Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: Wie schneidet der Taktik-Shooter auf der Xbox 360 ab?

Test Sandro Odak

Counter-Strike auf der Konsole - das wir das noch erleben dürfen! Nach einem eher mauen Ableger auf der Xbox veröffentlichte Valve nun endlich ein richtiges CS auf Xbox 360 und Playstation 3. Wir haben uns Counter-Strike: Global Offensive auf der Xbox 360 angeschaut und überprüft, ob man sich darüber nun freuen soll oder nicht.

18 Karten, acht davon neu. Acht neue Waffen, vier neue Gadgets. Das klingt schon ganz umfangreich. Aber im Kern bleibt Counter-Strike: Global Offensive das altbekannte Spiel, das wir alle kennen. Seit 12 Jahren daddeln Spieler jetzt schon, eingeteilt in Terroristen und Anti-Terrorkommandos, auf Maps wie de_Dust oder de_Aztec und setzen Bomben, befreien Geiseln und ballern was das Zeug hält. Aber: Fast immer geschah das am PC. Es gab zwar einen Ableger von Counter-Strike für Xbox, die ist aber zu Recht gefloppt.

Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: 'Nur etwas für eingefleischte Fans' [Anmerkung: Screenshots stammen vom PC] (3) Quelle: Steam Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: "Nur etwas für eingefleischte Fans" [Anmerkung: Screenshots stammen vom PC] (3) Grund für die Neuaufsetzung der Serie, die man ganz griffig als CS:GO (deut.: Los!) abkürzt, ist eine erneut aufgemotzte Grafikengine und angepasste Karten. So findet man auf Dust nun einen Treppenaufgang im Tunnel, der den Bereich der Karte, der früher von Snipern gut einsehbar war, nun etwas entlastet. Solche kleinen aber feinen Balancing-Entscheidungen gefallen uns sehr gut. Die altbekannten Maps Aztec, Dust, Dust 2, Inferno, Italy, Nuke, Office und Train können wir übrigens nur in den Modi Entschärfung und Geiselrettung spielen. Die neuen Karten verteilen sich auf die Modi Zerstörung und Waffenrennen.

Ziemlich komisch ist der neue Spielmodus für Gelegenheitsspieler. Darin ist Schutzkleidung für alle umsonst und man hat von Anfang an genug Geld auf dem Konto, um auch dicke Wummen einzukaufen. Teambeschuss ist natürlich auch ausgeschaltet. Zum Üben reicht das vielleicht, aber jeder CS-Spieler sollte diesen Modus meiden. Wer den normalen Modus spielt, startet dann auch mit läppischen $800 und muss sich neue Waffen erst verdienen. Und auch Friendly Fire ist nun an – also Achtung wohin man schießt.

Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: 'Nur etwas für eingefleischte Fans' [Anmerkung: Screenshots stammen vom PC] (8) Quelle: Steam Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: "Nur etwas für eingefleischte Fans" [Anmerkung: Screenshots stammen vom PC] (8) Bis auf einige neue oder ausgetauschte Waffen (beispielsweise MP7 statt MP5) ist inhaltlich nicht viel geboten. Zwei Teams stehen sich gegenüber und müssen altbekannte Aufgaben lösen: Als Anti-Terror-Spieler müssen wir Geiseln retten, als Terrorist Bomben legen. Einige Gadgets machen CS:GO dann aber doch einzigartig in der Seriengeschichte: Valve führt Molotow-Cocktails ein. Sie brennen auf dem Boden und verwandeln eine große Fläche zu unpassierbarem Gebiet. Denn Feuer richtet nicht nur Schaden an, es verlangsamt Gegner auch. Ein gut platzierter Mollie, etwa in einem Tunnel oder Häusergang, kann so ganz schnell den Vorstoß einer Gegnergruppe vereiteln. Neu sind außerdem ein Ein-Schuss-Elektroschocker, der Gegner aber sofort tötet, eine Flammengranate und eine Tarngranate. Letztere macht Waffengeräusche und täuscht Gegnern auf der Minimap Feinde vor.

Im Arsenal-Modus bietet Counter-Strike: Global Offensive nun übrigens zwei Modi, die auf der beliebten CS-Mod Gun Game basieren – derselben Mod, der auch der neue Battlefield-Modus Gun Master zugrunde liegt. In Domination spielen wir ein normales Spiel, mit dem Unterschied, dass wir in jeder Runde eine neue, festgeschriebene Waffe erhalten, wenn wir mindestens einen Kill machen. Mit jeder neuen Wumme wird das dann anspruchsvoller. Waffenrennen hingegen nutzt dieselben Regeln wir Gun Master in Battlefield 3: Nach jedem Kill mit einer Knarre bekommen wir sofort eine neue. 26 Stufen lang geht das so, bis man zuletzt einen Gegner mit dem Messer kaltmachen muss. Respawnzeiten gibt es nicht, man startet sofort wieder ins Spiel, genießt aber einen kurzen Spawnschutz. Battlefield 3 gewährt uns diesen nicht – Vorteil für Counter-Strike! Schade, dass dieser Modus nur auf zwei Karten, Shoot und Baggage, spielbar ist.

Veraltete Grafik, veraltete Spielmechanik

Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: 'Nur etwas für eingefleischte Fans' [Anmerkung: Screenshots stammen vom PC] (2) Quelle: Steam Counter-Strike: Global Offensive im Konsolen-Test: "Nur etwas für eingefleischte Fans" [Anmerkung: Screenshots stammen vom PC] (2) Im Vergleich zu Counter-Strike 1.6 oder dem aktuelleren Counter-Strike Source wurde die Grafikengine deutlich aufgehübscht. Aber so recht mithalten kann der Download-Titel mit Konkurrenztiteln heute nicht. Die Texturen sind da matschig, Details viel zu gering. Die Welt behält zwar ihr typisches CS-Flair, aber gutes Aussehen ist nun mal etwas anderes.

Dasselbe gilt für das Gameplay. Sicher hat Counter-Strike Fans, aber nach 12 Jahren ist es von seinen Spielmechaniken einfach überholt. Laufanimationen wirken irgendwie lachhaft und zielen kann man auch nur, indem man in die Hocke geht. Dann wird das Fadenkreuz enger. Einen richtigen Zielmodus haben nur Waffen mit Zielobjektiven. Kimme und Korn kennt CS:GO nicht. Vor 12 Jahren war das noch okay und in der Zwischenzeit ein beliebter Spielmodus, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber auf der Höhe der Zeit ist Counter-Strike einfach nicht mehr.

Auf der Xbox erlaubt Counter-Strike: Global Offensive Spielern übrigens nicht, in einer Party miteinander zu sprechen. Wer während dem Spiel eine Einladung annimmt und die Meldung des Spiels ignoriert, dass dies nicht gestattet ist, wird dann auch eiskalt vom Server geschmissen. Kompetitiv finden wir das in Ordnung. Für professionelle Spieler und e-sportive Clans mag das sinnvoll sein, damit niemand ausplaudert, was im anderen Team gerade stattfindet. Aber wenn man doch schon einen Casual-Modus anbietet: Warum dann nicht wirklich Casual? Stattdessen nutzt das Spiel ein Ingame-Voice-Chat-System, das Sound an alle Mitspieler verteilt. Da freut man sich schon auf singende, schreiende und anders nervende Mitspieler, die einfach nicht raffen wie man ein Headset mutet.

Meinung

Wertung zu Counter-Strike: Global Offensive (X360)

Wertung:

6.8 /10
Pro & Contra
einige Neuerungen bei Waffen und Gadgetseinige Balancing-Verbesserung auf Karten wie Dustim Vergleich zu CSS aufgehübschte EngineArsenal-Spielmodi sind unterhaltsam
Grafik trotz Engine-Update veraltetSteuerung von gestern: eingeschränkte Zieloptik, nur hinhocken als ZielhilfeSpielmechanik einfach schon 12 Jahre altwer braucht bitte einen Casual-Modus?Party-Chat-Verbot, sogar im witzlosen Casual-Modus
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