uns dabei auf die angepassten Optionen, Steuerung und Interface.
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Bereits seit über zwei Jahren ist die Städtebausimulation Cities: Skylines ein großer Erfolg für die finnischen Entwickler von Colossal Order. Über 3,5 Millionen Spieler bauen auf dem PC bereits begeistert ihre Städte und geben dem Spiel einen überragenden Userscore von 92 Prozent. In unserem Test zu Cities: Skylines bescheinigten wir der Simulation "auf Jahre hinaus das Maß aller Dinge zu sein", das das verkorkste Sim City von Maxis schnell vergessen lassen hat.
Nachdem vor einiger Zeit bereits eine Xbox-One-Version erschienen ist, kommt die Städtebausimulation nun auch auf die Playstation 4. Für die Umsetzung haben sich die Entwickler die Unterstützung des australischen Studios Tantalus Media gesichert. Die Spezialisten für Portierungen haben die Steuerung für den Controller optimiert und auch das Interface an die Bedürfnisse einer Konsolenversion angepasst. Nachfolgend überprüfen wir, wie gut der Port gelungen ist.
Basis-Ausstattung
Inhaltlich entspricht die PS4-Version dem Grundspiel inklusive der "After Dark"-Erweiterung. Es gibt also auch Tag-Nacht-Wechsel und die Möglichkeit gezielt Gebiete für Tourismus und Nachtleben auszuweisen. Auf die weiteren DLCs "Snowfall", "Natural Disasters" und "Mass Transit" müssen PS4-Spieler aber vorerst verzichten. Für Umsteiger von der PC-Version ist das natürlich zunächst schade, da sie mit weniger Features und Inhalten als gewohnt auskommen.
Quelle: PC Games
Auch auf der PS4 lassen sich mit Cities: Skylines in kürzester Zeit beeindruckende Städte errichten.
Neue Spieler sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen, denn bereits in seiner Grundversion bietet Cities: Skylines jede Menge Möglichkeiten sich als virtueller Bürgermeister auszutoben. Bei den Spieloptionen haben die Entwickler viele beliebte Einstellungsmöglichkeiten aus der PC-Version übernommen. So könnt ihr die nervigen Chirper-Nachrichten deaktivieren und automatisches Speichern nach eigenen Vorlieben mit Intervallen zwischen einer und 60 Minuten konfigurieren.
Grafikoptionen entfallen natürlich auf der Konsole. Für die Steuerung könnt ihr aus fünf verschiedenen Controller-Layouts wählen, darunter auch eine Einstellung für Linkshänder. Übernommen wurde auch die Möglichkeit eine Partie mit unendlichem Geld zu spielen. Handelte es sich dabei in der PC-Version noch um eine Mod von den Entwicklern, ist die Option nun direkt in den Karteneinstellungen untergebracht. Aber Vorsicht: In diesem Modus ist es nicht möglich Trophäen für das Spiel zu verdienen.
Couch-Bürgermeister
Bei der Steuerung haben sich die Australier größte Mühe gegeben. Entsprechend eingängig und einfach geht die Bedienung von der Hand. Der linke Stick bewegt die Kamera in alle erdenkliche Richtungen und mit dem rechten kontrolliert ihr Neigung und Winkel. L2 und R2 nutzt ihr zum stufenlosen Zoomen, das genau wie in der PC-Version von der höchsten Vogelperspektive bis hinunter auf die Bürgersteig-Ebene funktioniert.
Quelle: PC Games
Die Bedienung mit Controller geht erfreulich einfach von der Hand.
Am unteren Bildschirmrand befindet sich das überarbeitete Interface. Hier wurde vor allem auf deutlich größere Schriften Wert gelegt, damit das Spiel auch von der Couch aus noch bequem bedienbar ist. Übertrieben haben es die Entwickler hier lediglich bei den Namen der Stadtviertel, die permanent Übergroß über der Stadt schweben. Hier hätten wir uns eine Möglichkeit gewünscht, diese kleiner darzustellen oder gar abzuschalten. Ansonsten hat sich der generelle Aufbau des Baumenüs kaum geändert. Neu ist lediglich die "Prüfer"-Option, über die sich ein Cursor für die Auswahl von Gebäuden aufrufen lässt. Elemente wie die Info-Ansichten, die Wirtschaftsübersicht oder die Meilensteine, die nicht mehr in der überarbeiteten Menüleiste Platz gefunden haben, wurden in ein Kreismenü verlagert.
Allerdings ist die Bedienung dieses Kreismenüs nicht perfekt gelungen und funktioniert folgendermaßen: Ihr müsst die Dreieck-Taste gedrückt halten, währenddessen mit dem Stick auf einen Menüpunkt zeigen und dann die Dreieck-Taste wieder loslassen. Eingängig ist das nicht. Ein paar Probleme hat die Steuerung auch bei filigraneren Vorhaben wie dem Markieren von Stadtvierteln oder der Millimeter-genauen Platzierung von kleinen Objekten wie Bäumen. Hier sind die Analogsticks ein wenig zu unpräzise. Immerhin lässt sich die Empfindlichkeit an die eigenen Vorlieben anpassen.
Gelungene Umsetzung
Grafisch gibt es kaum Unterschiede zur PC-Version. Lediglich, wenn man ganz nah an das Geschehen heran zoomt, fallen Texturen auf, die in mittlerer Entfernung gerne aufpoppen. Außerdem reduziert das Spiel je nach Zoomstufe die Menge des dargestellten Verkehrs deutlich stärker als in der Vorlage. Weit herausgezoomt sind nur noch vereinzelte Fahrzeuge auf den Straßen zu erkennen. Dafür läuft das Spiel sowohl auf der PS4 Pro als auch auf der normalen PS4 sehr flüssig. Lediglich beim automatischen Speichern im Hintergrund kann es auf beiden Systemen zu kurzen Rucklern kommen. Wie häufig das Spiel selbst speichert, könnt ihr in den Optionen einstellen.
Alles in allem ist den Machern von Tantalus Media hier durchaus eine ordentliche Portierung gelungen. PS4-Spieler können sich auf die Genre-Referenz freuen, die Cities: Skylines auch zwei Jahre nach Erscheinen noch immer ist. Bleibt nur zu hoffen, dass irgendwann auch die anderen Inhalte nachgeschoben werden, die das Spiel in der PC-Version noch vielfältiger gemacht haben. Cities: Skylines ist ab 15. August 2017 zum Preis von 39,99 Euro als Retail oder Download für PS4 erhältlich.
Über die spielerischen Aspekte der Städtebausimulation lest ihr in unserem ausführlichen Test der PC-Version.
