Civilization 6: Gathering Storm im Test - Ein katastrophal gutes Add-on - Jetzt mit Video

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Civilization 6: Gathering Storm im Test - Ein katastrophal gutes Add-on - Jetzt mit Video
Quelle: PC Games

Mit Gathering Storm steht die zweite Erweiterung für Civilization 6 in den Startlöchern. Im Test lest ihr was die neuen Features zu bieten haben. Mit der Einführung eines komplexen Umweltsystems sowie der Rückkehr des Weltkongress und der Diplomatie haben die Entwickler von Firaxis in jedem Fall ein interessantes Paket geschnürt.

Mit den Spielen der Civilization-Reihe ist es häufig wie mit einem guten Wein.

Erst mit dem Alter entfalten sie so richtig ihre volle Wirkung. Das liegt an den hervorragenden Erweiterungen, die das Gameplay des Grundspiels verfeinern und mit vielen neuen Elementen anreichern. Nun steht mit Gathering Storm das zweite Add-on für Civilization 6 (jetzt kaufen / 53,99 € ) in den Startlöchern, für das sich die Entwickler von Firaxis Games ganz besondere neue Features ausgedacht haben.

Erstmals stellen die Macher nämlich die Spielwelt in den Mittelpunkt eines neuen Inhaltspakets. Die Karte ist nicht länger nur ein Untergrund, auf dem die Zivilisationen ihr Unwesen treiben und sich durch die Zeitalter der Menschheitsgeschichte bewegen. Stattdessen wir die Welt zu einem dynamischen Mitspieler, der Einfluss auf die Entwicklung von Imperien nimmt und immer wieder für neue Herausforderungen sorgt.

Wind und Wetter

Mit anderen Worten, die Umwelt greift nun aktiv in das Spielgeschehen ein. Daher solltet ihr euch gut überleben, wo ihr eure Städte errichtet - denn Flüsse können jetzt über die Ufer treten, Vulkane brechen aus, in der Nähe von Wüsten entstehen gerne Sandstürme und die Küsten sind zunächst durch Hurrikane und später durch die menschgemachte Steigerung des Meeresspiegels bedroht. Allerdings gilt es auch die positiven Effekte zu beachten. So hinterlassen Fluten und Vulkanausbrüche nicht nur Zerstörung, sondern auch sehr fruchtbares Ackerland.

Ein Fluss tritt über die Ufer und hätte beinahe unseren Unterhaltungsbezirk unten links beschädigt. Andere Felder profitieren dagegen von gesteigerter Fruchtbarkeit. Quelle: PC Games Ein Fluss tritt über die Ufer und hätte beinahe unseren Unterhaltungsbezirk unten links beschädigt. Andere Felder profitieren dagegen von gesteigerter Fruchtbarkeit. Wie häufig Naturkatastrophen auftreten, lässt sich bei der Konfiguration einer Partie mittels Schieberegler einstellen. Auf der höchsten der fünf Stufen fordert euch Mutter Natur in aller Regelmäßigkeit und Härte heraus, während es auf der niedrigsten Stufe nur selten zu schwachen Katastrophen kommt. Letztere Option verschafft euch vor allem in den frühen Zeitaltern ein einigermaßen harmonisches Leben mit der Umwelt. Je näher ihr der Industrialisierung kommt, umso weniger könnt ihr euch den Veränderungen in der Natur entziehen.

Erstmals spielen nämlich die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Klima eine Rolle. Sobald ihr Gebäude und Einheiten baut, die Kohle verbrennen, beginnt eure Zivilisation damit CO2 in die Atmosphäre zu blasen. Je höher die Konzentration, umso stärker verändert sich die globale Temperatur. Als Folge dessen erhöht sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Stürmen, Überschwemmungen und Dürren. Die viel größere Gefahr, vor allem für Küstenregionen, ist das Schmelzen des Polareises und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels. Felder, Bezirke oder ganze Städte in entsprechenden Gefahrenregionen können dadurch vollständig im Meer verschwinden. Der Klimawandel hat bereits Ausmaße angenommen, die man auf unserer Erde derzeit noch hofft verhindern zu können. Die Temperatur ist um drei Grad gestiegen, mehr als die Hälfte des Polareises ist geschmolzen und der Meeresspiegel ist um 2,5 Meter gestiegen. Quelle: PC Games Der Klimawandel hat bereits Ausmaße angenommen, die man auf unserer Erde derzeit noch hofft verhindern zu können. Die Temperatur ist um drei Grad gestiegen, mehr als die Hälfte des Polareises ist geschmolzen und der Meeresspiegel ist um 2,5 Meter gestiegen.

Rohstoffverbrauch

Um dem entgegen zu wirken, sollte man möglichst auf den Verbrauch von Kohle und Öl verzichten. Das ist jedoch leichter gesagt, als getan. Denn nicht nur modernes Kriegsgerät wie Schiffe und Panzer verbrauchen fossile Brennstoffe. Eure Städte verlangen neuerdings auch nach elektrischer Einheiten wie diese Kriegsschiffe verbrauchen pro Runde Treibstoff. Damit tragen sie nicht nur zur Umweltverschmutzung bei, sondern belasten auch unseren Rohstoff-Vorrat. Da wird zur Zeit neun Öl pro Runde produzieren, stellt uns der Verbrauch von drei Öl pro Runde noch vor keine Probleme. Quelle: PC Games Einheiten wie diese Kriegsschiffe verbrauchen pro Runde Treibstoff. Damit tragen sie nicht nur zur Umweltverschmutzung bei, sondern belasten auch unseren Rohstoff-Vorrat. Da wird zur Zeit neun Öl pro Runde produzieren, stellt uns der Verbrauch von drei Öl pro Runde noch vor keine Probleme. Energie, damit verschiedene Gebäude ab dem Industriezeitalter ihre volle Leistung erbringen. Um Strom zu erzeugen, steht zunächst jedoch nur das Kohlekraftwerk zur Verfügung, dass eure CO2-Bilanz sehr schnell in die Höhe treibt. Mit fortschreitender Technologie stellt ihr irgendwann auf weniger schmutzige Ölkraftwerke und schließlich auf die fast saubere Atomkraft um. Bei letztere lauft ihr jedoch Gefahr Opfer eines nuklearen Supergaus zu werden.

Die nötigen Rohstoffe Kohle, Öl und Uran wurden übrigens genau wie die vier anderen strategischen Ressourcen Pferde, Eisen, Salpeter und Aluminium in ihrer Funktionsweise überarbeitet. So produziert jedes Vorkommen nun einen bestimmten Wert des Rohstoffes pro Runde, der einen Lagerbestand auffüllt. Für den Bau von einigen Gebäuden und Einheiten werden dann Teile dieses Vorrats aufgebraucht. Hinzu kommt, dass Bauten wie Kraftwerke sowie viele der Einheiten einen regelmäßigen Verbrauch pro Runde haben. So könnt ihr zum Beispiel nicht Unmengen von Kampfpanzern ausheben, wenn ihr deren Ölverbrauch nicht durch entsprechende Vorkommen decken könnt. Das Ressourcensystem wird dadurch wesentlich nachvollziehbarer und hat deutlichere Auswirkungen auf die Produktionsmöglichkeiten einer Zivilisation.

Testvideo

Energiewende

Wer ernsthaftes Interesse an der Reduzierung seiner CO2-Produktion hat, bekommt dazu vor allem ab dem Informationszeitalter einige Möglichkeiten geboten. Schon in der Moderne bekommt ihr die Möglichkeit Staudämme, die ihr zuvor zur Abwehr von Flusshochwassern errichtet habt, in hydroelektrische Kraftwerke zu verwandeln. Mit Handwerkern errichtet ihr dann schließlich auf geeigneten Feldern Windparks und Solaranlagen, um Mit Windparks (links von Göteborg) und Solarkraftwerken (unten rechts) versuchen wir unsere Energieversorgung umweltfreundlicher zu gestalten. Quelle: PC Games Mit Windparks (links von Göteborg) und Solarkraftwerken (unten rechts) versuchen wir unsere Energieversorgung umweltfreundlicher zu gestalten. eure Städte mit sauberer Energie zu versorgen. Leider gibt es nach wie vor keine Option, um einmal gebaute Bezirke und Gebäude wieder abzureißen. Einmal ein Kraftwerk gebaut, wird man die Drecksschleuder leider nicht wieder los. Selbst nach dem Umstieg auf Atomkraft belastet das Gebäude noch immer leicht die CO2-Statistik.

Immerhin können wir unsere Emissionen aktiv bekämpfen. Als Teil des neuen Zukunftszeitalters schalten wir unter anderem das Projekt "Kohlenstoff-Rückgewinnung" frei, das dauerhaft unseren Ausstoß senkt. Sechs neue Technologien und fünf Ausrichtungen gibt es im neuen Zeitalter zu erforschen. Deren Anordnung im Technologiebaum ist stets zufällig und sorgt damit zumindest für leichte Abwechslung in der Endphase eurer Zivilisation. Auf der wissenschaftlichen Seite erwarten euch dabei vor allem Upgrades für die neue mächtige Einheit des Kampfroboters. Die kulturellen Ausrichtungen bringen euch vor allem neue Joker-Politiken zu verschiedensten Themen ein.

Neu sind auch eine Reihe von Bezirken, Gebäuden und Modernisierungen, die der Thematik des Add-ons entsprechend sich vor allem um die Zähmung der Natur drehen. So könnt ihr einen Kanalbezirk errichten, um ein Landfeld zwischen zwei Wasserfeldern zu überbrücken. Auch Landeinheit kann die Fortbewegung erleichtert werden, in dem Militärpioniere Gebirgstunnel und Eisenbahnschienen bauen. Doch Vorsicht, letztere verbrauchen unter anderem Kohle und wirken sich negativ auf eure CO2-Bilanz aus. Besonders in großen Reichen fällt es jedoch schwer auf die deutlich reduzierten Fortbewegungskosten zu verzichten, die die Bahntrassen bieten. Diese Abwägungen aus Umweltschutz und anderen Interessen machen einen Großteil der Spannung von Gathering Storm aus. So haben wir es zum Beispiel trotz mehrerer Versuche noch nicht geschafft, eine Zivilisation in die Zukunft zu führen, ohne jemals CO2 produziert zu haben. Der Anstieg des Meeresspiegels hat bereits zwei Meter überschritten. Dieses Küstenfeld mit einem wertvollen Weizenhof ist unwiederbringlich verloren. Quelle: PC Games Der Anstieg des Meeresspiegels hat bereits zwei Meter überschritten. Dieses Küstenfeld mit einem wertvollen Weizenhof ist unwiederbringlich verloren.

Völker der Welt versammelt euch

Es gibt in der Erweiterung aber auch jede Menge Neuerungen, die nicht direkt im Zusammenhang mit Umwelt und Klima stehen. Das größte und von vielen Fans vermutlich am sehnlichsten erwartete Feature ist die Rückkehr des Weltkongresses. Sobald das Spiel im Mittelalter angekommen ist, tritt die Versammlung der Nationen erstmals zusammen - selbst wenn man bis dahin noch gar nicht alle Mitstreiter entdeckt hat. Ein wenig komisch wirkt daher, dass wir selbst nach der Zusammenkunft des Weltkongress keine Informationen über die noch nicht entdeckten Zivilisationen erhalten.

Im Weltkongress stimmen die Führer der Welt über Resolutionen ab. Hier geht es zum Beispiel um Vorteile für Handelswege und Rüstungsbeschränkungen. Quelle: PC Games Im Weltkongress stimmen die Führer der Welt über Resolutionen ab. Hier geht es zum Beispiel um Vorteile für Handelswege und Rüstungsbeschränkungen. Alle 30 Runden wird die Versammlung regulär einberufen. Bei diesen Gelegenheiten stimmen die Staatsführer über verschiedenste Resolutionen ab. Die Palette reicht dabei von besseren Handelsbedingungen, über Rüstungsbeschränkungen bis hin zur Organisation von punkteorientierten Wettkämpfen wie Weltspielen. Zudem können Sondersitzungen von einer Nation einberufen werden, die von einem Auslöser für einen Notfall betroffen ist. In diesem Fällen wird dann abgestimmt, ob die Weltgemeinschaft dem Hilferuf Folge leistet. Dabei handelt es sich nicht nur um militärische Auseinandersetzungen. Auch Opfer großer Naturkatastrophen können die internationale Gemeinschaft um Hilfe bitten.

Egal um welche Art von Abstimmung es sich handelt, um seine eigenen Ziele durchzusetzen, gilt es seine diplomatische Gunst gewinnbringend einzusetzen. Dabei handelt es sich um eine neue Währung, die im Diplomatiesystem von Civilization 6 zum Einsatz kommt. Gunst verdient ihr euch durch Stadtstaat, dessen Suzerän ihr seid, durch aktive Allianzen, durch Befreiung von eroberten Städten und viele weitere diplomatische Aktionen. Die Währung kann auch beim bilateralen Handel mit anderen Zivilisationen eingesetzt werden. Will ein anderes Volk zum Beispiel eine strategische Ressource von euch haben, könntet ihr im Gegenzug diplomatische Gunst verlangen.

Diese könnt ihr dann wiederum nutzen, um bei Abstimmungen im Weltkongress euer eigenes Stimmgewicht zu erhöhen. Das ist besonders für den ebenfalls zurück gekehrten Diplomatiesieg wichtig. Nach einiger Zeit kommt zu den üblichen Resolutionen im Weltkongress auch die Abstimmung über den Diplomatiesieg auf. Wer diese erfolgreich für sich selbst entscheiden kann, erhält sogenannte Siegpunkte. Sobald genug Siegpunkte gesammelt wurden, gilt das Spiel als gewonnen. Aber Vorsicht, über die Resolution können auch Siegpunkte aberkannt werden, wenn sich genügend Stimme dafür finden. Besonders wenn man bereits sehr nah am Diplomatiesieg steht, setzt die KI alles daran, einen weiteren Zuwachs zu verhindern. Hier ist es dann von Vorteil, wenn man selbst über viel diplomatische Gunst verfügt, um alle anderen Staaten zu überstimmen. Königin Kristina für die Schweden an, die vor allem für den zurückgekehrten Diplomatiesieg hervorragende Voraussetzungen bieten. Quelle: PC Games Königin Kristina für die Schweden an, die vor allem für den zurückgekehrten Diplomatiesieg hervorragende Voraussetzungen bieten.

Von Schweden bis Neuseeland

Natürlich kommt Gathering Storm auch wieder mit den üblichen Zugängen im Bereich der Zivilisationen, Wunder, Einheiten und Szenarios daher. Besonders bei den Nationen hat uns die spannende Vielfalt der Neuzugänge sehr gefallen. Da sind zum Beispiel die Schweden unter der Führung von Königin Kristina, die sehr stark auf den neuen Diplomatiesieg zugeschnitten sind und Wettkämpfe um drei verschiedene Nobelpreise in den Weltkongress einbringen. Einen Naturfokus haben zum Beispiel die Maori, die als einzige Nation auf hoher See starten und es besonders gerne sehen, wenn die Natur respektiert wird.

Im neuen Zeitalter der Zukunft erwarten uns spannende neue Technologien zur Erforschung. Quelle: PC Games Im neuen Zeitalter der Zukunft erwarten uns spannende neue Technologien zur Erforschung. Spannend ist auch die Einführung von Eleonore von Aquitanien, die als erste Anführerin in der Civ-Geschichte zwei Völker führen kann. Als Königin von Frankreich oder England setzt sie vor allem auf Kultur und Große Werke, die sie dazu einsetzen kann, um die Loyalität fremder Städte zu senken und diese dadurch zu übernehmen. Damit ihr immer einen Überblick behaltet, mit welchem Herrscher ihr bereits zu Weltruhm gelangt seid, führt die neue Hall of Fame nun genau Buch über zurückliegende Siege. Auch diverse weitere kleine Verbesserungen machen das Leben als Zivilisationsführer deutlich angenehmer. So gibt es endlich eine Produktionsliste, mit sich mehrere Bauvorhaben einer Stadt anschieben lassen.

Alle Probleme kann aber auch Gathering Storm nicht beseitigen. Die KI hat sich seit dem Grundspiel zwar deutlich gesteigert, leistet sich aber nach wie vor Aussetzer. So äußerte sich zum Beispiel ein Gegenspieler kritisch über unser Raumfahrtprogramm, dabei waren wir gerade erst im Mittelalter angekommen. Auffällig sind auch die häufigen Beschwerden über ein anderes Regierungssystem, sobald die neue vierte Stufe der Regierung erreicht hat, obwohl solche Unterschiede vorher nie ein Thema waren. Auch der Spam von Nachrichten über unwichtige Aktionen der Gegner ist nach wie vor ein Problem.

Unter dem Strich ist Civilization 6 mit Gathering Storm jedoch in seinem bisher besten Zustand angelangt. Die neue Dynamik durch Naturkatastrophen und Erderwärmung bringt noch mehr Abwechslung in die Partie. Der Weltkongress und die diplomatische Gunst geben der diplomatischen Auseinandersetzung mit dem Gegner endlich wieder die Bedeutung, die ihr gebührt.

Meinung

Wertung zu Civilization 6: Gathering Storm (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Umwelteinflüsse sorgen für AbwechslungZivilisationen haben Einfluss auf Klimaentwicklungneues System der strategischen RessourcenWeltkongress und DiplomatiesiegEnergiesystemneue Gebäude, Wunder, Modernisierungenneues Zeitalterspannende neue Zivilisationen
KI nach wie vor nicht perfektGebäude lassen sich nicht abreißen

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